Die moderne Philosophie: Von der Renaissance zur Aufklärung
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Die moderne Philosophie
Die Renaissance und der Humanismus
Die Neuzeit beginnt mit einer Übergangsphase, die als Renaissance bekannt ist. Sie entstand Ende des 14. Jahrhunderts in Italien als eine Bewegung der Erneuerung und des Wandels, die sich vor allem im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts entfaltete. Diese Veränderungen manifestierten sich im Humanismus durch eine neue Art des Menschenverständnisses und eine neue Herangehensweise an die Natur. Es entstand die moderne Wissenschaft, die auf einer hypothetisch-deduktiven Methode basiert, sowie die moderne Politikwissenschaft.
Der anthropozentrische Blick
Der Begriff Humanist beschreibt eine Gruppe von Autoren, die sich auf eine anthropozentrische Sicht der Wirklichkeit konzentrieren. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Reflexion; er versteht sich als verantwortlich für sein eigenes Schicksal und preist die Vernunft als seine Besonderheit, die ihm Autonomie verleiht. Gleichzeitig entdecken sie die Objektivität der Natur, in die der Mensch durch theoretische und praktische Kenntnis der Gesetze eingreifen kann, um sie sich dienstbar zu machen.
Die wissenschaftliche Revolution
Es entwickelte sich die wissenschaftliche Revolution (Kopernikus, Galilei und Newton), deren Bemühungen die Naturbeobachtung durch mathematische Prinzipien ersetzten, anstatt sich auf metaphysische Spekulationen zu stützen. Ihre Arbeit beeinflusste die moderne Wissenschaft maßgeblich:
- Die Konzeption des Universums als unendliches System
- Die heliozentrische Theorie
- Das mechanistische Modell physikalischer Gesetze
Ohne die hypothetisch-deduktive Methode von Galileo wäre dies nicht möglich gewesen. Er öffnete die Tür, um durch mathematische Modelle und Experimente eine einheitliche Erklärung für das Universum zu finden, was schließlich in Newtons Prinzip der universellen Gravitation gipfelte.
Rationalismus und Empirismus im 17. Jahrhundert
Nach der hoffnungsvollen Renaissance folgte eine Zeit der Krise und des Ungleichgewichts. Das 17. Jahrhundert war geprägt von instabilen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Verhältnissen in Europa. Auf ideologischer Ebene manifestierte sich eine „geistige Krise“ durch den Fortschritt der Wissenschaft und die Verherrlichung der Vernunft.
- Rationalismus: Ausgehend von Descartes, Spinoza und Leibniz konzentrierten sich die Denker auf die Frage nach der Herkunft des Wissens. Sie suchten die Wahrheit allein durch den Gebrauch der Vernunft und wiesen die sinnliche Erfahrung zurück.
- Englischer Empirismus: Als Reaktion darauf entstand mit Locke, Berkeley und Hume eine Gegenbewegung. Sie behaupteten, dass alles Wissen aus der Erfahrung stammt, welche sowohl Ursprung als auch Grenze unserer Erkenntnis bildet.
Die Aufklärung im 18. Jahrhundert
Im 18. Jahrhundert zeigten sich die Auswirkungen des neuen Geistes des 16. und 17. Jahrhunderts. Es ist das Zeitalter des Optimismus und der menschlichen Vernunft (Voltaire, Rousseau, Diderot). Wissenschaftliche Durchbrüche führten zu einem grenzenlosen Vertrauen in den Fortschritt der Menschheit. Die Werte der Aufklärung sind:
- Fortschritt und Menschlichkeit
- Würde und Freiheit
- Natur und Vernunft
Die menschliche Vernunft ist der Schlüsselbegriff; sie sollte keiner höheren Autorität unterworfen werden, da sie universell für alle Menschen gilt. Der Unterschied zwischen zivilisierten und primitiven Lebensweisen liegt im Gebrauch der Vernunft, weshalb die Bedeutung der Bildung besonders hervorgehoben wird.