Nietzsche, Wagner und die Philosophie des 19. Jahrhunderts

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Deutschland im 19. Jahrhundert: Nietzsche und Wagner

Das Deutschland, in dem Nietzsche lebte und sein Freund Wagner wirkte, war das Ergebnis nationalistischer Gefühle, die während des 19. Jahrhunderts in Europa durch den Ausbau des liberalen Denkens und die napoleonischen Invasionen entstanden. Jede Nation sollte eine Verfassung besitzen, welche die Aufteilung der Zuständigkeiten und den politischen Pluralismus vorsah.

Politische Einigung und das Zweite Reich

In Deutschland kämpften Anhänger der Vereinigung mit Österreich gegen diejenigen, die Deutschland unter der Herrschaft Preußens bevorzugten. Mit dem neuen Projekt erschien das expansionistische Deutschland. Der Norddeutsche Bund wurde gegründet, Elsass-Lothringen sowie die süddeutschen Staaten wurden annektiert und das Zweite Reich wurde proklamiert.

Sozialer Wandel und kulturelle Strömungen

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der industrielle Kapitalismus. Nach der Revolution von 1848 und dem Arbeiteraufstand der Pariser Kommune setzte eine stärkere soziale Kontrolle ein, deren Bild durch die Missionen in den Kolonien verstärkt wurde. Die Ideen von Marx, Nietzsche und Hegel selbst wurden genutzt, um Ideologien von Massenvernichtungswaffen, Brutalität und Dominanz zu rechtfertigen.

Im Bereich der Kultur entwickelte sich ab 1848 eine bildhafte Bewegung: der Realismus. Die Moderne ergriff die Literatur und andere Künste. In der Musik wich die Romantik dem Impressionismus. Es entstanden bedeutende Werke von Komponisten wie Wagner oder Debussy.

Der philosophische Kontext: Vitalismus

Was den philosophischen Kontext betrifft, sucht der Vitalismus die Transformation des menschlichen Handelns durch die ästhetische Erfahrung sowie die Kritik an Tradition und Moral. Angesichts des Idealismus Hegels und des Positivismus Comtes als einzige Wege zum Verständnis der Welt erschien eine neue Denkschule, welche das Vitale und Emotionale lobte. Die Romantik im engeren Sinne begann in Deutschland, vor allem durch den Idealismus geprägt.

Kritik der Vernunft und Historismus

Schopenhauer argumentierte, dass die Vernunft die wahre Natur der Existenz nicht verstehen könne. Die vitalistischen Philosophen wollten Positivität erhalten: Sie beruhten auf der Beobachtung von Fakten und versuchten gleichzeitig, die Realität zu verstehen. So ist die Philosophie historisch geprägt.

Der Historismus reflektiert die zweite Tendenz des Denkens. Hierbei sollte Dilthey hervorgehoben werden, der die Theorie der Weltbilder entwarf und großen Wert auf Erfahrungen, Psychologie und Poesie legte, um den Menschen jenseits der Naturwissenschaften zu verstehen. Ortega y Gasset wird mit seinem Ratiovitalismus ebenfalls zu den historistischen Philosophen gezählt.

Nietzsches Einfluss und der Pragmatismus

Nietzsches Vitalismus umfasst beide Dimensionen, da sein Begriff des Lebens sowohl biologisch als auch kulturell geprägt ist. Zudem können wir den amerikanischen Pragmatismus anführen, vor allem den Psychologen William James sowie Miguel de Unamuno.

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