Motivation, Lernen und Aufmerksamkeit im Sportunterricht: Grundlagen und Theorien
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Motivation, Lernen und Aufmerksamkeit im Sportunterricht
1. Motivation und Bewegung im Leben von Kindern
2. Welche Gründe bewegen Menschen zur Bewegung, und welche Faktoren wirken zusammen, damit sich ein Kind selbst als wirksam erlebt?
Bewegung wirkt sich wie folgt aus:
- Sie fördert das Entfalten des menschlichen Potenzials (Effizienz, physiologisches und psychisches Gleichgewicht).
- Sie ermöglicht die soziale Integration.
- Sie verbessert das Selbstwertgefühl und die psychischen Ressourcen.
3. Welche Gründe bewegen Menschen zur Bewegung, und wie entwickeln sich die Faktoren weiter, die ihre Anpassung an die soziale Welt ermöglichen?
- Kommunikation: Austausch von Gefühlen, Ausdruck, Klärung, Simulation.
- Gruppenerfahrung: Zusammenarbeit im Team, Wettkampf, Führung.
- Kulturelle Dimension: Teilnahme an sportlichen Aktivitäten, Wertschätzung von Bewegung, kulturelles Verständnis.
4. Was verstehst du unter Reifung und Entwicklung (Wachstum)?
Reifung (Qualität der Matrix)
- Die biologische Reifung erreicht der Körper mit dem Abschluss der allgemeinen Entwicklung.
- Die psychische Reifung erreicht das Subjekt mit seiner vollen Entfaltung und Ausgeglichenheit.
- Reifungszustände bestehen aus funktionalen Fähigkeiten, die später optimiert werden, auch wenn sie nur auf dem vorhandenen Potenzial beruhen.
Wachstum (quantitative Matrix)
Wachstum beschreibt die Zunahme der Größe von Körperteilen und grundlegende Messgrößen wie Körpergröße, Statur, Kraft und Reife. Normalerweise verläuft Wachstum gleichmäßig, doch nicht immer: Es kann zu einem verlangsamten oder beschleunigten Wachstum kommen.
Entwicklung
Entwicklung beschreibt die Veränderungen, denen der Mensch durch seine Existenz unterliegt. Man kann sie als globales Konzept verstehen, das Wachstum und Reifung umfasst. Jeder Mensch passt sich seiner Umwelt und den Lebensbedingungen in jedem Moment an, und zwar mit den Möglichkeiten seiner individuellen Anlagen.
5. Was ist die allgemeine Definition des Lernens nach Vázquez (2001), und wie wird es im Unterricht umgesetzt?
Lernen ist eine dauerhafte Veränderung im Verhalten, die den Erwerb von Verhaltensweisen, Strategien, Fähigkeiten und Einstellungen umfasst. Es beschreibt die Fähigkeit, bestimmte Handlungen auszuführen, die als Ergebnis von Erfahrung und Übung entstehen.
6. Definiere das Konzept des Lernens, das im Unterricht rechtzeitig angewendet wird.
Lernen ist ein Prozess, bei dem man Wissen aufnimmt, Handlungen einübt und Haltungen entwickelt. Dieser Inhalt umfasst drei Bereiche: Konzepte (was der Schüler wissen soll), Verfahren (was der Schüler können soll) und Einstellungen (wie der Schüler handeln soll).
7. Welches sind die beiden großen Theorien des Lernens? Nenne zwei Vorschläge von jeder der beiden.
Verhaltenstheorie (Skinner) basiert auf dem Ergebnis (Produkt) sowie auf Reiz-Reaktions-Verbindungen, bei denen bestimmte Kombinationen Reaktionen hervorrufen. Der Schüler ist passiv.
Kognitive Theorien (Piaget, Kofke, Brewer) beschreiben die Verarbeitung von Informationen. Lernen geschieht durch Beobachtung. Die Übertragung von Informationen kann durch Demonstration, Beschreibung, verbale Darstellung oder Grafik erfolgen.
8. Welche pädagogischen Grundprinzipien ergeben sich aus der kognitiven Theorie?
- a) Die wahrnehmbaren Merkmale der dargebotenen Inhalte sind wichtig für das Lernen.
- b) Die Organisation des Wissens im Gedächtnis steht im Mittelpunkt des Lernens.
- c) Das Lernen zielt auf ein langfristiges Verständnis ab.
- d) Die kognitive Rückmeldung betont den Erwerb richtiger Lösungen und korrigiert fehlerhaftes Lernen.
- e) Die Festlegung klarer Ziele und eine starke Motivation sind für das Lernen entscheidend.
9. Was ist der Kernpunkt jedes Lernens nach der Verhaltens- und der kognitiven Theorie?
Verhaltenstheorie: Der Schüler führt eine Reihe aufeinanderfolgender Handlungen aus, die zuvor strukturiert wurden. Er folgt einem Programm, dessen Endform dem entspricht, was er lernen soll.
Kognitive Theorie: Hier stehen intellektuelle Prozesse im Vordergrund: Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Interpretation und Lernprozesse.
10. Welche Implikationen hat die kognitive Psychologie für Lehren und Lernen?
- Der aktive Prozess des Lernens wird durch Sinneserfahrungen und den Lehrer beeinflusst.
- Das Lernen hängt sowohl von den Ergebnissen als auch von den inneren Prozessen des Schülers ab.
- Es sind zwei Arten von Aktivität einzurichten: Strategien des Lehrens und des Lernens.
11. Wie wird das Lernen nach der Verhaltenstheorie konkret umgesetzt?
Es basiert auf dem Ergebnis (Produkt) des Lernens. Durch Reize und Reaktionsverbindungen entstehen bestimmte Kombinationen, die Reaktionen hervorrufen. Der Schüler ist dabei eher passiv und nicht aktiv am Lernprozess beteiligt.
12. Geplantes Lehren: Womit ist die Verhaltenstheorie verbunden, wer war ihr Begründer und was schlägt sie vor?
Die Verhaltenstheorie ist mit dem Behaviorismus verbunden. Ihr Begründer war Skinner. Der Schüler führt nacheinander eine Reihe vorstrukturierter Handlungen aus und folgt einem Programm, dessen Endform dem entspricht, was er lernen soll.
13. Konstruktivistisches Lernen: Nenne seine grundlegenden Voraussetzungen.
- Ausgehend vom Entwicklungsniveau des Schülers.
- Die Schule soll sicherstellen, dass der Aufbau des Lernens bedeutsam ist.
- Die erzieherische Intervention soll so gestaltet sein, dass Schüler bedeutsam lernen können (lernen, zu lernen).
- Bedeutsames Lernen setzt voraus, dass Schüler neues Wissen mit vorhandenem verknüpfen.
- Bedeutsames Lernen erfordert eine aktive Beteiligung des Schülers an der Tätigkeit.
14. Was bezeichnen wir als „kognitive Brücke“ und welchem Zweck dient sie im Lernprozess?
Die kognitive Brücke ist die Struktur im kognitiven System des Schülers, die vorhandenes Wissen mit neuen Informationen verknüpft. Sie dient dazu, dass Schüler relevante Inhalte aufnehmen, indem sie neue Lerninhalte aktiv mit bereits bekannten verbinden.
15. Erstelle ein Schema des Modells der „Informationsverarbeitung“ mit den Bestandteilen des motorischen Lernens.
Sensorische Einträge
Wahrnehmungsmechanismus (liefert Informationen über die Umwelt und die eigenen Möglichkeiten)
Entscheidungsmechanismus (wählt auf Grundlage der Informationen die passende Reaktion aus)
Effektormechanismus (führt die Reaktion organisiert und an die Umgebung angepasst aus)
Reaktion
19. Welche Variablen des Programms und des Kontexts können die motorische Leistung des Schülers beeinträchtigen?
Kontextvariablen: Kein Schüler, Geschlecht, Phase der Erziehung, Räume und Ausstattung, Zeit, Organisationsmängel der Klasse.
Programmvariablen: Ziele, Inhalte, Tagesablauf der sportlichen Aktivitäten.
20. Was verstehst du unter Selbstkonzept? Wie lautet die „Ich-Form“?
Das Selbstkonzept ist die eigene Meinung einer Person über ihre Persönlichkeit und ihr Verhalten (nach Valor, Vázquez, 2001). Es ist eine soziale Interaktionsform, die aus Gruppen- und Verhaltenserfahrungen entsteht. Die Meinung, die wir von uns selbst haben, ist wichtig für unsere Wahrnehmung.
21. Psychologie: In jedem Menschen finden wir drei Persönlichkeiten. Welche drei Möglichkeiten sind das und welche Implikationen haben sie für das pädagogische Niveau?
- 1. Das Ich, wie man sich selbst sieht (Selbstkonzept)
- 2. Das Ich, wie andere einen sehen
- 3. Das Ich, wie man wirklich ist (Selbstwissen)
Kognitives Niveau (intellektuell): Gedanken, Meinungen, Glaube, Wahrnehmung und Verarbeitung äußerer Informationen. Erfahrungen der Vergangenheit, Überzeugungen und Wissen prägen unsere Persönlichkeit.
Emotionales Niveau (affektiv): Bewertung der eigenen Eigenschaften. Gefühle, ob sie angenehm oder unangenehm sind.
Verhaltensniveau: Entscheidung zu handeln, die in konsequentes Verhalten in der Praxis mündet.
22. Erkläre die Beziehung zwischen schulischer Leistung und Selbstkonzept. Welche Rolle sollten Lehrende dabei übernehmen?
Es handelt sich um eine gegenseitige Beeinflussung, die auch vom Einfluss anderer Variablen abhängt, etwa persönlicher, schulischer und sozialer Faktoren. Ein positives Selbstbild steigert die Beteiligung der Schüler und damit ihre schulische Leistung. Lehrende sollten das Selbstkonzept der Schüler stärken, um so ihre Leistung zu verbessern.
23. Welche Faktoren bestimmen nach Fox (in Vázquez, 2001) das physische Selbstkonzept?
- Sportliche Kompetenz
- Körperliche Attraktivität
- Kondition
- Körperliche Robustheit
24. Was verstehst du unter Motivation? Warum ist sie eine Variable, der im Lernprozess große Bedeutung zukommt?
Motivation bedeutet, dass Menschen Aktivitäten beginnen, aufrechterhalten und mit mehr oder weniger Intensität ausführen, um Ziele zu erreichen (Vázquez, 2001). Sie ist eine komplexe Variable, weil Persönlichkeit, Umwelt, kognitive Komponenten, Gefühle und Gruppe zusammenwirken. Sie ist für die Reaktion der Schüler im Lernprozess von grundlegender Bedeutung.
25. Welche Dimensionen der Motivation wirken?
- Richtung: Welche Gründe zu einer Aktivität führen.
- Intensität: Menge an Energie (ganzheitliche Bemühungen), die für etwas zur Verfügung steht.
- Dauer: Zeit, die Anstrengung und Aufmerksamkeit aufrechterhalten werden.
26. Was bedeuten Motivation zur „Leistung“, zur „Zugehörigkeit“ und zur „Macht“?
- Leistungsmotiv: Bedürfnis nach Leistung (Misserfolg vermeiden, Erfolg erreichen).
- Zugehörigkeitsmotiv: Soziale Motivation, herzliche Beziehungen zu finden (nicht abgelehnt zu werden).
- Machtmotiv: Wunsch nach Ansehen in einer Gruppe, Status oder Einfluss.
27. Welche externen Variablen beeinflussen die Motivation?
- Soziale Verstärkung: Anerkennung bestimmter Verhaltensweisen durch das soziale Umfeld.
- Kulturelle Werte: Jede Gesellschaft bevorzugt bestimmte Verhaltensweisen, die für junge Menschen wichtig sind (diese Werte sind dynamisch).
- Merkmale der Aufgabe: Wie der Schüler die Aufgabe wahrnimmt. Mögliche Mängel können die Motivation im Unterricht beeinträchtigen.
- Erwartungen anderer Personen: Der Einfluss der Umwelt (Eltern, Lehrkräfte, Freunde) prägt, was wir tun oder lassen, und kann eine wichtige Quelle der Motivation sein.
28. Beschreibe zwei kognitive Variablen, die das Motivationskonzept beeinflussen.
- Ziele: Erreichung eines bestimmten Niveaus in einem Tätigkeitsbereich innerhalb einer bestimmten Zeit. Einzelpersonen unterscheiden sich stark in ihren Zielen.
- Erwartungen: Vorstellungen über zukünftige Ziele in Bezug auf unsere Ansprüche (Aufgabe und Wirksamkeit als Ergebnis).
- Anreize: Ursache oder Grund, der uns zu etwas bewegt. Ein Anreiz fördert die Leistung.
- Wahrgenommene Wirksamkeit: Die intrinsische Motivation der Schüler, sich kompetent zu fühlen. Sie hängt mit der körperlichen Verfassung und der Wahrnehmung eigener Kompetenz zusammen.
29. Welche persönlichen Variablen beeinflussen das Motivationskonzept?
Introversion:
- Erfolg bei hoher Aufmerksamkeit, Mängel
- Geringere Beteiligung
- Niedrige oder keine Wettbewerbsfähigkeit
Extraversion:
- Mehr Wettbewerbsfähigkeit
- Höhere Beteiligung
- Kooperationsfähigkeit
30. Was verstehst du unter Aufmerksamkeit? Wie viele Arten gibt es und wie stehen sie mit den Lernprozessen in Beziehung? Definiere jede Art.
Aufmerksamkeit: Die mentale Funktion, durch die wir uns auf bestimmte Objekte oder Erklärungen konzentrieren.
- Willentliche Aufmerksamkeit: Ganzheitliche Anstrengung, um sich auf einen bestimmten Inhalt zu konzentrieren, den man im Unterricht lernen soll.
- Unwillkürliche Aufmerksamkeit: Entsteht durch einen Reiz, der ohne eigene Absicht die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
31. Was sollten Lehrende im Hinblick auf die Art der Aufmerksamkeit der Schüler erreichen?
Lehrende sollten ein hohes Aufmerksamkeitsniveau bei den Schülern erreichen, und zwar in den beiden Formen der Aufmerksamkeit, die im Unterricht eine Rolle spielen.
32. Welche Beziehung besteht zwischen Aufmerksamkeit und motorischer Leistung der Schüler?
Aufmerksamkeit erleichtert die motorische Leistung der Schüler: Je höher das Aufmerksamkeitsniveau, desto größer die motorische Entwicklung. Das Aufmerksamkeitsniveau kann als Vorhersage für die motorische Leistung der Schüler dienen.