Musikgeschichte: Texturen, Choral und Troubadoure

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Arten von musikalischen Texturen

A) Arten von Texturen:

  • Monodie: Die Textur ist einfach; es handelt sich um die Interpretation einer einzigen melodischen Linie ohne Begleitung.
  • Polyphonie: Dies ist eine Textur, die sich aus der gleichzeitigen Kombination von zwei oder mehr Melodien ergibt.
  • Homophonie (Akkordik): Die Musik ist vertikal entwickelt, das heißt, die Stimmen bilden gemeinsam Akkorde. Die vier Töne des Akkords sind so auf die Stimmen verteilt, dass sie denselben Rhythmus haben. Der Text bleibt für den Zuhörer verständlich, da alle Stimmen gleichzeitig dieselbe Silbe singen.

Für tiefe Stimmen wird ein anderer Schlüssel als der Violinschlüssel verwendet: der Bassschlüssel in der vierten Zeile. Um ihn zu lesen, orientiert man sich an der dritten Linie oder dem darüber liegenden Zwischenraum.

Kontrapunktische Struktur: Der Kanon

Im Kanon tritt die Polyphonie zeitversetzt auf. Das bedeutet, die Stimmen beginnen nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander, sodass der Eindruck entsteht, dass die Stimmen einander imitieren. Im imitativen Kontrapunkt ist der Text für den Hörer oft schwer verständlich, da mehrere Stimmen gleichzeitig verschiedene Silben singen. Die Musik entwickelt sich hierbei horizontal.

Das Leben flämischer Komponisten

Sowohl Heinrich Isaac als auch Arnold von Bruck wurden in Flandern geboren und standen als Komponisten im Dienst des Kaisers. Während dieser Zeit zogen die besten Musiker Europas von einem Hof zum anderen, angezogen von wirtschaftlichen Vorteilen und der künstlerischen Erfahrung an den jeweiligen Standorten.

Ein gängiges Kompositionsverfahren der Zeit bestand darin, Polyphonie auf Basis von Volksmelodien zu schreiben. Der Komponist nahm eine originelle Melodie und reicherte sie durch die Technik des Kontrapunkts um zwei oder mehr zusätzliche Stimmen an. Tanzmusik wurde allgemein als besonders geeignet für Instrumente angesehen.

Merkmale des Gregorianischen Chorals

„Es ist religiöse Vokalmusik.“ Der Text stammt aus der lateinischen Bibel, insbesondere aus Passagen des Alten Testaments. Diese Musik ist monodisch verfasst, bestehend aus einer einzigen Melodie ohne jegliche musikalische Begleitung. Es handelt sich um A-cappella-Musik, was bedeutet, dass man nur Stimmen hört.

Die Musik entwickelt sich in einer ruhigen Atmosphäre, die zur Reflexion und zum Gebet anregt. Das Ziel des Gregorianischen Chorals ist es, das „Heilige Wort“ zu vermitteln. Er wurde im Tetragramm (4-Linien-System) notiert, das von Guido von Arezzo erfunden wurde. Papst Gregor der Große (Papst im frühen Mittelalter) sammelte hunderte religiöse Melodien, die unter dem Namen „Gregorianischer Choral“ zusammengefasst wurden.

Die Musik der Troubadoure

Parallel zur religiösen Musik entwickelte sich im Mittelalter die weltliche Musik. Diese wurde von Troubadours gesungen, adligen Musikern, die zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert auftraten. Das Hauptthema war meist die höfische Liebe. Andere Lieder übten Kritik am Adel oder Klerus, erzählten von Schlachten oder Kriegen oder waren satirischer Natur.

Im Gegensatz zum Gregorianischen Choral wurden diese Lieder nicht auf Latein, sondern in Volkssprachen wie Galicisch, Kastilisch oder Französisch verfasst. Die Troubadour-Musik hatte einen ausgeprägteren Rhythmus als der gregorianische Gesang und wurde von Instrumenten wie der Laute oder der Vihuela begleitet. Diese Tradition breitete sich von der Provence über ganz Europa aus.

Auf der Iberischen Halbinsel sind zwei Namen besonders hervorzuheben: Martin Codax und Alfons X. von Kastilien („der Weise“), der die Komposition der Cantigas de Santa Maria förderte – eine Sammlung von über 400 Melodien zu Ehren der Jungfrau Maria, geschrieben in Altgalicisch.

Spielleute (Minstrels)

Die Protagonisten der populären Lieder im Mittelalter waren die Spielleute (Jongleurs). Sie waren Menschen einfacher Herkunft, die von Stadt zu Stadt reisten und ihren Lebensunterhalt mit Akrobatik, dressierten Tieren, Musik und dem Singen von Heldenepen oder Troubadour-Liedern verdienten.

Musikalische Schulen und Instrumente

Bedeutende Schulen

  • Italienische Schule: Herausragend ist hier Giovanni Pierluigi da Palestrina.
  • Flämische Schule: Zu ihr gehören Josquin des Prez und Orlando di Lasso.
  • Spanische Schule: Wichtige Vertreter sind Francisco Guerrero, Cristóbal de Morales und Tomás Luis de Victoria (der bedeutendste spanische Komponist vor Manuel de Falla).

Instrumente

Es gibt Instrumente, die mehrere Melodien gleichzeitig spielen können (polyphon), wie die Laute, die Orgel oder das Cembalo (ein Vorläufer des Klaviers). Andere Instrumente sind monodisch, das heißt, sie können nur eine Melodie spielen, wie die Flöte oder die Bratsche. Diese wurden oft in Gruppen eingesetzt, um gemeinsam polyphone Stücke zu interpretieren.

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