Napoleon, der Wiener Kongress und die liberalen Revolutionen

Eingeordnet in Geschichte

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,59 KB

Das Direktorium und der Aufstieg Napoleons

Das Direktorium zwang die Radikalen dazu, ihre Entscheidungen mit Gewalt durchzusetzen. Aus diesem Grund wurden royalistische Aufstände, wie die Verschwörung der Gleichen, brutal niedergeschlagen. In diesem Zusammenhang begann die Vorbereitung für Napoleon, was im Staatsstreich des 18. Brumaire im Jahr 1799 gipfelte. Er versprach den Franzosen Ruhe und ein Ende der Französischen Revolution.

Im Jahr 1802 festigte Napoleon seine Macht als alleiniger Konsul. Der Schwerpunkt der legislativen Arbeit lag auf der Konsolidierung des Geistes von 1791: Es wurde eine neue Verfassung ausgearbeitet, die die Bourgeoisie als dominierende Gruppe festigte. Zudem wurden die Grundlagen für das bürgerliche Gesetzbuch, das Strafgesetzbuch und das Handelsgesetzbuch geschaffen.

Nachdem Napoleon 1804 zum Kaiser ausgerufen wurde, verfolgte er das Ziel, diese Ideale zu exportieren und den Absolutismus in Europa zu beenden. Dies führte zu einer neuen Phase der Kriege, die bis 1814 andauerte. Trotz seiner Niederlage hinterließ Napoleon ein wichtiges Vermächtnis: Als man versuchte, den Absolutismus in Europa wiederherzustellen, reagierte die Bourgeoisie, was zu einer krampfhaften Periode im revolutionären Europa führte.

Der Wiener Kongress

Nach der Niederlage Napoleons trafen sich die Siegermächte (Österreich, Russland, Preußen, England) auf dem Wiener Kongress, um das Ancien Régime wiederherzustellen und die Grenzen von vor 1789 festzulegen. Ziel dieser Konferenz war zudem die Gründung der Heiligen Allianz, um jeden liberalen Ausbruch in Europa zu unterdrücken.

Die liberalen Revolutionen

Nach dem Wiener Kongress und der Wiederherstellung des Absolutismus waren die Liberalen gezwungen, in den Untergrund zu gehen. Dies begünstigte die Entstehung geheimer Gesellschaften, die den Liberalismus durch Unruhen durchsetzen wollten.

  • Erste Welle (1820): Erste revolutionäre Versuche in Spanien, Portugal und einigen italienischen Staaten, die jedoch an der harten Unterdrückung durch die Heilige Allianz scheiterten.
  • Zweite Welle: Diese war allgemeiner und führte zum Triumph des gemäßigten Liberalismus. Es entstand eine neue politische Klasse aus konservativem Bürgertum und Großbourgeoisie, die andere gesellschaftliche Gruppen durch Zensuswahlrecht und mangelnde Freiheiten marginalisierte. In dieser Zeit erlangte auch Belgien seine Unabhängigkeit.
  • Dritte Welle (1848): Diese Revolutionen waren das Ergebnis sozialer Unruhen aufgrund mangelnder Freiheiten und schlechter Lebensbedingungen, die durch das Wachstum des Proletariats verschärft wurden. Erstmals forderte das Proletariat nicht nur politische Rechte (allgemeines Wahlrecht, Versammlungsfreiheit), sondern auch soziale Verbesserungen.

Nationen und nationalistische Bewegungen

Der Nationalismus entstand aus zwei Gründen:

  1. Die Notwendigkeit, einen starken Staat zu schaffen, um sich an die neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten der Industriellen Revolution anzupassen (Wegfall der Binnengrenzen).
  2. Die napoleonische Besetzung vieler europäischer Länder, die ein nationales Bewusstsein geweckt hatte.

Angesichts dieser Entwicklungen entstanden zwei Nationenkonzepte: das französische und das deutsche Modell. Während die erste Nation auf dem Willen des Einzelnen basierte, legte die zweite einen stärkeren Fokus auf geistige Werte statt auf das Individuum.

Verwandte Einträge: