Neoklassizismus und Romantik in der spanischen Literatur

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Neoklassizistische Prosa

Im 18. Jahrhundert gab es eine geringe Produktion von Lyrik, während das Interesse an Sachtexten und Theater zunahm.

Benito Jerónimo Feijoo zeichnete sich durch einen persönlichen Ton, eine klare Sprache und eine große Themenvielfalt aus. In Werken wie Teatro crítico universal und Cartas eruditas y curiosas verteidigte er die Suche nach Wahrheit durch Vernunft und Erfahrung. Sein Werk beleuchtet praktische Probleme und setzt sich für den Zugang von Frauen zu Bildung und Kultur ein.

Gaspar Melchor de Jovellanos behandelte eine Vielzahl von Themen. Als bedeutender politischer Schriftsteller seiner Zeit (u. a. Informe sobre la Ley Agraria) versuchte er, die neuen Ideen der modernen europäischen Kultur mit der spanischen Tradition zu verbinden. Zu seinen Werken zählen El delincuente honrado und die Cartas de José Cadalso, eine Reihe kurzer Essays, die die soziale und historische Realität Spaniens widerspiegeln. Auch Noches lúgubres ist ein wichtiges Werk dieser Epoche, das bereits Züge der romantischen Literatur vorwegnimmt.

Neoklassizistisches Theater

Im 18. Jahrhundert war das Theater eine beliebte Unterhaltung, jedoch oft von geringer Qualität. Ramón de la Cruz schrieb über 400 Skizzen (z. B. La comedia de maravillas), die Sitten und Typen der Zeit darstellten.

Ab dem letzten Drittel des Jahrhunderts verteidigten neoklassizistische Schriftsteller das realistische Drama, das erzieherisch wirken sollte und auf den aristotelischen Einheiten von Raum, Zeit und Handlung basierte. Der Erfolg blieb jedoch weitgehend auf die Komödien von Leandro Fernández de Moratín beschränkt.

Leandro Fernández de Moratín

Er war die herausragende Persönlichkeit des neoklassizistischen Theaters. Neben Gedichten wie Elegía a las Musas verfasste er in Prosa La derrota de los pedantes und Orígenes del teatro español. In seinen fünf Originalstücken spottete er über gesellschaftliche Vorurteile. Besonders bekannt sind El viejo y la niña, El barón, La mojigata und sein größter Erfolg: El sí de las niñas.

Der Neoklassizismus in Europa

Frankreich beeinflusste das aufgeklärte Denken in ganz Europa. Vernunft verdrängte Gefühl und Phantasie. Es dominierten Essays, Briefe und philosophische Romane. Wichtige Vertreter waren:

  • Diderot: Rameaus Neffe
  • Voltaire: Abhandlung über die Toleranz, Zadig, Candide

Romantische Poesie

Die Lyrik der Romantik zeichnete sich durch eine breite Palette emotionaler Themen aus, die oft durch die Landschaft (Wälder, Ruinen, Friedhöfe) reflektiert wurden. Die erzählende Dichtung nutzte Romanzen und heroische Verse.

José de Espronceda war ein Vertreter der exaltierten Romantik. Zu seinen Werken zählen El estudiante de Salamanca und El diablo mundo sowie Gedichte wie Canto a Teresa und Canción del pirata.

Gustavo Adolfo Bécquer drückte den echten romantischen Subjektivismus aus. Seine Rimas, die postum als El libro de los gorriones veröffentlicht wurden, behandeln Themen wie Liebe, Enttäuschung, Einsamkeit und den Tod.

Romantisches Theater

Das romantische Theater brach mit den Einheiten von Zeit und Ort und mischte Tragik mit Komik. Im Zentrum steht oft die Liebe und die Rebellion gegen soziale Normen. Wichtige Werke sind:

  • La conjuración de Venecia (Francisco Martínez de la Rosa)
  • Macías (Mariano José de Larra)
  • Don Álvaro o la fuerza del sino (Herzog von Rivas)
  • El trovador (Antonio García Gutiérrez)
  • Los amantes de Teruel (Juan Eugenio Hartzenbusch)
  • Don Juan Tenorio (José Zorrilla)

José Zorrilla

Sein bekanntestes Werk ist Don Juan Tenorio, das auf Tirso de Molinas El burlador de Sevilla basiert. Die Originalität liegt in der Läuterung des Protagonisten durch die Liebe zu Doña Inés.

Romantische Prosa

Viele Schriftsteller pflegten den historischen Roman. Daneben entwickelten sich Sittenbilder (costumbrismo), die soziale Realitäten ohne Verzerrung darstellten, wie bei Estébanez Calderón (Escenas andaluzas) und Ramón de Mesonero Romanos (Escenas matritenses).

Mariano José de Larra

Larra nutzte Artikel als Genre für Literaturkritik, Politik und Moral. Er analysierte die Rückständigkeit Spaniens in Werken wie Vuelva usted mañana oder Casarse pronto y mal. Er schrieb unter Pseudonymen wie Figaro und nutzte Ironie und Sarkasmus als scharfe Waffen der Kritik.

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