Musikformen und Merkmale des Barock
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 5,81 KB
Unterschiede zwischen religiösen und weltlichen Kantaten
Die weltliche Kantate ist eine musikalische Form, die kürzer als eine Oper ist und zum Singen geschrieben wurde. Sie orientiert sich an der Struktur der Motette und der Oper.
Die religiöse Kantate besteht aus einem religiösen Text mit instrumentaler Begleitung (Orchester) für einen oder mehrere Solisten (mit oder ohne Chor). Sie wurde häufig im protestantischen Gottesdienst eingesetzt.
Ursprünglich war die weltliche Kantate eine Quelle, die jedoch schnell in die Kirche übernommen wurde.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Passion und Messe
Die Passion ist ein Oratorium über das Leiden und Sterben Christi, das traditionell in der Karwoche aufgeführt wird.
Die Messe ist eine religiöse musikalische Form, die meist in lateinischer Sprache verfasst ist. Messen können a cappella (nur für menschliche Stimmen) oder mit Orchesterbegleitung aufgeführt werden.
Instrumentale Formen des Barock
Toccata: Eine instrumentale Form, die Merkmale der polyphonen Motette übernimmt. Normalerweise ein Werk für Tasteninstrumente mit mehreren Stimmen (3-4).
Suite: Ein Musikstück, das aus einer Folge kurzer Tänze besteht. Sie gilt als eines der ersten Orchesterwerke, in dem feste Formen erscheinen. Eine Suite vereint Tänze unterschiedlichen Charakters und Rhythmus. Sie kann für ein Soloinstrument, eine kleine Instrumentengruppe oder ein Orchester komponiert sein.
Sonate: Eine Instrumentalkomposition für ein Soloinstrument (z. B. Flöte, Oboe, Violine), meist begleitet von einem Basso continuo. Häufig ist auch die Besetzung mit zwei Melodieinstrumenten und Basso continuo. Im Gegensatz zur Kantate ist sie rein instrumental („gespielt“ statt „gesungen“).
Konzert: Eine instrumentale Form, die in den letzten zwei Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts entstand und zu einer der bedeutendsten Formen des Barock wurde. Es ist für ein oder mehrere Soloinstrumente und Orchester komponiert und meist in drei Sätzen gegliedert (schnell-langsam-schnell). Die Geige war das bevorzugte Instrument. Es wird zwischen Tutti und Solo unterschieden.
Vokale Formen des Barock
Barocke Vokalformen unterteilen sich in weltliche und religiöse Werke.
Weltliche Formen:
- Oper: Profane Musik mit instrumentaler Begleitung, bestimmt für die szenische Darstellung.
- Madrigal: Eine bereits in der Renaissance entstandene Form für drei bis sechs Stimmen. Es beeinflusste die Motette und war die wichtigste weltliche Form seiner Zeit.
- Weltliche Kantate: Eine kürzere Form als die Oper, geschrieben zum Singen.
Religiöse Formen:
- Oratorium: Ein nicht-liturgisches Werk mit erzählendem Charakter, ohne szenische Darstellung, das religiöse Inhalte musikalisch vermittelt.
- Religiöse Kantate: Besteht aus einem religiösen Text, begleitet von Solisten oder einem Chor.
- Passion: Eine Art der Kantate über den Tod Christi, die zu Ostern aufgeführt wird.
- Messe: Religiöse Form, meist in lateinischer Sprache.
- Motette: Religiöse Form mit Orchesterbegleitung und Basso continuo.
Liturgische vs. nicht-liturgische Texte
Liturgische Texte sind fester Bestandteil der Liturgie (z. B. Kyrie, Gloria oder Teile der Messe). Nicht-liturgische Texte behandeln zwar religiöse Themen, sind jedoch kein fester Bestandteil des liturgischen Ablaufs.
Die Oper: Herkunft und Eigenschaften
Die erste Oper, L'Orfeo von Monteverdi, wurde 1607 in Mantua uraufgeführt. Die Oper kombiniert Gesang und Instrumente, Text und Musik sowie theatralische Darstellung, begleitet von einem Bass.
Frühe Werke unterteilen sich in:
- Rezitativ: Lyrisches Stück, das die Handlung vorantreibt.
- Arie: Lyrisches Stück mit Fokus auf die Musik.
Allgemeine Merkmale des Barock
Charakteristisch ist die begleitete Melodie, bei der eine Stimme hervortritt. Der Bass bildet das harmonische Fundament. Wichtige Instrumente sind Orgel, Cembalo, Laute, Theorbe und Viola da gamba.
Barocke Komponisten und Epochen
- 1. Periode: Oper, Monteverdi (Italien).
- 2. Periode: Entwicklung der Kantate, Vivaldi, Francesca Caccini, Barbara Strozzi (Italien, Frankreich, England).
- 3. Periode: Konzert, Bach, Händel (Deutschland, England).
Konzertformen
Concerto Grosso: Eine rein barocke Form, geschrieben für eine Gruppe von Solisten (Concertino) und Orchester (Ripieno).
Solokonzert: Geschrieben für einen Solisten und Orchester, betont Virtuosität und den Kontrast zwischen Solist und Orchester.
Toccata, Kantate und Sonate
Toccata: Virtuoses Stück für Tasteninstrumente.
Kantate: Säkulares oder religiöses Werk, kürzer als eine Oper, nicht szenisch dargestellt.
Sonate: Instrumentales Stück; man unterscheidet zwischen Sonata da camera (Kammer) und Sonata da chiesa (Kirche).
Die Suite
Eine Zusammenstellung von Tänzen unterschiedlichen Tempos und Charakters (z. B. Allemande, Courante, Sarabande, Gigue, Menuett, Bourrée, Gavotte). Sie wird von einem Soloinstrument oder einer Instrumentalgruppe gespielt.