Musikgeschichte: Von der Antike bis zum Mittelalter

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Musik im antiken Griechenland

Die Musik war von zentraler Bedeutung für die griechische Gesellschaft. Die großen Philosophen sprachen über die Musik und vertraten die Ansicht, dass sie ein essenzieller Teil der Erziehung von Kindern und Erwachsenen sein müsse. Sie glaubten, dass Musik die Einflüsse und den Charakter einer Person maßgeblich formt. Zu den bedeutendsten Autoren dieser Zeit zählen Platon, Aristoteles, Ptolemäus und Pythagoras.

Pythagoras betrachtete Musik nicht nur als künstlerisches Prinzip, sondern definierte das harmonische Intervall als physikalisches Phänomen basierend auf Zahlenverhältnissen:

  • 1/2: Oktave (8. Intervall)
  • 2/3: Quinte (5. Intervall)
  • 3/4: Quarte (4. Intervall)
  • 4/5: Große Terz (3. M)
  • 5/6: Kleine Terz (3. m)

Diese Erkenntnisse wurden an Saiten und Röhren gewonnen. Pythagoras erkannte zudem, dass eine Änderung der Spannung die Tonhöhe beeinflusst. Die Griechen entwickelten Skalen basierend auf Tetrachorden (vier Töne). Zwei Tetrachorde bildeten eine Skala, wobei sie nicht in einem System von sieben Einzeltönen dachten. Musik wurde vor allem bei sozialen Großveranstaltungen eingesetzt; ohne Text galt sie oft nicht als vollwertige Musik. Auch in der griechischen Tragödie war Musik fest verankert.

Die Epoche der Gotik

Dieser Zeitraum entspricht dem 12. Jahrhundert. Die Gotik nahm ihren Ursprung in Frankreich und führte bauliche Neuerungen wie den Spitzbogen (Ogive) ein. Die Architektur zeichnet sich durch filigrane Mauern, große Fenster und hohe Türme (Nadeln) aus, die ein Gefühl der Erhabenheit vermitteln. Diese Kunstform findet sich vor allem in Kirchen und Kathedralen wieder.

Während sich die romanische Kunst auf den gregorianischen Choral (eine ruhige Monodie) bezieht, ist die gotische Kunst mit der Polyphonie und lebendigen Rhythmen verbunden.

Ars Nova

Die Ars Nova entstand ebenfalls in Frankreich. In dieser Ära begann die Musik, den traditionellen gregorianischen Gesang abzulösen. Es wurde das Konzept der Isorhythmie (gleicher Rhythmus und Farbe) eingeführt. Zudem etablierte sich die Mensuralnotation, die erstmals feste Notenwerte definierte. Musikalische Phrasen wurden harmonisch aufeinander abgestimmt. Mit der Schlusskadenz entstanden erste Vorstellungen von moderner Harmonie. Die weltliche Musik gewann an Bedeutung, und die Notenwerte wurden zunehmend kürzer.

Der Gregorianische Choral

Die Ursprünge des gregorianischen Gesangs liegen im traditionellen jüdischen Gottesdienst. Zur Zeit des Römischen Reiches hielten die Gläubigen ihre Riten aufgrund von Verfolgungen im Geheimen ab, etwa in Katakomben oder Privathäusern. Da die ersten Christen Juden waren, übernahm das Christentum viele ihrer Gesänge, insbesondere das Responsorium. Es wird vermutet, dass der Solist oft der ehemalige Vorsänger der Synagoge war.

Diese Gottesdienste fanden meist bei Sonnenuntergang statt. Die Musik wurde auswendig gelernt und war schlicht gehalten. Anfänglich wurde der Gesang von Instrumenten begleitet, auch während der Messe. Doch zwei Jahrhunderte später wurden Instrumente verbannt. Bis zum 10. Jahrhundert war instrumentale Begleitung im Ritus untersagt, sodass es sich um reinen A-cappella-Gesang handelte.

Zuerst wurden Psalmen gesungen, später wurde die Eucharistie zum zentralen Teil des Ritus. Allmählich entwickelten sich liturgische Feiern über den gesamten Tag hinweg. Die Teile der Messe unterteilen sich in das Ordinarium (gleichbleibende Teile) und das Proprium (spezifische Teile). Ab dem 3. Jahrhundert wurden vermehrt volkstümliche Melodien adaptiert.

Spielleute, Troubadoure und Trouvères

Troubadoure waren höher gebildet als einfache Spielleute. Sie widmeten ihre Lieder oft edlen und gebildeten Frauen (höfische Liebe). Diese Bewegung entstand im 11. Jahrhundert in Südfrankreich. Die Troubadoure verfassten sowohl die Musik als auch die Texte. Mit dem Aufstieg des Bürgertums wurden sie teilweise als Hofbeamte angestellt. Ihre Sprache war das Provenzalische (Okzitanisch).

Etwa 50 Jahre später entstanden in Nordfrankreich die Trouvères, die auf Französisch sangen. Ihre Ära endete ebenfalls etwa 50 Jahre nach der der Troubadoure. Heute existieren noch rund 4.000 Texte, von denen etwa 30 % mit Notationen überliefert sind. Die Troubadoure entwickelten verschiedene Liedgattungen, und ihre Kunst breitete sich über Deutschland, Spanien und Italien aus.

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