Nationalismus und Imperialismus in Europa: Nationalstaaten & Kolonien

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Triumph des Nationalismus in Europa

Nationalismus: Im Mittelalter und in der Neuzeit bezeichnete das Wort Nation die Gruppe von Menschen, die an einem Ort geboren wurden und unter der Herrschaft desselben Monarchen standen. Seit seinen Ursprüngen gab es zwei unterschiedliche Konzepte des Nationalismus: Die deutschen Romantiker befürworteten die kulturelle Konzeption der Nation (für sie ist die Nation ein lebendiges Wesen, im Laufe der Zeit entstanden, mit gemeinsamer Sprache und Kultur). Die französische Auffassung stellte ein theoretisches Konzept nationaler Politik dar (die Nation sind Menschen, gebildet durch die freiwillige Entscheidung einer Gemeinschaft). Staaten leiteten nationalisierende Politiken ein, und viele Völker kämpften wie Staaten (Bewegungen nacionalistas).

Verstaatlichungspolitik der Staaten

Die Staaten des 19. Jahrhunderts versuchten, nationale Gefühle, den Zusammenhalt der Bevölkerung und ihren patriotischen Stolz zu fördern. Die Bildung konnte durch die Verbreitung einer gemeinsamen Sprache entwickelt werden. Traditionen, Flaggen und Hymnen wurden zu Symbolen des Landes.

Trennende nationalistische Bewegungen

Beispiele für trennende nationalistische Bewegungen sind zahlreich. 1830 spaltete sich Belgien von den Niederlanden und wurde unabhängig. Das größte Problem stellte das Vielvölkerreich Österreich‑Ungarn dar, das im 19. Jahrhundert inneren Spannungen widerstand; ähnlich zerfiel das Osmanische Reich im Laufe des Jahrhunderts, da es aus diversen Bevölkerungen bestand. Im 19. Jahrhundert strebten viele dieser Gruppen nach Unabhängigkeit.

  • Der erste, der sich von den Osmanen trennte, war Serbien (1829).
  • Es folgten Griechenland, Rumänien, Montenegro, Bulgarien und Albanien.
  • In Irland entstand ebenfalls eine Unabhängigkeitsbewegung; 1922 wurde ein Teil unabhängig, im Norden blieb britische Herrschaft bestehen.

Unifizierende Bewegungen: Italien und Deutschland

Die italienische Halbinsel war in mehrere Staaten geteilt, z. B. das Königreich Lombardo‑Venetien unter österreichischer Herrschaft. Der Einigungsprozess Italiens wurde durch politische, militärische und gesellschaftliche Faktoren vorangetrieben.

In Deutschland förderten wirtschaftliche Mechanismen die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Staaten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seit 1862 beschleunigten König Wilhelm I. von Preußen und sein Ministerpräsident Otto von Bismarck die Einigung durch militärische Maßnahmen. 1871 entstand das Deutsche Reich (das sogenannte Zweite Reich).

Ursprünge des europäischen Imperialismus

Was ist Imperialismus? Der Begriff Imperialismus bezeichnet die Ausdehnung der Herrschaft eines Landes über ein anderes. Das Land, das Kolonien eroberte, nennt man die Metropole, und die eroberten Gebiete sind die Kolonien. In den 16. und 17. Jahrhunderten waren Portugal und Spanien die größten Imperien; besonders im 19. Jahrhundert traten neue Protagonisten auf: Großbritannien und Frankreich waren die großen Kolonialmächte, aber auch andere europäische Länder (Deutschland, Italien und Belgien) sowie außereuropäische Machtinteressen beteiligten sich an der imperialistischen Expansion.

Die Expansion des 19. Jahrhunderts verlief schnell und häufig umfassend. Die Eroberungen lassen sich durch die militärische Überlegenheit der kolonialisierenden Länder erklären. Die Gründe für diese Expansion waren vielfältig.

Wirtschaft

Mit der Zunahme der Produktion infolge der Industriellen Revolution wuchs der Bedarf an Märkten und Rohstoffen. Kolonien dienten als Absatzmärkte für Industrieprodukte und waren oft zollpflichtig. Gleichzeitig zogen sie Kapital an, z. B. durch den Bau öffentlicher Infrastruktur (Eisenbahnen). Sie boten billige Rohstoffe für die Industrien der Metropolen.

Politische Faktoren

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