NANDA-Pflegediagnosen: Methoden, Struktur und Anwendung
Eingeordnet in Medizin & Gesundheit
Geschrieben am in
mit einer Größe von 3,17 KB
Alternative Methoden der NANDA-Pflegediagnostik
Die induktive Methodik zur Erstellung von NANDA-Diagnosen basiert auf der Validierung durch Expertenkomitees. Ziel ist die kontinuierliche Anpassung und Überprüfung existierender Diagnosen bei Bedarf. Ein zentrales Element ist das Rezeptions- und Entscheidungsverfahren (RCD), das einen allgemeinen Rahmen bietet, um bei hoher Variabilität fundierte Entscheidungen zu treffen.
Struktur der NANDA-Diagnosen
- 1. Etikett (Label): Ein prägnanter Name für die Diagnose, der ein Muster menschlicher Reaktionen repräsentiert.
- 2. Definition: Eine klare und präzise Beschreibung zur Abgrenzung der Diagnose.
- 3. Qualifikatoren: Adjektive zur Spezifizierung des Labels (z. B. Defizit, Beeinträchtigung, Störung, Intoleranz).
Abgrenzung: Pflege- vs. Zusammenarbeitsprobleme
Zusammenarbeitsprobleme sind physiologische Situationen oder Komplikationen, bei denen die Pflegekraft nicht die alleinige Verantwortung trägt. Die Ziele konzentrieren sich hier auf die Prävention von Komplikationen, die Überwachung des Zustands und die Umsetzung ärztlicher Anordnungen. Im Gegensatz dazu fokussieren sich Pflegediagnosen direkt auf die Reaktion der Person.
Arten von NANDA-Diagnosen
- Aktuell: Beschreibt die gegenwärtige Reaktion einer Person, Familie oder Gemeinschaft, basierend auf definierenden Merkmalen.
- Risiko: Beschreibt eine potenzielle Reaktion, basierend auf identifizierten Risikofaktoren.
- Gesundheit: Fokus auf das Erreichen eines höheren Gesundheits- oder Wohlbefindensniveaus.
Elemente der diagnostischen Aussagen
- Aktuelle Diagnose: Problem (Label) + Ätiologie (beeinflussende Faktoren) + definierende Merkmale (Symptome/klinische Daten).
- Risikodiagnose: Problem (Label) + Risikofaktoren (pathophysiologische, psychologische oder umweltbedingte Einflüsse).
Das PES-Format und die NANDA-Klassifikation
Die diagnostische Aussage folgt dem Schema: Problem (Label + Qualifikator + Definition), Ätiologie (Faktoren) und Anzeichen/Symptome (definierende Merkmale).
Vor- und Nachteile der NANDA-Klassifikation
Vorteile
- Standardisierte, verschlüsselte Sprache.
- Erleichtert die digitale Pflegeplanung und Dokumentation.
- Kompatibel mit NIC- und NOC-Taxonomien.
- Weltweit anerkannter Standard.
Nachteile
- Fehlende philosophische Schärfe bei der Abgrenzung pflegerischer Kompetenzen.
- Unklare Definitionen für manche menschliche Reaktionen.
- Gleichgewichtung von Haupt- und Nebenmerkmalen.
Beitrag der MT-Louis-Klassifikation
Die Strukturierung nach MT-Louis unterstützt die Anwendung durch:
- Klare Definitionen und Empfehlungen zur Verwendung.
- Zusammenhänge mit spezifischen Merkmalen.
- Leitlinien für die Beurteilung, Leistungskriterien und die therapeutische Umgebung.