Opioide und NSAR: Wirkmechanismen und Pharmakologie
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Opioide: Neuroanatomische Grundlagen
Die Schmerzreizverarbeitung erfolgt über Rezeptoren für Thermoreize, mechanische, chemische und polymodale Reize. Die Weiterleitung erfolgt über Nervenfasern (A- und C-Fasern) zum zentralen Nervensystem (ZNS).
Definition der Analgesie
Zustand der Hemmung oder Unterdrückung von Schmerzen ohne Verlust der sensorischen Fähigkeiten; das Bewusstsein bleibt unverändert.
Endogenes Opioidsystem
- Endogene Peptide: Abgeleitet von Proopiomelanocortin, Proenkephalin und Prodynorphin.
- Weit im Körper verteilt.
Opioid-Rezeptoren
Es existieren verschiedene Rezeptor-Subtypen: Mu (μ), Kappa (κ), Sigma (σ) und Delta (δ). Diese sind im ZNS, PNS, Darm und in Entzündungszellen vorhanden.
Einstufung nach Aktivität
- Reine Agonisten: Morphin, Codein, Etorphin, Fentanyl, Methadon, Pethidin, Tramadol.
- Partielle Agonisten: Buprenorphin.
- Agonist-Antagonisten: Pentazocin, Nalorphin.
- Reine Antagonisten: Naloxon, Naltrexon.
Wirkmechanismus
Stimulation spezifischer präsynaptischer Rezeptoren:
- μ-Rezeptoren: Analgesie, Atemdepression, Euphorie, Sedierung, Freisetzung von Prolaktin (PRL) und Wachstumshormon (GH) sowie Abhängigkeitspotenzial.
- δ-Rezeptoren: Analgesie, Freisetzung von GH.
- κ-Rezeptoren: Analgesie, Sedierung, Dysphorie, Diurese.
Pharmakokinetik und Metabolismus
Alle Opioide können die Blut-Hirn-Schranke überwinden (Morphin mit geringerer Kapazität). Die Plasmaproteinbindung variiert stark (Morphin ca. 35 %, Codein/Methadon/Heroin bis zu 96 %). Der Abbau erfolgt in der Leber durch Konjugation mit Glucuronsäure. Morphin wird zu Morphin-3-Glucuronid (M-3-G) und Morphin-6-Glucuronid (M-6-G) metabolisiert, wobei M-6-G eine stärkere Wirkung als Morphin besitzt.
Wichtige Wirkstoffe
Morphin
Analgetikum für fast alle Tierarten. Verursacht bei Pferden Erregung, beim Hund als Präanästhetikum, Antitussivum und Antidiarrhoikum eingesetzt. Gute orale Resorption, führt zu Sedierung; Wirkung durch Naloxon aufhebbar.
Fentanyl
100-mal stärker als Morphin. Metabolismus in der Leber durch Hydroxylierung oder Dealkylierung. Einsatz bei chronischen Schmerzen, oft kombiniert mit Sedativa (Droperidol) zur Neuroleptoanalgesie. Anwendung bei Hunden epidural oder transdermal möglich.
Butorphanol
3- bis 5-mal stärker als Morphin. Wirkt als Antagonist an μ-Rezeptoren und Agonist an κ-Rezeptoren. Besitzt antitussive Aktivität und eine hohe Proteinbindung (80 %).
Loperamid
Wichtige Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt; verlangsamt die Darmpassage durch Wirkung auf die Ring- und Längsmuskulatur. Einsatz als Antidiarrhoikum.
NSAR: Wirkmechanismus und Pharmakologie
Wirkmechanismus
Hemmung der Cyclooxygenase (COX), wodurch die Synthese von Eicosanoiden aus Arachidonsäure verhindert wird.
Pharmakokinetik
Die meisten NSAR sind schwache organische Säuren, die durch passive Diffusion in den Geweben verteilt werden.
Therapeutische Wirkungen
- Antipyretisch: Fiebersenkung.
- Analgetisch: Hemmung der Nozizeption durch Prostaglandin-Hemmung.
- Anti-Thrombozytär: Hemmung von Thromboxan A2 (TXA2).
Salicylate (Acetylsalicylsäure)
Wird heute aus Phenol synthetisiert. In der Veterinärmedizin nur begrenzt eingesetzt. Hemmt COX-1 irreversibel. Potentes fiebersenkendes Mittel und Thrombozytenaggregationshemmer.