Neoklassizismus: Ursprung, Philosophie und Kunst

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Der Ursprung und die Philosophie des Neoklassizismus

Der Begriff Neoklassizismus entstand im 19. Jahrhundert als abwertende Bezeichnung für eine Bewegung, die Mitte des 18. Jahrhunderts begann. Sie durchdrang die Philosophie und übernahm die Federführung in allen Bereichen der Kultur. Diese Strömung zeichnete sich durch den Wunsch aus, alle Aspekte des Lebens und des menschlichen Wissens zu systematisieren. Sie ersetzte die Rolle der Religion als Organisator der menschlichen Existenz durch eine säkulare moralische Ordnung, die auf menschlichen Beziehungen und einem deistischen Naturbegriff basierte.

Ein Beispiel für diesen Versuch, das Wissen zu systematisieren, ist die Veröffentlichung der Enzyklopädie von Diderot und d'Alembert (1751–1765), das zentrale Werk dieser Bewegung.

Die Entwicklung des Klassizismus

Der Klassizismus ist keine homogene Bewegung; er vereint viele verschiedene Ideen und entwickelte sich gleichzeitig in verschiedenen Ländern. Er etablierte sich fest im späten 18. Jahrhundert und verlor während der Regierungszeit Napoleons an Bedeutung, als romantische Züge deutlicher hervortraten.

Während der Ursprung des Klassizismus in Frankreich im Barock liegt, war er in fast allen anderen Ländern deutlich anti-französisch geprägt. Dies verstärkte sich während der Besetzung Europas durch Napoleon, was in jedem Land den Wunsch weckte, den jeweiligen nationalen Stil wiederzubeleben.

Rückkehr zur Antike und das Ideal der Schönheit

Die Ablehnung des Rokoko führte die Bewegung zur antiken Kunst zurück, die als unberührt von der Degeneration des Barock galt und somit als Urbild der Schönheit dienen konnte. Dieses Interesse an der Wiederentdeckung der Antike wurde zum gemeinsamen Ideal, das durch eine Fülle kritischer und theoretischer Texte schnell zu einem internationalen Stil des Neoklassizismus führte.

In den Schriften der Mitte des 18. Jahrhunderts wird die Rückkehr zur klassischen Antike als Modell für Künstler gefordert, da sie als „wahre Art“ und Rückkehr zur Natur verstanden wurde.

Das griechische Ideal

Die Auffassung, dass das Ideal der Schönheit in der griechischen Kunst liegt – begründet durch ihre edle Schlichtheit und Zurückhaltung bei der Darstellung menschlicher Leidenschaften – hatte einen wesentlichen Einfluss auf neoklassizistische Künstler. Dies führte oft zu einer gewissen Kühle und einem Mangel an Ausdruckskraft in ihren Werken.

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