Mythen und Realitäten der Grammatik im Sprachunterricht
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Einführung
Grammatik wird im Sprachunterricht oft als ein missverstandenes Feld betrachtet. Anstatt Grammatik als ein statisches System willkürlicher Regeln zu sehen, sollte sie als ein rationales, dynamisches System begriffen werden, das sich aus Strukturen zusammensetzt, die durch die drei Dimensionen Form, Bedeutung und Nutzung charakterisiert sind.
Einige Mythen über Grammatik
- Grammatik wird natürlich erworben; sie muss nicht gelehrt werden.
Es ist wahr, dass einige Lernende eine Zweitsprache natürlich und ohne Anleitung erwerben. Zum Beispiel gibt es Einwanderer in die Vereinigten Staaten, die die Beherrschung der englischen Sprache eigenständig erlangen. Chomsky hat zudem gezeigt, dass englische Muttersprachler bestimmte grammatische Strukturen noch bis weit in die Adoleszenz hinein erwerben. - Grammatik ist langweilig.
Dieser Mythos leitet sich von dem Eindruck ab, dass Grammatik nur durch stumpfe Übungen („Drills“) und Auswendiglernen vermittelt werden kann. Grammatikunterricht bedeutet jedoch nicht, dass Schüler Modelle stumpf wiederholen oder Regeln auswendig lernen müssen. - Grammatikalische Strukturen werden nacheinander gelernt.
Lehrer können zwar jeweils eine Grammatikstruktur nach der anderen unterrichten und Studenten können sich zeitweise auf eine einzelne konzentrieren, aber sie müssen nicht eine Struktur perfekt beherrschen, bevor sie die nächste lernen. Es findet eine ständige Wechselwirkung zwischen neuen und alten Formen in der Interlanguage statt. - Grammatik befasst sich nur mit Phänomenen auf Satz- und Satzteilebene.
Grammatik regelt die Syntax oder Wortfolgen, die in einer Sprache zulässig sind. Sie dient auch dazu, Dinge wie die Übereinstimmung (Kongruenz) von Numerus und Person zwischen Subjekt und Verb in einem Satz zu steuern. - Grammatik und Vokabular sind Wissensbereiche; Lesen, Schreiben, Sprechen und Hören sind die vier Fertigkeiten.
Grammatik kann auch als ein Prozess verstanden werden. Sprachlehrer wären nicht zufrieden, wenn ihre Schüler zwar alle Grammatikregeln rezitieren könnten, aber nicht in der Lage wären, sie anzuwenden. Das Ziel ist es, dass Studierende Grammatik unbefangen nutzen können, um ihre kommunikativen Ziele zu erreichen. Wie jede Fertigkeit erfordert dieses Ziel Übung. - Grammatik bietet Regeln und Erklärungen für alle Strukturen einer Sprache.
Linguistische Beschreibungen können niemals für alle Zeit vollständig sein; sie müssen dem sich wandelnden Charakter der Sprache Rechnung tragen.