Nationalismus und Staatsbildung im 19. Jahrhundert
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 5,4 KB
Definition von Staat und Nation
Für den französischen Staat bedeuteten Staat und Nation ursprünglich dasselbe, doch das änderte sich später. Eine Nation wird als eine Gruppe von Menschen definiert, die Gemeinsamkeiten wie Sprache, Religion oder Staatsrechte teilen. Ein Staat hingegen ist die politische und administrative Organisation, die Gesetze erlässt und über ein eigenes Territorium verfügt. Innerhalb eines Staates können verschiedene Nationen existieren, was man als Vielvölkerstaat bezeichnet.
Wirtschaftliche Begriffe und Protektionismus
Protektionistische Politik: Diese Regeln schützen den heimischen Markt. Markt: Überall dort, wo Waren verkauft werden. Zölle (Pflichten): Dies sind Steuern, die gezahlt werden müssen, um Produkte von einem Markt zum anderen zu transportieren.
Die Einigung von Italien und Deutschland 1871
Italien und Deutschland versuchten im Jahr 1871, einen gemeinsamen Staat zu bilden. Italien verfolgte zwei Wege zur Staatsbildung:
- Die absolute Monarchie: Errichtung einer Monarchie, um alle anderen Gebiete zu erobern und zu vereinheitlichen (Piemont).
- Die Revolutionäre: Jeder sollte seine eigene nationale Revolution durchführen, wobei sie nach außen hin als Monarchisten (Garibaldi) auftraten.
Ziele des Nationalismus
Nationalismus kann mehrere Ziele verfolgen:
- Die Vereinigung einer Nation, die auf mehrere Staaten verteilt ist, in einem einzigen Staat.
- Die Schaffung eines unabhängigen Nationalstaates, dem die Menschen angehören möchten.
- Das Erreichen von Macht innerhalb einer Nation, was im Rahmen einer staatlichen Autonomie eigene Gesetze bedeutet.
Unabhängigkeit von Griechenland und Belgien
Griechenland erklärte seine Unabhängigkeit (1821–1829), um eigenständig zu werden. Die Griechen sind orthodox (ortodotxes) und glaubten, ohne die Türken besser leben zu können. Belgien strebte 1830 die Unabhängigkeit von den Niederlanden an.
Der Weg zum Deutschen Kaiserreich unter Bismarck
Für Deutschland gab es zwei Möglichkeiten:
- Großdeutschland: Ganz Europa, in dem Deutsche lebten, sollte in einem einzigen Land vereint werden (Preußen, Österreich und die 30 deutschsprachigen Kleinstaaten).
- Kleindeutschland: Die 30 Staaten sollten unter der Führung (Kindermädchen) Preußens ohne Österreich vereinigt werden.
Preußen und Österreich waren bereits groß genug. Um zu expandieren und Produkte in allen Ländern zu verkaufen, war eine politische Einheit erforderlich. Daher bildeten diese Länder 1860 einen gemeinsamen Markt, den Zollverein.
Kapitalismus und soziale Transformation
Kapitalismus: Die wirtschaftliche Macht liegt beim Kapital. Das Ziel ist es, in Europa reich zu werden. Alle Länder eiferten England nach, da es über einen guten und expandierenden Markt verfügte.
Im Jahr 1871 verfolgte Otto von Bismarck das Ziel, Deutschland unter der Führung Preußens zu vereinen. Er wollte ein wirtschaftlich starkes, preußisches Land schaffen und einen kapitalistischen Staat etablieren. Trotz Problemen mit Österreich und Frankreich bereitete er eine Armee mit moderner Waffentechnologie vor. Preußen konnte die Einigung ohne Schwierigkeiten vollziehen, und das Zweite Deutsche Reich (Reich II) wurde proklamiert. Die Schweiz befand sich inmitten all dieser Unruhen (all der Scheiße) und entschied sich für die Neutralität.
Der Kapitalismus entstand durch die Industrie, was einen sozialen Wandel auslöste. Der Bürger ist der Eigentümer, während der Arbeiter nur seine Arbeitskraft besitzt, die er gegen einen Lohn an den Bürger verkauft.
Die Entstehung der Arbeiterbewegung
Arbeiterbewegung und wirtschaftliche Veränderungen: Die Arbeiter begannen, politische Ansichten zu entwickeln.
- Frühe Arbeiterbewegung: Sie war geprägt von Unmut, ohne klare Ziele oder Ursachenkenntnis.
- Luddismus (Luddisme): Eine Form der Arbeiterbewegung, bei der Maschinen und Fabriken zerstört wurden.
Es ging dabei immer um zwei Kernfragen:
- Vereinigungen: Arbeiter wollten Gewerkschaften gründen, um solidarisch füreinander einzustehen.
- Gegenseitiger Schutz: Um gemeinsam zu überleben, wurde Geld in eine Art Lebens- und Lohnversicherung (Seguru) eingezahlt.
Arbeitervereinigungen verteidigen die Interessen der Arbeitnehmer, primär die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit. Utopischer Sozialismus: Er motivierte Proteste für soziale Gerechtigkeit. Der Streik (Haran-Streik) war die erste große Bewegung: Die Verweigerung der Arbeit, um Druck auszuüben. Ohne finanzielle Rücklagen war dies jedoch schwer durchzuhalten. Diese Gruppe kam anfangs nicht recht voran, da ihre Ansätze oft als unrealistisch galten. Dennoch strebten sie nach mehr Gleichheit (Igualtat) im Vergleich zum Kapitalismus.