Mittelalterliche Lyrik: Provenzalisch, Galicisch und Arabisch

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Lyrik in provenzalischer Sprache

Die provenzalische Lyrik entstand aus der Troubadourdichtung und erhielt ihren lyrischen Charakter durch bekannte Autoren. Ihre Kompositionen wurden von Spielleuten verbreitet. Die Troubadours schufen eine anspruchsvolle Kunstform: Der Vers wurde durch die Anzahl der Silben bestimmt und sollte strengen Assonanzregeln folgen.

Genres der provenzalischen Poesie

  • Cansos: Kompositionen über die Liebe, die die feudale Ideologie widerspiegeln; Liebesbeziehungen werden wie das Verhältnis zwischen Herr und Vasall behandelt.
  • Sirventes: Dienten als Ausdruck von Wut, Kritik oder persönlichen Angriffen.

Das Konzept der höfischen Liebe

Da die Troubadoure eng mit den Höfen verbunden waren, hatte dies einen entscheidenden Einfluss auf ihre Arbeit. Höfische Tugenden standen im Gegensatz zur vermeintlichen moralischen und sozialen Verrohung der „Schurken“. Die Begriffe umfassten Treue, Tapferkeit und Großzügigkeit. Die höfische Liebe wurde als Kunst der Höflichkeit und als Dienst an der Dame, einem höheren Wesen, verstanden. Der Liebende durchläuft dabei vier Phasen:

  • Er wagt noch nicht, seine Gefühle auszudrücken.
  • Er offenbart seine Gefühle.
  • Er wird von der Dame erhört.
  • Er wird ihr Liebhaber.

Galicisch-portugiesische Lyrik

Die Lieder der Liebe (Cantigas de amor) übertreffen die provenzalischen Vorbilder. Sie wurden aus der Provence übernommen. Das lyrische Ich ist ein Mann, der sich über die Gleichgültigkeit oder Feindseligkeit einer Dame beklagt. In diesen Liedern werden Freude, Trauer und Qual thematisiert; das Ambiente ist eher städtisch geprägt.

Neben den Liebesliedern gibt es Spottlieder und religiöse Texte.

Cancionero de Escarnio (Spottlieder)

Dieses umfasst zwei Arten von Kompositionen:

  • Sketche/Spottlieder: Humorvolle oder satirische Darstellungen.
  • Fluchlieder: Direkte Angriffe auf bestimmte Gruppen oder Einzelpersonen.

Religiöse Lieder

Hierzu zählen die Cantigas de Santa Maria, Werke von Alfons X. dem Weisen, die Geschichten und Wunder erzählen.

Lyrik in arabischer und hebräischer Sprache

In Al-Andalus erschienen zwei Arten von Strophengedichten: das Zejel und die Muwashshah. Das Grundthema beider Formen ist die Liebe, häufig homosexueller Art, sowie urbane Motive und Hinweise auf Flora und Fauna.

  • Zejel: Wurde im klassischen Arabisch verfasst und bald von hispanischen Juden übernommen, die das klassische Hebräisch verwendeten. Die letzte Strophe endet mit einem Gedicht, der sogenannten Jarcha, die in arabischer Umgangssprache verfasst ist.
  • Muwashshah: Wurde im arabischen Dialekt verfasst und enthielt keine Jarcha.

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