Der moderne Roman: Tradition vs. neue narrative Techniken
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Die Vergangenheit (Romane von Galdós, Clarín etc.) ist der häufigste Ansatz im zeitgenössischen Roman.
Traditioneller vs. moderner Roman
Der traditionelle Roman umfasst eine Reihe von Romanen, die im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild des Werks von Balzac geschrieben wurden. Vergleicht man diese mit den Romanen, die in unserem Jahrhundert veröffentlicht wurden, lassen sich folgende Unterschiede feststellen:
- 1. Allwissender Autor versus das Verschwinden des Autors: Im traditionellen Roman ist der Autor in der Geschichte präsent und lenkt sie. Im Gegensatz dazu beginnt sich der Autor im modernen Roman zu verstecken; er zieht es vor, dass sich die Geschichte von selbst erzählt und alle notwendigen Berichte liefert.
- 2. Das Prestige der Handlung (Argument): Die Handlung oder Geschichte ist das wichtigste Element des traditionellen Romans. Heutzutage gibt es jedoch Romane, die überhaupt keine Handlung haben. In anderen wiederum fehlt ein individueller Charakter, stattdessen gibt es einen kollektiven Charakter. Dem kollektiven Helden fehlt zwangsläufig eine persönliche Geschichte.
- 3. Der Antiheld: Im zeitgenössischen Roman ist der Protagonist oft eine Figur, die in ihren Umständen gefangen und im Widerspruch mit sich selbst ist. Ein Beispiel hierfür ist Franz Kafkas Werk Der Prozess, in dem der Protagonist seiner eigenen Identität beraubt ist und nicht einmal einen echten Namen trägt.
Neue narrative Techniken
Der moderne Roman unterscheidet sich vom traditionellen durch die Nutzung neuer narrativer Techniken, die im Einklang mit dem neuen Konzept des Romans stehen. Die wichtigsten Techniken sind:
- 1. Der innere Monolog: Diese Technik weist den höchsten Grad an Subjektivität im Roman auf, da die Stimme des Erzählers abwesend ist und die Perspektive der Figur eingenommen wird.
- 2. Der Kontrapunkt: Hierbei werden mehrere Geschichten miteinander verbunden und abwechselnd dargestellt. Der Begriff Kontrapunkt stammt aus der Musik und wurde von Aldous Huxley in seinem Roman Kontrapunkt auf die Literatur übertragen. Diese Technik verleiht dem Roman mehr Dynamik und präsentiert die Gleichzeitigkeit von Zeiten, Orten oder Personen ohne vorherige Ankündigung.
- 3. Der Behaviorismus: Diese Technik basiert auf der Objektivität der Erzählung. Der Autor verschwindet vollständig, und die Figuren im Roman vermitteln uns die Botschaft allein durch ihr Verhalten oder Handeln. Dies zeigt eine Abkehr vom individuellen Akteur zugunsten der Gruppe.
- 4. Flashback (Rückblende): Er bricht die chronologische Ordnung und die lineare Erzählung auf, um an Ereignisse zu erinnern, die sich zu einem früheren Zeitpunkt als die eigentliche Geschichte abgespielt haben.