Nachhaltiges Recycling: Materialien und Verfahren

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Recycling von Papier und Pappe

Recycling von Papier und Pappe: Papiere bilden 20–25 % der festen Siedlungsabfälle. Ein erheblicher Teil davon landet im Abfall oder in der Verbrennung. Das ist eine bedauerliche Tatsache, sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht.

Papier sollte aufgrund seines hohen Cellulosegehalts als wertvoller Rohstoff für die Papierherstellung neu betrachtet werden. Die Kosten für diesen Rohstoff zur Produktion von Recyclingpapier sind gering; zudem erfordert der Prozess weniger Wasser und Energie als die Herstellung aus Holz. Technisch gesehen ist der Prozess der Papierherstellung aus Altpapier dem aus Holz sehr ähnlich.

Glasrecycling: Wiederverwendung von Altglas

Der Anteil von Glas im Siedlungsabfall liegt bei etwa 7–10 %. Es ist ein anorganisches Produkt von sehr langer Dauer und nicht natürlich abbaubar. Einmal weggeworfen, führt die Entsorgung lediglich zu einer bloßen Anhäufung.

Aufgrund der großen Menge an Glasabfällen ist eine Wiederverwendung notwendig. Der Recyclingprozess umfasst das Trennen des Glases nach Farben sowie das Mahlen und Reinigen. Dabei entsteht ein Granulat, der sogenannte Glasbruch. Dieses Granulat wird direkt dem neuen Glasherstellungsprozess zugeführt, wodurch der Schmelzpunkt der Mischung gesenkt wird.

Recycling landwirtschaftlicher Abfälle

Da diese Abfälle vor allem aus organischem Material bestehen, wurden sie früher oft verbrannt, als Bodenverbesserer genutzt oder – bei entsprechendem Nährwert – als Tierfutter verwendet. Derzeit wird die Gesamtheit der organischen Materie, die ihren Ursprung in lebendem Material hat, unter dem generischen Namen Biomasse zusammengefasst und zählt zu den erneuerbaren Energien.

Zur energetischen Nutzung von Biomasse gehören:

  • Direkte Verbrennung
  • Pyrolyse: Zersetzung der Biomasse bei hohen Temperaturen ohne Sauerstoff; dabei werden Kraftstoff, Kohle und Öl gewonnen.
  • Anaerobe Vergärung: Biomasse wird in Biogas umgewandelt, das als Brennstoff verwendet werden kann.

Herausforderungen beim Kunststoff-Recycling

Im Allgemeinen sind Kunststoffprodukte sehr stabil, kaum abbaubar durch atmosphärische oder biologische Wirkstoffe, unlöslich in fast allen Lösemitteln sowie resistent gegen Hitze und Feuchtigkeit. Viele von ihnen sind gute Brennstoffe, aber die Verbrennung unter freiem Himmel erzeugt schwarzen Rauch, Gerüche und giftige Produkte; daher ist sie nicht geeignet.

Ihre hohe Stabilität erfordert die Bereitstellung großer, nutzloser Deponien. Außer in ganz bestimmten Fällen ist ihre Rückgewinnung oft teurer als die Neubeschaffung. Zudem sind die meisten Kunststoffe nicht miteinander vereinbar, was eine sehr sorgfältige Auswahl und Reinigung erforderlich macht. Das Kunststoff-Recycling birgt große Schwierigkeiten bei den Rückgewinnungstechniken und ist aus wirtschaftlicher Sicht oft schwer rentabel zu gestalten.

Gummi-Recycling und Altreifenverwertung

Ein Drittel des hergestellten Gummis wird zu Abfall, der zudem nicht biologisch abbaubar ist. Gummi besitzt eine große Elastizität, die verhindert, dass die Abfälle einfach kompaktieren lassen. Die größte Menge an vulkanisiertem Kautschuk wird für die Herstellung von Reifen verwendet. Für das Recycling gibt es derzeit mehrere Möglichkeiten:

  • Runderneuerte Reifen
  • Pyrolyse
  • Wiederverwendung als Schutzelemente
  • Herstellung geformter Gummiprodukte

Elektro- und Elektronikaltgeräte

Der gefährlichste Teil dieser Abfälle sind die giftigen Stoffe, die für die menschliche Gesundheit und die Umwelt riskant sind. Einige Unternehmen haben damit begonnen, Komponenten elektronischer Geräte zu recyceln, sobald deren Lebensdauer abgelaufen ist. Es existieren Rechtsvorschriften (gültig seit dem 01.01.2006), die den Einsatz von Cadmium, Blei und Chrom in elektronischen und elektrischen Geräten verbieten und das Recycling der Geräte durch die Hersteller vorschreiben.

Umgang mit radioaktiven Abfällen

Dies sind Materialien, die Radioisotope in einem höheren Anteil enthalten, als gesetzlich zulässig ist. Der Großteil stammt aus Kernkraftwerken, aber sie entstehen auch in der Forschung und durch einige klinische Geräte. Sie können fest, flüssig oder gasförmig sein.

Gasförmige Abfälle aus Kernkraftwerken werden nach einer Verarbeitung zur Verringerung der Radioaktivität direkt in die Atmosphäre abgegeben. Feste Abfälle mit mittlerer und niedriger Radioaktivität werden mit Beton gemischt, in Fässer gefüllt, zunächst in der Anlage gelagert und dann an ihren endgültigen Standort transportiert.

Feste Abfälle mit hoher Radioaktivität werden zuerst in der Anlage selbst in mit Wasser gefüllten Betonbecken gelagert. Anschließend werden sie in Wiederaufarbeitungsanlagen gebracht, wo brennbare Stoffe zurückgewonnen werden. Der Rest wird in geologisch stabile Bereiche transportiert, in denen keine Wasserläufe vorhanden sind, und dort in korrosionsbeständigen Behältern vergraben.

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