Organische Demokratie und Repression im Franco-Regime
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Organische Demokratie
Für den Aufbau des neuen Staates diente der italienische korporatistische Staat als Grundlage, der eine gewerkschaftlich organisierte Beteiligung der Bevölkerung vorsah – ausgehend von der Familie, der Gemeinde und dem Berufsstand. Dieses neue System wurde als organische Demokratie bezeichnet.
Die Volksvertretung in staatlichen Institutionen wurde durch den Staat reglementiert. In den Gründungsakten des Parlaments und der Gerichte, die als das „höchste Organ der Beteiligung des spanischen Volkes an der Arbeit“ bezeichnet wurden, waren die Machtvertreter ernannt. Seit dem Organisationsgesetz von 1966 entstand die „dritte Familie“: Die Familienoberhäupter wurden durch Abstimmung der Haushaltsvorstände gewählt.
Diese Abgeordneten waren nicht demokratisch legitimiert, und Franco fehlte eine echte gesetzgebende Gewalt. Das Parlament fungierte lediglich als beratendes Organ für die Staatsspitze, da Franco die Legislative kontrollierte und ein Vetorecht bei der Gesetzgebung besaß. Die Machtausübung der Regierung wurde über die Institution der Zivilgouverneure in den Provinzen gesteuert, wobei eine Dualität der Macht durch die Einsetzung von Militärgouverneuren bestand. Eine weitere staatliche Machtinstanz war die Spanische Gewerkschaftsorganisation (OSE).
Politik der politischen Verantwortung
Während des Bürgerkrieges hatten die Rebellen ihre Entschlossenheit bekundet, alle Gegner des militärischen Aufstands zu eliminieren. Die Rebellen entfesselten eine umfassende Gewalt gegen die Republikaner, unabhängig von der direkten Schuld am Konflikt. Das Ende des Konflikts bedeutete keine Beendigung der Gewalt, sondern führte zur Institutionalisierung der Repression.
Zu diesem Zweck wurde unter anderem das Gesetz über die politische Verantwortung (1939) erlassen, das die systematische Verfolgung aller Personen vorsah, die in irgendeiner Weise mit der Republik kooperiert hatten. Im folgenden Jahr wurde dieses Gesetz um Bestimmungen zur Bekämpfung des Kommunismus und der Freimaurerei ergänzt.
Die Rolle der Armee
Die Armee war der Hauptvollstrecker dieser Unterdrückungspolitik. Die Folgen dieser Maßnahmen waren gravierend:
- Etwa 150.000 Hinrichtungen aus politischen Gründen.
- Rund 280.000 Inhaftierte in Gefängnissen.