Mittelalterliche Literatur: Epochen, Autoren und Werke

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Mester de Juglaría und Mester de Clerecía

Mester de Juglaría: Eine literarische Bewegung, in der Sänger Epen aus dem Gedächtnis und durch mündliche Überlieferung rezitierten. Die wichtigsten Genres waren epische Gedichte, die die Taten menschlicher Helden vergrößerten.

Mester de Clerecía: Eine poetische Schule des gebildeten Klerus. Sie nutzte die schriftliche Überlieferung, religiöse und moralisierende Themen sowie biblische und lateinische Quellen.

Cuaderna Vía und Gonzalo de Berceo

  • Cuaderna Vía: Eine Strophe aus vier Zeilen mit gleichem Reim (Gleichklang).
  • Gonzalo de Berceo (13. Jahrhundert): Der erste namentlich bekannte Autor in kastilischer Sprache.
  • Werke: Er schrieb drei hagiographische Gedichte (Leben des Santo Domingo de Silos, Leben des San Millán de la Cogolla, Leben der heiligen Oria) sowie drei marianische Gedichte (Lob der Jungfrau Maria, Die Jungfrau am Tag der Passion ihres Sohnes Jesus Christus und Die Wunder unserer Lieben Frau).

Eigenschaften der mittelalterlichen Literatur (12. und 13. Jahrhundert)

Die Kompositionen widmeten sich vor allem der Verehrung der Jungfrau Maria.

Libro del Buen Amor und Alfonso X

  • Juan Ruiz, Erzpriester von Hita: Autor des Libro del buen amor. Der Wunsch des Autors war es, dass das Werk von Hand zu Hand weitergegeben wurde und jeder Leser nach Belieben Zeilen hinzufügen oder löschen konnte. Es ist wichtig, da es die Besonderheiten der gesprochenen Sprache erfasste.
  • König Alfonso X. der Weise: Er war die treibende Kraft hinter der Entwicklung der kastilischen Prosa und etablierte sie als Amtssprache.
  • Werke:
    • Geschichte: Estoria de España, General Estoria.
    • Wissenschaft: Bücher über Astronomie, Alfonsinische Tafeln.
    • Freizeit: Schachbuch, Würfel- und Brettspiele.
    • Sonstiges: Buch der sieben Spiele, Cantigas de Santa María.

Don Juan Manuel und Literaturformen

Don Juan Manuel: Er gilt als der Begründer der kastilischen Kunstprosa.

Unterschied zwischen Literaturformen:

  • Wissenschaftliche Literatur: Schriftlich, statisch, bekannter Autor.
  • Populäre Literatur: Mündlich, dynamisch, anonym, unterliegt ständigen Veränderungen durch die Überlieferung.

Liederbücher und Lyrik

  • Liederbuch (Cancionero): Eine Sammlung von Werken verschiedener Autoren. Es gibt zwei Arten: Lieder mit kurzen Versen (Oktosyllaben) für lyrische Themen und Liebeslieder. Bekannte Sammlungen sind die von Baena, Estúñiga und das allgemeine Liederbuch von Hernando del Castillo.
  • Höfische Lyrik: Eine literarische Kunstform, die im 14. und 15. Jahrhundert an den Höfen blühte.

Romanzen (Romancero)

  • Alte Romanzen: Traditionelle, anonyme Balladen aus mündlicher Überlieferung (14. und 15. Jahrhundert).
  • Neue Romanzen: Von bekannten Autoren verfasste Gedichte in Nachahmung der traditionellen Überlieferung.
  • Eigenschaften: Gedichte mit achtsilbigen Versen, Reim im Gleichklang in den geraden Zeilen, ungerade Zeilen bleiben reimlos.
  • Klassifizierung: Historisch, literarisch, episch oder Abenteuerromanzen.

Bedeutung und Jorge Manrique

Die Literatur dieser Zeit überwindet Zeit und Mode; sie repräsentiert eine Weltsicht, Mythen und Überzeugungen einer Zivilisation.

Jorge Manrique: Seine Coplas a la muerte de su padre (Verse über den Tod seines Vaters) sind eines der bedeutendsten poetischen Denkmäler der kastilischen Literaturgeschichte. Sie zeichnen sich durch Nüchternheit, Zurückhaltung und tiefe emotionale Kraft aus.

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