Onkologische Diagnostik und Therapie von Brustkrebs

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Tumormarker in der Onkologie

Tumormarker sind Substanzen, die bei der Ausbreitung von Neoplasien (lokal, regional oder systemisch) Informationen liefern. Sie ermöglichen Prognosen, therapeutische Strategien und die Auswertung statistischer Daten.

Bedeutung von Tumormarkern

Diese Stoffe werden vom Tumor selbst oder von normalen Zellen als Reaktion auf den Tumor ausgeschieden und können im peripheren Blut quantifiziert werden. Sie korrelieren oft mit der Tumorlast und haben einen prognostischen Wert.

Einschränkungen der Tumormarker

Aufgrund geringer Sensitivität und Spezifität sowie häufiger falsch-positiver Ergebnisse sind sie zur Primärdiagnose oder Lokalisierung eines Tumors meist nicht geeignet. Sie dienen jedoch zur:

  • Bestimmung eines Ausgangswerts vor der Behandlung
  • Korrelation des Krankheitsausmaßes mit den Marker-Spiegeln
  • Bewertung der Wirksamkeit einer Therapie
  • Nachweis von Residualerkrankungen
  • Vorhersage von Rückfällen

Klassifikation von Brustkrebs

Pathologische Einteilung

  • Nicht-invasives Karzinom:
    • Duktales Karzinom in situ (DCIS): Prämaligne Situation, oft bilateral und multizentrisch.
    • Lobuläres Karzinom in situ (LCIS): Prämaligne Präsenz von Mikroverkalkungen.
  • Invasives Karzinom:
    • Invasives duktales Karzinom: 80 % der Brustkrebserkrankungen.
    • Invasives lobuläres Karzinom: 5 % der Fälle, oft bilateral und multizentrisch.
    • Weitere Typen: Medulläres, muzinöses, papilläres, inflammatorisches Karzinom sowie Metastasen.

TNM-Klassifikation

  • Tx: Existenz des Tumors nicht sicher bestimmbar.
  • T0: Kein Primärtumor.
  • Tis: In situ.
  • T1: Tumor < 2 cm.
  • T2: Tumor 2–5 cm.
  • T3: Tumor > 5 cm.
  • T4: Tumor jeder Größe mit Ausdehnung auf Brustwand (T4a), Haut (T4b), beides (T4c) oder inflammatorisches Karzinom (T4d).

Behandlungsstrategien

Therapie bei In-situ-Karzinomen

Die Behandlung erfolgt meist durch konservative Chirurgie mit anschließender externer Strahlentherapie (50 Gy). Bei Unmöglichkeit einer konservativen Therapie wird eine Mastektomie durchgeführt. Eine Lymphadenektomie ist bei In-situ-Karzinomen selten erforderlich.

Therapie bei Stadium 1

Standard ist die radikale oder konservative Chirurgie mit Lymphadenektomie (ggf. Sentinel-Lymphknoten-Biopsie) und adjuvanter Strahlentherapie. Bei Hochrisikopatienten wird eine adjuvante Chemotherapie oder Hormontherapie ergänzt.

Therapie bei Stadium 2

Kombination aus Mastektomie oder konservativer Chirurgie mit axillärer Lymphadenektomie. Eine adjuvante Strahlentherapie ist nach konservativer Chirurgie obligat, nach Mastektomie nur bei hohem Risiko (z. B. > 4 befallene Lymphknoten) indiziert.

Therapie bei Stadium 3 und 4

Bei Stadium 3 erfolgt oft eine neoadjuvante Chemotherapie vor der Operation. Bei Stadium 4 (Metastasierung) richtet sich die Therapie nach dem Hormonrezeptorstatus (RH) und dem Vorliegen viszeraler Erkrankungen.

Strahlentherapie (RT)

Zielvolumen und Technik

Das Zielvolumen umfasst die Brustdrüse, die Narbe der Brustwand sowie ggf. Lymphknotenstationen (axillär, supraklavikulär, intern). Ein "Boost" (Dosiserhöhung im Tumorbett) ist bei Mikroinvasion oder engen Resektionsrändern ratsam.

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