Nietzsche: Die Rehabilitierung von Körper und Sinnen

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,31 KB

Die Sinne und der Körper bei Nietzsche

Nietzsche behauptet, dass die westliche philosophische, moralische und religiöse Tradition den Körper und die Sinne systematisch verachtet und unterdrückt hat.

Die Kritik an der philosophischen Tradition

Nietzsche macht die Philosophen für den Niedergang verantwortlich, da sie die Triebe und die körperliche Wahrnehmung leugnen. Diese Philosophen verneinen die Pluralität und den Wandel. Der Grund hierfür liegt in einem statischen Begriff des Seins, der von Parmenides, Sokrates und Platon geprägt wurde und die westliche Tradition bis in die Moderne dominiert.

Die Überschätzung der Vernunft

Diese statische Auffassung beruht auf einer Überschätzung der Vernunft, die als abstrakt und rein ideal betrachtet wird. Dies führt zu Schlussfolgerungen, die den Erkenntnissen der Sinne widersprechen:

  • Parmenides und Platon: Sie misstrauten der sinnlichen Wahrnehmung.
  • Ressentiment: Nietzsche sieht in dieser Verleumdung der Instinkte eine aus Schwäche und Krankheit geborene Feigheit gegenüber dem Leben.
  • Die ideale Welt: Die wahre Pluralität wird in ein Jenseits verlagert, während die reale Welt der Sinne als bloße, trügerische Erscheinung abgewertet wird.

Moralische Folgen der Unterdrückung

Die schwerwiegendste Konsequenz dieser rationalen Konzeption ist die moralische Abwertung des Körpers. Alles Sinnliche wird als unmoralisch, irreführend und als ständige Quelle der Sünde betrachtet. Dies markiert den Beginn einer langen Geschichte der Unterdrückung von Körper und Sinnen in der westlichen Kultur.

Die Befreiung des Körpers

Für Nietzsche ist der Körper das einzig Echte. Er sieht es als seine Aufgabe an, den Menschen von der platonisch-christlichen Empörung gegen den Körper zu befreien. Er schlägt eine neue Moral vor, die auf der Bejahung des Lebens und der Instinkte basiert:

  • Gegen die Sklavenmoral: Ablehnung der aus Ressentiment geborenen Werte der Schwachen.
  • Herrenmoral: Förderung vitaler Werte wie Größe und Macht.

In diesem Sinne verstand sich Nietzsche stets als ein Verfechter der moralischen Freiheit.

Verwandte Einträge: