Nofretete & Mykerinos: Meisterwerke Ägyptens

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Die Büste der Nofretete

Die Büste der Nofretete ist eines der bekanntesten Werke des Neuen Reiches und befindet sich heute in Berlin. Im Neuen Reich erfährt das Bild des Pharaos eine deutliche Veränderung in seiner Idealisierung.

Der glorreiche Augenblick dieser Epoche tritt in der Zeit von Echnaton während der 18. Dynastie ein. Er verlegte die Hauptstadt nach Tell el-Amarna und führte den Monotheismus sowie den Glauben an den Gott Aton ein. Die Gottheit wird durch eine Sonnenscheibe symbolisiert, aus der Sonnenstrahlen hervorgehen, die in Händen enden und die königliche Familie berühren.

Der menschliche Körper wurde zunehmend naturalistisch dargestellt, wobei auch physische Defekte gezeigt wurden, was die Idealisierung des Dargestellten veränderte (z. B. Bauchansatz, Blindheit ...). In gleicher Weise ist auch ein Wechsel in der Mode und im ästhetischen Geschmack zu erkennen.

  • Material: Polychromer Kalkstein
  • Größe: 50 cm
  • Person: Hauptfrau von Amenophis IV.
  • Namensbedeutung: „Die Schöne ist gekommen“

Das Porträt besticht durch seine Ebenmäßigkeit, doch sein Ruhm wird vor allem seinen modernen Zügen zugeschrieben: ein eleganter Schwanenhals sowie markante Wangen und ein markantes Kinn. Aktuelle Untersuchungen zeigen zudem sichtbare Make-up-Linien, Lidschatten, Lippenstift und die feine Textur der Haut.

Die Büste wurde im frühen 20. Jahrhundert vom deutschen Archäologen Ludwig Borchardt in der Werkstatt des Oberbildhauers Thutmosis in Amarna entdeckt, zusammen mit zwanzig Gipsporträts der königlichen Familie. Da diese Stücke für den internen Gebrauch von Lehrlingen und Gesellen bestimmt waren, um sie in Reliefs zu kopieren, erklärt sich auch, warum das linke Auge unvollendet blieb.

Die Königin trägt Halsketten aus Weidenblättern und eine blaue Krone, die eigens für sie entworfen wurde. Diese elegante, gestreckte Figur ist Teil des sogenannten Amarna-Manierismus.

Die Triade des Mykerinos

Diese Steinschnitzereien zeigen den Pharao Mykerinos, begleitet von der Göttin Hathor zu seiner Rechten und seiner Frau (oder einer Personifikation einer Provinz) auf der anderen Seite. Die Figuren stehen vor einer Rückenplatte, die fest mit dem Sockel verbunden ist. Dies resultiert aus der ägyptischen Technik, Skulpturen aus kubischen Blöcken zu meißeln.

Die anatomische Darstellung ist durch proportionale, synthetische Körper und eine idealisierte Form charakterisiert. Die Behandlung der Gewandfalten ist konventionell; die Topographie der Körper wird betont, während die Gesichter trotz eines leichten Lächelns ausdruckslos bleiben. Die Frontalität wird durch die Platzierung der Figuren sichergestellt: Der Pharao steht im Zentrum mit einem vorgesetzten Fuß, während die beiden Frauen an den Seiten statisch verharren.

Das Gesetz der Symmetrie zeigt sich nicht nur in den Körpern, die strengen Regeln folgen, sondern auch in der Komposition, in der die Statue des Pharaos Vorrang hat. In dieser Darstellung ist Mykerinos größer abgebildet und trägt eine hohe Krone. Die zwei dargestellten Frauen sind nahezu identisch.

Die Konventionen der ägyptischen Statuarkunst manifestieren sich in der geschlossenen Haltung der Arme an den Seiten sowie im vorgesetzten Bein des Pharaos als einzigem Zeichen von Bewegung. Typisch pharaonisch sind zudem der Zeremonialbart und die geballten Fäuste.

Die Bildstudie zeigt den Pharao als Sohn des Sonnengottes Re, angesiedelt zwischen der göttlichen und der menschlichen Sphäre:

  • Rechte Seite: Darstellung des Göttlichen durch die Fruchtbarkeitsgöttin Hathor (Attribut: Kuhhörner mit Sonnenscheibe).
  • Linke Seite: Figur seiner Frau oder einer Provinz-Personifikation mit entsprechenden Attributen.

Schließlich ist diese Skulptur einer der deutlichsten Exponenten der hieratischen Kunst. Die starre und stereotype Darstellung des Pharaos charakterisiert ihn als ein höheres Wesen, das sich von den Sterblichen unterscheidet. Das Werk aus Kalkstein (Altes Reich) befindet sich heute im Museum von Kairo. Es wurde in Meidum (4. Dynastie) zusammen mit Werken von König Chephren und Schreibern entdeckt – darunter der berühmte „Sitzende Schreiber“, dessen bekanntestes Exemplar im Louvre ausgestellt ist.

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