Neoklassizismus: Kunst und Architektur im 18. Jahrhundert
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Vom Rokoko zum Neoklassizismus
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Rokoko aus dem Barock: Die Dekoration wurde dichter und der Stil verschob sich. Giebel, Streichhölzer und gewundene Säulen erschienen in geschwungenen Formen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Neoklassizismus als Gegenbewegung zum Barock und Rokoko. Er ist charakterisiert durch seine Inspiration von griechisch-römischen klassischen Kunstformen.
Die Französische Revolution beendete das frühere Regime und die Macht des Adels. Die aufstrebende Bourgeoisie erlangte wirtschaftliche und politische Macht. Sie wurde zur neuen herrschenden Klasse, und die Kunst wurde an ihren Geschmack angepasst.
Merkmale des Neoklassizismus
Von der Mitte des 18. bis zum 19. Jahrhundert vollzog sich ein großer Wandel weg vom Rokoko. Der Neoklassizismus ließ sich von der griechisch-römischen Welt inspirieren. Die Aufklärung lieferte die Ideen zur Verteidigung der Vernunft. Es entstand eine rationale Kunst, die von Gelehrten, Architekten, Malern und Bildhauern getragen wurde. Es erfolgte eine Identifizierung zwischen Klassizismus und bürgerlichen Idealen.
Architektur und Formensprache
In der Architektur wurden klassische Modelle studiert. Der Klassizismus verbreitete sich in ganz Europa, da Architekten die gleichen Werte teilten. Für sie war Architektur ein Instrument zur Umgestaltung der Gesellschaft. Reine Volumina, eine funktionelle Ordnung sowie Maß und Messung waren von wesentlicher Bedeutung. Die Skulptur orientierte sich an der klassischen Antike, wobei Farbe in den Hintergrund trat. Man ließ sich von der griechisch-römischen Ästhetik inspirieren, um den Anforderungen der neuen Gesellschaft gerecht zu werden. Die Antike diente als Ideal für die Übertragung revolutionärer Prinzipien.
Französische neoklassizistische Malerei
Frankreich wurde zum Zentrum der Revolution, und die neoklassizistische Malerei entwickelte sich mit großer Stärke. Da es an klassischen Vorbildern mangelte, ließen sich Maler von der Skulptur inspirieren.
- Jacques-Louis David: Er vollzog den Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Seine Malerei ist ausgewogen und schwer. Er entwickelte sich von trivialen Themen hin zu einer Kunst, die sich der Revolution verpflichtete. Bekannte Werke: Der Schwur der Horatier und Der Tod des Marat.
- Jean-Auguste-Dominique Ingres: Für ihn war die Zeichnung das Wichtigste, während die Farbe zweitrangig blieb. Er malte mythologische Szenen, Porträts und orientalische Themen wie Das türkische Bad.