Okklusion und Dysgnathie: Ursachen und Faktoren

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Okklusion: Die Art und Weise, in der Ober- und Unterkiefer artikulieren.

Dysgnathie: Die normale biologische Schwankungsbreite der Art und Weise, wie die Kiefer mit den unteren Zähnen artikulieren. Nicht alle Zahnfehlstellungen erfordern eine orthopädische oder kieferorthopädische Behandlung. Nur jene, welche die Fähigkeit haben, Veränderungen auf psychologischer Ebene, sozialer Ebene, im Wachstum, in der Funktion oder der Entwicklung zu generieren oder eine Beeinträchtigung anderer oraler Strukturen verursachen, benötigen eine Behandlung.

Ursache der Anomalie

Die Zeit ist der ätiologische Faktor, der in mehrfacher Hinsicht intervenieren kann:

  • Das Alter: Das Alter, in dem eine Veränderung oder ein ätiologischer Faktor erscheint, kann die Position beeinflussen. Wenn eine Fehlstellung früh auftritt und nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sich eine Dysgnathie schwerwiegender entwickeln und ist deshalb manchmal unverbesserlich.
  • Die Dauer: Der Zeitraum, in dem die ätiologische Einheit vorhanden ist, wirkt sich auf die Schwere der Anomalie aus.
  • Die Frequenz: Die Häufigkeit, mit der sich der ätiologische Faktor über den Tag hinweg wiederholt (z. B. eine Gewohnheit), kann ebenfalls in die Schwere und Komplexität der Malokklusion intervenieren.

Einstufung der ätiologischen Faktoren

Die Anomalie entwickelt sich langsam, während das Individuum wächst. Deshalb gibt es eine riesige Chance für viele Einflüsse, wirksam zu werden, sodass die besagten Dysgnathien multifaktoriellen Ursprungs sind.

Allgemeine Faktoren

Evolution: Mehrere evolutionäre Prozesse haben den Gesichtsausdruck und die Morphologie des modernen Menschen verändert, was sich auf das Kausystem ausgewirkt hat. Ein Auftreten der menschlichen Vertikalisierung der Wirbelsäule und die entsprechend zentralere Stellung des Foramen magnum im Schädel führten zu einem weniger vorgestreckten Aussehen des Gesichts in Bezug auf den Körper. Die erhöhte Größe des Gehirns hat die prominente zephale Morphologie verändert und zum Erreichen eines aufrechten Profils geführt. Auch das Erscheinen und die Perfektionierung der Sprache, die Vergrößerung der Kieferabschnitte, die Tiefe des Gaumens und die Gaumenprojektion sowie Diätänderungen spiegeln sich in der Größe des Kiefers und der Zähne wider.

Erbe: Zahnfehlstellungen können aus zwei Gründen vererbt werden: Erstens durch ein Mißverhältnis der Zähne zum Kiefer, was zu Verdrängung oder Abständen führen kann. Zweitens durch ein Mißverhältnis zwischen Größe und Form der Kiefer, was inadäquate Okklusionsverhältnisse generieren kann.

Erworbene Defekte: Diese Anomalien sind auf Disproportionen zurückzuführen, die zur Gründung während der Entwicklung oder bei der Geburt führen können. Es können Abweichungen in der embryonalen Entwicklung entstehen, die rein genetisch bedingt sind oder durch ökologische Maßnahmen wie Teratogene ausgelöst werden.

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