Notre-Dame de Paris: Geschichte und Architektur der Kathedrale

Eingeordnet in Geschichte

Geschrieben am in mit einer Größe von 3,2 KB

Notre-Dame de Paris: Ein Symbol der Stadt

Notre-Dame de Paris ist zweifellos eines der bedeutendsten Symbole der Stadt. Obwohl sie nicht die größte Kathedrale Frankreichs ist, gilt sie als ein herausragendes Beispiel gotischer Kunst.

Lage und Dimensionen

Die Kathedrale befindet sich im östlichen Teil der Île de la Cité. Ihre Fassade ist nach Westen ausgerichtet und liegt am Place Notre-Dame, dem Nullpunkt, von dem aus alle Entfernungen in Frankreich gemessen werden. Das Bauwerk erreicht eine Länge von 130 Metern, eine Breite von 48 Metern und eine Höhe von 69 Metern.

Die Fassade und ihre Portale

Die Fassade gliedert sich in drei Portale:

  • Portal des Jüngsten Gerichts: Das zentrale Hauptportal zeigt Skulpturen der Auferstehung der Toten, einen Engel mit einer Waage für Tugenden und Sünden sowie Dämonen, die Sünder abführen – Bilder, die im Mittelalter eine große Bedeutung für das kollektive Unterbewusstsein hatten.
  • Seitliche Portale: Diese sind der Jungfrau Maria und ihrer Mutter, St. Anna, geweiht.

Die Galerie der Könige

Etwa 20 Meter über dem Boden erhebt sich die Galerie der 28 Statuen. Jede der 3,5 Meter hohen Figuren stellt einen der 28 Könige von Juda dar, die die Ankunft Christi ankündigen. Von den ursprünglichen mittelalterlichen Statuen sind nur Fragmente erhalten, da sie während der Französischen Revolution zerstört wurden.

Die Rosetten und Glockentürme

Über dem zentralen Portal befindet sich die berühmte Rosette mit einem Durchmesser von fast 10 Metern. Die größten Fenster der Kathedrale befinden sich jedoch an der Nord- und Südfassade mit einem Durchmesser von 13 Metern. Oberhalb der Rosette vervollständigen eine Säulenreihe und die beiden Glockentürme die Westfassade.

Historischer Hintergrund

Der Standort der Kathedrale war bereits lange vor dem Bau religiös geprägt. Der keltische Stamm der Parisii, die ersten Bewohner der Insel, feierte dort vermutlich Rituale, und später errichteten die Römer einen Tempel zu Ehren von Jupiter. An dieser Stelle wurde zunächst eine christliche Kirche zu Ehren des Heiligen Stephanus errichtet, gefolgt von einer romanischen Kirche.

Baugeschichte

Im Jahr 1163 beschloss Erzbischof Maurice de Sully den Bau der heutigen Kathedrale. Das Projekt fiel in eine Zeit wachsenden Wohlstands und der Dominanz der Stadt. Der Bau war von wirtschaftlichen Problemen geprägt und wurde erst Mitte des 14. Jahrhunderts nach zahlreichen Änderungen durch verschiedene Architekten und Handwerker fertiggestellt.

Restaurierung und Entdeckungen

Im Laufe der Geschichte führten architektonische Trends und Verfall zu vielen Umbauten. Die bedeutendste Restaurierung begann 1844 unter Eugène Viollet-le-Duc und Jean-Baptiste Lassus und dauerte 23 Jahre. Im Jahr 1965 enthüllten Ausgrabungen unter der Kathedrale zudem die Existenz von Katakomben aus römischer und mittelalterlicher Zeit.

Verwandte Einträge: