Nietzsches Philosophie: Nihilismus und der Übermensch
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Nihilismus, der Tod Gottes, der Wille zur Macht, die Umwandlung von Werten, die ewige Wiederkehr und der Übermensch: Die Kultur hat ihren eigenen Niedergang erreicht – eine Ruine der Gesamtsumme. Daher besteht die Notwendigkeit einer Restaurierung. Dies ist die Aufgabe: Werte von allem Fiktiven zu befreien und das Recht auf Leben wiederherzustellen.
Nihilismus
Nihilismus ist die Folge des Fehlens von Werten. Mit dem Tod Gottes hat unsere Existenz ihren Richtungssinn verloren. Doch dies ist die Bedingung für den Willen zur Macht, um neue Werte zu schaffen.
Die neue Moral
Nietzsche kritisiert, dass Denker wie Euripides, Sokrates und Platon die Kunst zugunsten einer auf Wissen basierenden Philosophie verdrängt haben, was das Leben tötet. Die neue Moral basiert hingegen auf dem leidenschaftlichen Wunsch zu leben. Das Leben hat einen Wert an sich und bedarf keiner externen Erklärung. Sie ist der absolute Wert, dem alles andere untergeordnet ist. Die neue Moral verherrlicht die primären Kräfte: Wir müssen die Moral der Herren gegen die der Sklaven bewerten. Die neuen Werte sind: Stärke, Macht, Leidenschaft und Lust – das, was wir Instinkt nennen.
Die neue Sicht des Menschen
Der Mensch ist Teil der pessimistischen Sicht der westlichen Dekadenz. Er ist ein elendes Zwischenstadium zwischen Tier und Übermensch. Er ist ein defektes Tier, da er sich noch nicht etabliert hat: Er steht zwischen der Überwindung der Tierheit und der Rückkehr zum Primitiven. Die menschliche Spezies befindet sich in einem ständigen, unvollendeten Entwicklungsprozess. Um zum Übermenschen zu werden, muss der Mensch die traditionelle Moral überwinden.
Der Übermensch
Die Verwandlung des Menschen in den Übermenschen durchläuft drei Stufen:
- Das Kamel: Unterstützt grundsätzlich die dekadenten Werte der westlichen Kultur.
- Der Löwe: Müde von der Last, rebelliert der Mensch und zerstört alle Säulen der abendländischen Kultur; er wird zum Kritiker und Herrn seiner selbst.
- Das Kind: Befreit von den Lasten, wird er zum Schöpfer seiner eigenen Werte.
Von hier an beginnt der Übermensch als Teil einer freien und kreativen Menschheit zu erscheinen. Seine Merkmale sind:
- Sehnsucht zu leben: Der Übermensch ist primär dem Leben verpflichtet.
- Überwindung der traditionellen westlich-christlichen Moral.
- Er ist ein höheres Wesen.
- Flucht aus traditionellen Werten.
- Ausleben des Willens zur Macht.
Der Wille zur Macht
Der Wunsch zu dominieren, das Gesetz des Stärkeren. Wo Leben ist, da ist Dominanz. Es ist die Verherrlichung von Kraft und Durchsetzung.
Die ewige Wiederkehr
Für Nietzsche ist der Wille zum Leben so stark, dass der Wunsch besteht, ewig zu wiederholen. Der ewige Kreislauf von Tod und Ewigkeit sorgt dafür, dass sich alles wiederholt.