Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts: Epochen und Stile
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Impressionismus
Eine Bild- und Musikbewegung, die im späten 19. Jahrhundert entstand. Künstler neigten dazu, visuelle Musik zu schaffen, um den Eindruck von Klängen beim Menschen zu verstärken. Traditionelle melodische Linien und pentatonische Skalen wurden durch Dissonanzen und unklare Rhythmen ersetzt. Hauptvertreter: Debussy.
Expressionismus
Dieser Stil zeichnet sich durch einen verzweifelten Blick auf die Welt aus und schafft eine kritische Sprache, die die Wirklichkeit verfremdet. Es entstand ein neues Konzept der Harmonie, das traditionelle Regeln ablehnt und auf kontinuierliche Dissonanz sowie freie Melodien setzt. Hauptvertreter: Schönberg.
Zwölftontechnik
Von Schönberg als Komposition mit 12 Tönen ohne feste Beziehung zueinander definiert. Sie basiert auf der chromatischen Skala, wobei die Töne in einer Reihe angeordnet werden. Diese unterliegt drei Veränderungen: Retrograde, Inversion und Krebsumkehrung.
Nationalismus
Ein Aufschwung in der Musik von Nationen, die zuvor musikalisch wenig beachtet wurden. Dazu zählen Russland, Böhmen, Skandinavien, Ungarn, England, Spanien und die USA.
Neoklassizismus
Eine Bewegung, die in Frankreich begann und sich international verbreitete. Sie ist eine Reaktion gegen den Expressionismus und kehrt zu alten Modellen wie den Werken von Bach und Händel zurück. Der Stil ist einfach und klar.
Serialismus
Eine Kompositionsweise, die nicht nur Töne in Reihen anordnet, sondern auch Rhythmen, Klangfarben und Intensitäten systematisch organisiert.
Atonalität
Eine Kompositionsweise ohne tonales Zentrum, um das die harmonische Sprache kreisen könnte.
Claude Debussy (1862–1918)
Förderer des Impressionismus. In seinem Werk „Prélude à l'après-midi d'un faune“ zeigt sich der Einfluss symbolistischer Literatur (Mallarmé). Weitere Werke: „Drei Nocturnes“, „La Mer“ und „Clouds“.
Maurice Ravel (1875–1937)
Ein Musiker mit enger Verbindung zu Spanien. Sein Werk ist von symbolistischen und exotischen Trends geprägt. In „Boléro“ und „La Valse“ nutzt er meisterhaft das Orchester und spanische Einflüsse.
Manuel de Falla (1876–1946)
Geboren in Cádiz, geprägt durch die Krise von 1898. Er verkörpert den spanischen musikalischen Nationalismus. Wichtige Werke: „La vida breve“, „El amor brujo“, „Der Dreispitz“ und „Nächte in spanischen Gärten“. Beeinflusst von andalusischer Folklore.
Igor Strawinsky (1882–1973)
Ein Innovator der Musikgeschichte. In „Le Sacre du printemps“ ist die rhythmische Entwicklung zentral. Weitere Einflüsse: Jazz („Ragtime“), religiöse Musik („Messe“) und Alte Musik („Oedipus Rex“).
Arnold Schönberg (1885–1951)
Schöpfer der Zwölftontechnik. Bekannte Werke: „Suite für Klavier“, „Pierrot Lunaire“. Sein Frühwerk umfasst impressionistische („3 Klavierstücke“) und spätromantische Einflüsse („Pelleas und Melisande“). Er war Schüler von Gustav Mahler.
Elektroakustische Musik
Verbindet elektrische Klänge mit konkreten Geräuschen.
Musique concrète
Basiert auf Klängen aus der realen Welt. Der Begriff wurde von Pierre Schaeffer geprägt, da die Klänge von konkreten Objekten stammen. Sie ist teilweise vom Lärm des Futurismus inspiriert.
Minimalismus
Entstanden ab 1960. Fokus auf Einfachheit, um technische Komplexität und emotionale Konflikte der westlichen Musik zu umgehen.
Aleatorik (Zufallsmusik)
Musik, bei der der Autor nicht alles festschreibt. Die Musiker müssen bei der Ausführung improvisieren oder Lücken füllen.
Popmusik
Entstand in den 1950er Jahren, als die Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Ablehnung gegenüber traditionellen Werten ausdrückte.
Jazz
Entstand in der afroamerikanischen Kultur. Charakteristisch sind reiche Rhythmen, komplexe Harmonien und die Improvisation als kompositorische Basis.