Mittelalterliche Lyrik und die Troubadour-Dichtung

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A) Der Ursprung der mittelalterlichen Lyrik

Der Ursprung der mittelalterlichen Lyrik ist in der römischen Welt zu finden: Einerseits durch die großen lateinischen Dichter wie Ovid und Vergil, andererseits durch die Präsenz von Musik, Gesang und Tanz bei gesellschaftlichen Veranstaltungen. Der Inhalt umfasst verschiedene mittelalterliche Gesellschaftsformen: die tief christlich geprägte religiöse Gesellschaft sowie die feudale Gesellschaft.

B) Die Akteure der Lyrik

  • Troubadour: Komponierte Titel in der Landessprache für ein höfisches Publikum.
  • Poet: Verfasste lateinische Gedichte, oft mit religiöser Inspiration, für die individuelle Lektüre.
  • Jongleur: Interpretierte oder sang Lieder und trug Gedichte vor, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

D) Die okzitanische Lyrik

Die erste Manifestation kultivierter Lyrik wurde in der romanischen Sprache Okzitanisch (oder Provenzalisch) verfasst. Diese Sprache schuf eine künstliche poetische Variante – eine Koine – mit festen Regeln. Sie entstand in Südfrankreich und verbreitete sich später in Norditalien und Katalonien.

F) Die Kunst der Troubadours

Die Troubadours folgten starren Regeln der Komposition. Ein Gedicht bestand aus einer Reihe von Strophen oder Couplets, die durch Assonanz verbunden waren. Die zentralen Themen waren Liebe, Krieg und Tod.

Wichtige Vertreter

  • Berenguer de Palol: Gilt als einer der ältesten katalanischen Troubadoure.
  • Cerverí de Girona: Ein katalanischer Troubadour, dessen Kompositionen umfangreich erhalten sind; er war am königlichen Hof tätig.

Ramon Llull

Ramon Llull, der erste große Lyriker, der auf Katalanisch schrieb, ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten der europäischen Kultur des Mittelalters. Er gilt als Schöpfer der literarischen katalanischen Sprache.

  • Umwandlung: Sein Leben erfuhr einen plötzlichen und radikalen Wandel, der ihn dazu brachte, den Hof und seine Familie zu verlassen.
  • Missionar: Er predigte das Christentum in Nordafrika mit dem Ziel, Muslime zu bekehren, was ihn in schwierige Situationen brachte.
  • Schriftsteller: Sein Werk zeichnet sich durch intellektuelle Tiefe und literarische Qualität aus. Er nutzte verschiedene Genres wie Traktate, Bücher und Dialoge, um seine Botschaft zu vermitteln.
  • Intellektueller: Er stand in Kontakt mit den wichtigsten Gelehrten seiner Zeit und setzte sich für die Gründung von Klöstern und die Förderung der universitären Bildung ein.

Lírica Trobadoresca

Die Kunst der Troubadours erforderte ein hohes Maß an Können und die Einhaltung strenger metrischer Regeln. Die Gedichte drehten sich um drei Hauptbegriffe: Liebe, Krieg und Tod.

Genres der Troubadour-Lyrik

  • Fin'amor (Hofliebe): Ein Lobgesang auf die Schönheit und Würde der Dame. Der Troubadour nimmt die Rolle eines Vasallen ein, der seiner Herrin Treue schwört.
  • Alba und Pastorela: Die Alba drückt den Schmerz der Liebenden bei der Trennung im Morgengrauen aus. Die Pastorela erzählt von der Begegnung zwischen einem Ritter und einer Hirtin.
  • Sirventes: Ein Genre, das sich mit Krieg, Politik oder moralischen Themen befasst.
  • Planh: Ein Klagelied für einen Verstorbenen.

Tirant lo Blanc: Ein „totaler“ Roman

Der Roman zeichnet sich durch verschiedene Dimensionen aus:

  • Historisch: Geografisch identifizierbar (England, Sizilien, Griechenland) mit realen zeitgenössischen Bezügen.
  • Sozial: Repräsentation verschiedener Klassen (Könige, Sklaven, Herren) und Sitten der Epoche.
  • Militärisch: Detaillierte Beschreibung der Biografie eines Ritters sowie militärischer Strategien.
  • Sentimental/Erotisch: Großer Wert auf Liebe und Erotik.
  • Psychologisch: Tiefe Analyse der Charaktere, die über zeitgenössische Archetypen hinausgeht.

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