Nosokomiale Infektionen: Ursachen und Prävention

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Was sind nosokomiale Infektionen?

Es handelt sich um Infektionskrankheiten, die Patienten oder medizinisches Personal während eines Krankenhausaufenthalts erwerben und die zum Zeitpunkt der Aufnahme ursprünglich nicht vorhanden waren.

Die epidemiologische Kette

  • Quelle: Hauptsächlich Menschen (Patienten, Besucher).
  • Asymptomatische Patienten und opportunistische Organismen.

Übertragungsmechanismen

  • Direkt: Über die Hände des Pflegepersonals.
  • Indirekt: Übertragung von Mikroorganismen durch Materialien.
  • Luftweg: Tröpfcheninfektion (Niesen, Speichel etc.).
  • Seltene Träger: Seltene menschliche Überträger.

Risikofaktoren und Wirte (Hosts)

Grundsätzlich ist jeder gefährdet, insbesondere aber Patienten mit:

  • Immundefizienz
  • Assistierter Beatmung
  • Sonden
  • Tracheotomien
  • Intubationen
  • Kathetern

Universelle Vorsichtsmaßnahmen

  • Regelmäßiges Händewaschen.
  • Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Geräten.
  • Wunden niemals ohne Handschuhe berühren oder manipulieren.
  • Konsequente Verwendung von Handschuhen.

Materielle Präventionsmaßnahmen

  • Impfungen.
  • Geschlossene Harnableitungssysteme.
  • Überwachung der mechanischen Beatmung und Sauerstoffgeräte.
  • Sorgfältige Pflege von Kathetern.
  • Verwendung von Einwegmaterial, wann immer dies möglich ist.

Arten nosokomialer Infektionen

Atemwegsinfektionen

Infektionen der unteren Atemwege weisen eine hohe Sterblichkeit auf; die schwerwiegendste Form ist die Lungenentzündung (Pneumonie).

Symptome: Husten und eitrige Sekrete der unteren Atemwege. Die Bestätigung erfolgt meist über den Nachweis einer Übertragung durch die Hände des Personals oder kontaminierte Instrumente, seltener über die Luft.

Prävention: Händewaschen vor und nach dem Umgang mit intubierten oder tracheotomierten Patienten, Verwendung steriler Sonden zur Absaugung von Sekreten sowie atemphysiotherapeutische Maßnahmen.

Harnwegsinfektionen

Diese werden durch Bakterien verursacht, die aus exogenen Quellen, dem Gastrointestinaltrakt oder der Harnröhre des Patienten stammen können.

Es spielen zwei Arten von Faktoren eine Rolle:

  • Intrinsisch: Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen.
  • Extrinsisch: Antibiotikabehandlung, Blasenkatheter.

Prävention: Katheterisierung nur bei Bedarf, Nutzung geschlossener steriler Drainagesysteme, Einsatz von Gleitmitteln am Katheter zur Vermeidung von Verletzungen, Auffangbeutel immer unterhalb der Blase positionieren, sterile Nadeln zur Probenentnahme, Händewaschen und Verwendung steriler Materialien.

Chirurgische Wundinfektionen

Der Schutz der Haut kann durchbrochen werden (z. B. durch einen chirurgischen Schnitt), wodurch Infektionen entstehen können. Auch chirurgische Instrumente können eine Quelle sein.

Erkennung: Auftreten von eitrigen Sekreten an der Wundstelle, Abszesse etc. Das Risiko hängt von der Art der Operation ab (sauber oder kontaminiert). Eine Operationsdauer von über 2 Stunden erhöht das Risiko deutlich. Am häufigsten sind Infektionen im Abdominalbereich. Zudem spielt der Gesundheitszustand des Patienten (Mangelernährung, Alter) eine wichtige Rolle.

Prävention: Verkürzung des Krankenhausaufenthalts, Duschen mit antiseptischem Duschgel am Vortag, Rasur unmittelbar vor der Operation, Antibiotikaprophylaxe, Abdeckung des Operationsfeldes mit sterilen Tüchern, chirurgische Händedesinfektion, Verwendung steriler Handschuhe, Kittel, Überschuhe und Hauben sowie die korrekte Sterilisation des Materials.

Bakteriämie und Katheterinfektionen

Wenn bakterielle Mikroorganismen mit dem Blut in Kontakt kommen, besteht ein hohes Risiko, insbesondere durch intravaskuläre Katheter.

Prävention: Entsprechende Schulung des Personals, Legen von Kathetern nur bei Bedarf und nur für die absolut notwendige Zeit, sterile Bedingungen bei der Platzierung sowie die tägliche Beobachtung und Kontrolle der Einstichstelle.

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