Muskelgewebe: Funktionen, Arten und Aufbau im Überblick

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Funktionen des Muskelgewebes

  • Produktion von Körperbewegungen: Ermöglicht die aktive Fortbewegung und Gestik.
  • Stabilisierung der Körperhaltung: Hält den Körper in aufrechter Position.
  • Regulierung des Organvolumens: Steuerung der Füllmenge von Hohlorganen.
  • Transport von Stoffen im Körper: Beförderung von Blut, Nahrung und anderen Substanzen.
  • Produktion von Wärme: Aufrechterhaltung der Körpertemperatur durch Muskelaktivität.

Eigenschaften von Muskelgewebe

Muskelgewebe zeichnet sich durch vier wesentliche Merkmale aus: elektrische Erregbarkeit, Kontraktilität (Fähigkeit zur Verkürzung), Dehnbarkeit (Extensibilität) und Elastizität.

Arten von Muskelgewebe

Es gibt drei grundlegende Arten von Muskelgewebe:

  • Quergestreifte Skelettmuskulatur: Diese Muskeln dienen dazu, die Knochen zu bewegen. Sie arbeiten in der Regel willkürlich (bewusst gesteuert).
  • Herzmuskulatur (Myokard): Sie befindet sich ausschließlich im Herzen und bildet einen Teil der Herzwand. Ihre Bewegung erfolgt unwillkürlich.
  • Glatte Muskulatur: Sie ist Bestandteil der Wände von Blutgefäßen, Atemwegen und verschiedenen Eingeweiden. Diese Art der Muskelbewegung ist fast immer unwillkürlich.

Struktur der quergestreiften Muskulatur

Jede Muskelfaser ist von einer sehr dünnen Bindegewebsschicht umgeben, die Endomysium genannt wird. Viele Fasern bilden ein Bündel (Faszikel), welches wiederum von einem Perimysium umhüllt wird. Viele dieser Faszikel bilden zusammen den Muskel, der von einer Bindegewebshülle namens Epimysium umschlossen ist.

Die Vereinigung aller Bindegewebshüllen am Ende des Muskels bildet die Sehne, welche wiederum fest mit der Knochenhaut (Periost) verbunden ist.

Klassifikation der Muskeln nach ihrer Form

  • Lange Muskeln: Diese befinden sich vorwiegend in den Gliedmaßen.
  • Breite Muskeln: Sie sind eher abgeflacht und befinden sich in Brust und Hinterleib. Ihre Form variiert zwischen flach, gewölbt oder dreieckig.
  • Kurze Muskeln: Man findet sie an Gelenken, wo die Bewegungsradien nicht sehr umfangreich sind.
  • Ringmuskeln: Sie umschließen Körperöffnungen und werden auch als Orbicularis-Muskeln bezeichnet.

Wie Muskeln Bewegungen erzeugen

Skelettmuskeln produzieren Bewegungen durch Krafteinwirkung auf Sehnen, die wiederum an den Knochen und anderen Strukturen wie der Haut ziehen. Die meisten Muskeln überbrücken dabei ein Gelenk und sind an den beteiligten Knochen fixiert. Ein Muskel, der maßgeblich an einer Bewegung beteiligt ist, wird als Agonist bezeichnet.

Muskelermüdung

Wenn Muskelzellen wiederholt ohne ausreichende Ruhezeiten stimuliert werden, sinkt die Kraft der Kontraktion, und es tritt eine Muskelermüdung auf.

Die motorische Einheit

Damit ein Muskel sich zusammenziehen und einen Knochen bewegen kann, muss er zunächst durch Nervenimpulse stimuliert werden. Viele Muskelzellen werden dabei von den Fasern einer einzelnen Nervenzelle, dem sogenannten motorischen Neuron, angesteuert.

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