Musikepochen: Klassik, Romantik und Musik der Welt
Der Klassizismus (18. Jahrhundert)
Der Klassizismus war geprägt von den Idealen der Aufklärung: Vernunft, Ausgewogenheit, Klarheit und universelle Harmonie. Die Musik orientierte sich an Klarheit der Form und Ausgewogenheit.
Instrumentalmusik
- Klaviersonate: meist für Klavier oder ein Soloinstrument, mit drei oder vier Sätzen, schnell-langsam-schnell (Kontrast der Tempi), oft im Tanzcharakter (Menuett).
- Sinfonie: für Orchester (Streicher, Holzbläser, Blechbläser, Schlagzeug), meist drei oder vier Sätze: schnell – langsam – schnell.
- Solokonzert: Ein Soloinstrument wird von einem Orchester begleitet; Raum für virtuose Entfaltung des Solisten.
- Kammermusik: z. B. das Streichquartett (2 Violinen, 1 Viola, 1 Violoncello). Sie richtete sich an das gebildete Bürgertum mit musikalischen Kenntnissen.
Vokalmusik
Opera buffa: heitere, komische Thematik.
Die Romantik (19. Jahrhundert)
Die Romantik entstand im Kontext der Industriellen Revolution und des Triumphs des Bürgertums. Im Mittelpunkt standen Gefühl, Emotionen und individueller Ausdruck des Komponisten.
Instrumentalmusik
- Klavier- und Violinstücke für den Unterricht, Balladen und Nocturnes.
- Kammermusik für Interpreten im Familien- oder Freundeskreis.
Orchestermusik
Die romantische Sinfonie nutzte maximal das Ausdruckspotenzial und die klangfarblichen Möglichkeiten des Orchesters (mit bis zu 60–75 Musikern in vier Instrumentenfamilien: Holzbläser, Streicher, Blechbläser und Schlagzeug).
Sinfonische Dichtung
Die sinfonische Dichtung ist programmatisch und orientiert sich an einem literarischen, poetischen oder erzählenden Text.
Nationale Schulen
- Frankreich: große Oper und lyrische Komik.
- Italien: Belcanto und Verismo.
- Deutschland: Musikdrama.
Ende des 19. Jahrhunderts und Übergang zur Moderne
Am Ende des 19. Jahrhunderts traten Postromantik, Impressionismus und Nationalismus hervor, begleitet von radikalen Neuerungen der musikalischen Sprache, Experimenten und dem patriotischen Gefühl nationaler Bewegungen.
- Postromantik: Fortsetzung der romantischen Klangsprache.
- Impressionismus: In Frankreich entstand eine subtile, unbestimmte Gefühlswelt, die Grandiosität vermied und die Suche nach neuen Klangfarben betonte.
Der Erste Weltkrieg markierte einen tiefen Einschnitt in die musikalische Entwicklung.
Musik anderer Kulturen
Die Ethnomusikologie untersucht die Musik aller Kulturen, nicht nur der schriftlich überlieferten westlichen Kunstmusik. Die mündliche Überlieferung, anonyme Urheberschaft und die breite Verbreitung prägen die Volksmusik vieler Kulturen.
Asien
- Indien: klassische Musik, Bollywood sowie religiöse Musik und Unterhaltung; typische Instrumente sind Perkussion und Saiteninstrumente, mit monodischer Textur.
- Indonesien: zweistimmige, polyphone Strukturen von großer Komplexität.
- China: tausendjährige Tradition, Oper und Klassik.
Afrika
Afrika zeichnet sich durch einen großen Reichtum an Ethnien, Stämmen und Varietäten aus. In der Subsahara-Region erfüllt Musik soziale Funktionen; charakteristisch sind Polyphonie und Polyrhythmik. In Nordafrika prägen die klassische arabische Musik und die Folklore die Kultur, die auch den Okzident beeinflusst hat.
Lateinamerika
Lateinamerikanische Musik vereint indianische, afrikanische und europäische Einflüsse. Die Andenmusik (Bolivien, Peru, Ecuador) ist einstimmig und von Perkussion und Blasinstrumenten geprägt. Die euroafroamerikanische Musik entstand in Ländern wie Brasilien, Kuba und Kolumbien und dient sozialen, religiösen und unterhaltenden Zwecken.