Romantik, Renaixença und Volksliteratur: Ein Überblick

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Die Romantik: Eine ästhetische Revolution

Die Romantik war eine ästhetische Bewegung, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts begann und fast ein Jahrhundert andauerte. Sie prägte nicht nur die Kunst, sondern auch die Empfindlichkeit und die Einstellungen europäischer Künstler: Eine neue Art, die Welt zu sehen, die Leidenschaft über die Vernunft stellt und eine Haltung der Rebellion einnimmt.

Kernfunktionen der Romantik

  • Revolte: Auf der einen Seite stehen die Verfechter des Klassizismus und der Vernunft, auf der anderen die Befürworter kreativer Freiheit und der Bedeutung der irrationalen Welt menschlicher Leidenschaften.
  • Zustand des Geistes: Unzufriedenheit ist das grundlegende romantische Gefühl. Dies führt zu zwei gegensätzlichen Einstellungen: Enthusiasmus, wenn das Individuum mit Leidenschaft nach Idealen sucht, oder Enttäuschung, die sogenannte Melancholie.
  • Literarisches Programm: Da die Romantik das Ziel verfolgt, zu bewegen, greift sie oft auf Innovationen zurück. Sie lehnte strenge Regeln wie die drei Einheiten ab und verteidigte die Freiheit der Versform.

Die Renaixença: Wiedergeburt der katalanischen Kultur

Die Renaixença bezeichnet die Bewegung zur umfassenden Wiederbelebung der katalanischen Kultur und Identität im 19. Jahrhundert, insbesondere durch die Aufwertung der Sprache und Literatur. Sie begann 1833 mit Aribaus Veröffentlichung von La Pàtria und endete 1877 mit Verdaguers L'Atlàntida und Guimeràs Werk.

Bedeutende Schriftsteller der Renaixença

  • Joaquim Rubio i Ors: Beeinflusst von Aribau, war er einer der Restauratoren der Jocs Florals (Blumenspiele) in Barcelona.
  • Manuel Milà i Fontanals: Entscheidender Einfluss durch seine Studien zur mittelalterlichen katalanischen Literatur.
  • Marià Aguiló: Sammelte Lieder und volkstümliche Traditionen und prägte die Ausrichtung der literarischen Sprache.

Volksliteratur: Tradition und Mündlichkeit

Die Volksliteratur umfasst mündliche Äußerungen, die aus dem Bedürfnis heraus entstanden sind, Erfahrungen, Überzeugungen, Ängste und Wünsche auszudrücken. Sie wird oft anonym überliefert und ist meist in Versform verfasst, um das Auswendiglernen zu erleichtern.

Gattungen der Volksliteratur

  • Legenden: Frühe Manifestationen der Populärkultur, die den Ursprung von Völkern erklären.
  • Lieder: Kurze, leicht zu merkende Musikstücke für den Alltag oder Feste.
  • Theater: Ursprünglich religiös, entwickelte es sich hin zur weltlichen Unterhaltung.
  • Fabeln und Sprüche: Vermittlung von Weisheit und Erfahrung.
  • Religiöse Kompositionen: Dazu gehören Goigs (Freudenlieder), Lobgesänge und Weihnachtslieder.
  • Weltliche Lieder:
    • Romanzen: Poetische Kompositionen mit unbegrenzter Verszahl.
    • Corrandes: Kurze Lieder aus vier heptasyllabischen Versen.
    • Follies: Improvisierte Debatten zwischen Glosadors.
    • Wiegenlieder: Monotone Rhythmen mit lautmalerischen Klängen für Kinder.

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