Opposition gegen das Franco-Regime (1960-1975)
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Soziale Konflikte und Widerstandsbewegungen
In den 60er und 70er Jahren nahm die Zahl der Arbeitskämpfe deutlich zu, insbesondere in Regionen wie Asturien, Barcelona, Madrid und Valencia. Die Franco-Behörden betrachteten die Proteste als ein Problem der öffentlichen Ordnung und reagierten mit repressiven Methoden. Während die Gewerkschaft UGT nur einige illegale Aktivitäten verzeichnete und die CNT praktisch verschwunden war, wurden 1964 die Arbeiterkommissionen (CCOO) als Gewerkschaft gegründet, die den unabhängigen demokratischen Arbeits- und politischen Kampf vorantrieben. Diese Organisation kombinierte illegale Aktionen wie Streiks mit der Teilnahme an den Wahlen der franquistischen Gewerkschaftsstruktur. Im Jahr 1967 spaltete sich eine Gruppe von Gewerkschaftern aus der christlichen Arbeiterjugend von der CCOO ab und gründete die Unión Sindical Obrera (USO).
Studentenproteste flammten an den Universitäten von Madrid und Barcelona auf, und die Schaffung demokratischer Studentenverbände richtete sich gegen die Diktatur. Zudem entstanden andere soziale Bewegungen, wie die Bewohnerbewegungen in den neuen Wohngebieten der Großstädte und Nachbarschaftsvereine, die bessere Lebensbedingungen forderten. Das Zweite Vatikanische Konzil führte innerhalb der katholischen Kirche zu einer kritischen Haltung gegenüber der Diktatur und zur Beteiligung katholischer Organisationen an Arbeiterdemonstrationen. Ein Teil der kirchlichen Hierarchie distanzierte sich vom Regime und nahm eine Anti-Franco-Haltung ein. Diese Forderungen erreichten sogar die Armee, wo die Unión Militar Democrática (UMD) gegründet wurde.
Die politische Opposition und der Widerstand
Die alten politischen Parteien und ihre Führer erneuerten ihre Kapazitäten, während neue Gruppen und politische Organisationen entstanden – von der extremen Linken bis hin zu liberalen Monarchisten. Die Kommunistische Partei Spaniens (PCE) unter der Leitung von Santiago Carrillo verfolgte eine soziale Einstellung, die auf eine stärkere Durchdringung der Massenorganisationen abzielte. Die PSOE wurde von Felipe González geführt. Zudem entstanden linksextreme Parteien wie die PCI und Terrorgruppen wie die FRAP. Eine moderate Oppositionsgruppe bildeten die Christdemokraten, die verschiedene Strömungen unter Führern wie José María Gil-Robles vereinten. Dieser nahm am Kongress der Europäischen Bewegung in München teil, was vom Franco-Regime als „Verschwörung von München“ bezeichnet wurde. Dort forderte die Opposition die Notwendigkeit demokratischer Strukturen. Auch nationalistische Parteien wie die Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) wurden revitalisiert, und die Convergència Democràtica de Catalunya wurde unter der Leitung von Jordi Pujol geboren. Im Baskenland entstand die ETA, eine Organisation, die sozialistische Ideen mit radikalem Nationalismus mischte und sich 1968 für die Strategie des bewaffneten Kampfes gegen Franco aussprach.