Nautisches Glossar: Fachbegriffe der Schifffahrt erklärt

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Anker

Ein Instrument aus Eisen, schwer und stark, in der Form einer Harpune oder eines Hakens. Es wird am Ende eines Seils, einer Kette oder eines Kabels mit dem Schiff verbunden, ins Wasser geworfen und hält das Schiff am Grund.

  • Pfluganker (Abbildung 1-37)
  • Danforth-Anker (Abbildung 1-35)

Ankerwinde

Eine Maschine mit horizontaler Achse, die verwendet wird, um Ketten zu heben. Ein Eisenmechanismus, der Kettenstopper genannt wird, dient dazu, die Kette zu greifen und zu stoppen. Oft übernehmen Trommeln (Kabeltrommeln oder Verholspills) das Einholen der Last.

Gypsy (Kettennuss)

Ein Teil der Ankerwinde in Form einer Trommel mit Kerben, in die die Kettenglieder greifen. Die Kettennuss wird in Gang gesetzt, wenn die Rolle gedreht wird, um den Anker zu heben. Sie kann entkoppelt werden und ist fest mit der Bremse verbunden, um die Welle zu drehen und die Verholspills an den Enden zu nutzen.

Klüse

Die Öffnung, durch die die Ankerkette geführt wird.

Steuer

Ein Blatt aus Holz oder Metall, das vertikal positioniert ist und sich um eine Achse hinter dem Schiff dreht, um das Schiff zu lenken (gleichbedeutend mit Ruder).

  • Regelmäßiges Ruder: Das gesamte Blatt befindet sich hinter der Drehachse (Abbildung 1-48).
  • Balanciertes Ruder: Das Ruderblatt befindet sich auf beiden Seiten der Welle (Abbildung 1-49).

Propeller

Das treibende Element eines motorisierten Bootes.

  • Steigung: Die theoretische Strecke, die ein Propeller bei einer vollen Umdrehung zurücklegen würde.
  • Schlupf: Der Verlust des theoretischen Vortriebs, da der Propeller Wasser verdrängt.
  • Durchmesser: Zweimal die Entfernung vom Zentrum des Kerns bis zur Spitze des Blattes (Abbildung 1-52).
  • Verstellpropeller: Die aktiven Flächen der Blätter sind nicht schraubenförmig.
  • Multi-Propeller: Die Blätter bilden eine Einheit mit dem Kern und verfügen über einen Mechanismus zur Änderung der Steigung.
  • Linksgängiger Propeller: Dreht sich bei Rückwärtsfahrt so, dass er nach links steuert.
  • Rechtsgängiger Propeller: Dreht sich bei Rückwärtsfahrt so, dass er nach rechts steuert.

Kavitation

Ein Phänomen, bei dem der Propeller mehr Wasser saugt, als das Boot verdrängt. Dies führt zu geringerer Dichte (Wasser + Luft), Vibrationen und Geräuschen. Zur Kompensation werden Opferanoden installiert.

Tauwerk (Cabos)

Bezeichnung für alle Seile an Bord, unabhängig vom Material.

  • Struktur: Mehrere Fasern bilden die Filasse, mehrere Filassen bilden eine Kardeel, mehrere Kardeele bilden ein Tau.
  • Chicote: Das Ende eines Seils.
  • Bucht: Der Bogen oder die Krümmung zwischen den Enden eines Seils.
  • Stehender Teil: Der längste Teil oder Hauptabschnitt eines Seils.
  • Gaza (Auge): Eine ringförmige Schlaufe am Ende eines Seils.
  • Boza: Ein kurzes Stück Seil (2-3 Meter) mit Haken oder Öse zum Festmachen.

Poller

Stücke, meist aus Eisen, an Deck oder am Kai, um Schiffe festzumachen (belegen).

Toter Anker

Ein schwerer Block aus Eisen, Stein oder Zement, der fest am Grund liegt und als Befestigung für Bojen oder Baken dient.

Tonnen und Baken

Schwimmkörper, die am toten Anker befestigt sind, um Gefahren, Kanäle oder Hafeneinfahrten zu markieren.

Fender (Defense)

Werkzeug, um das Boot vor Stößen oder Reibung am Dock oder anderen Booten zu schützen.

Bootshaken

Ein Holzstab mit einem Haken am Ende, um beim An- oder Ablegen zu assistieren.

Künstliche Faserseile

  • Polyester: Hohe Ausdauer, flexibel, sinkt, unempfindlich gegen Umwelteinflüsse.
  • Nylon: Sehr kräftig und elastisch. Verwendung: Anker, Liegeplätze.
  • Polypropylen: Sehr abriebfest, schwimmfähig.
  • Kevlar: Extrem stark, kaum elastisch, sehr teuer. Verwendung: Fallen und Schoten bei Regattasegelbooten.

Nautische Begriffe

  • Krängung: Die Neigung des Schiffes zur Seite.
  • Aufrichten: Das Zurückkehren des Schiffes in die aufrechte Position.
  • Luv: Die Seite, von der der Wind kommt.
  • Lee: Die Seite, die vom Wind abgewandt ist.
  • Holen: Ein Seil oder eine Kette ziehen.
  • Tesar: Ein Seil oder eine Kette straffen.
  • Fieren (Lascar): Ein Seil kontrolliert loslassen oder senken.
  • Arria: Ein Ende komplett lösen.
  • Loswerfen: Ein Seil vollständig freigeben und trennen.

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