Orogenese und Plattentektonik: Theorien der Gebirgsbildung
Eingeordnet in Geologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,09 KB
Orogenese-Hypothesen: Fixismus und Mobilismus
Fixistische Hypothesen
Dies waren die ersten Theorien. Man ging davon aus, dass die derzeitige Verteilung der Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche dieselbe ist wie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung. Durch die Nichtzulassung kontinentaler Bewegungen erklärte man die Entstehung der Gebirge als Folge verschiedener Kräfte und vertikalen Schubs.
Mobilistische Hypothesen
Diese Theorien schlugen vor, dass die Kontinente ihre Stellung im Laufe der Zeit verändert haben. Diese Bewegungen führten zu horizontalen Kräften, die in der Lage waren, große Gesteinsmassen zu komprimieren, zu falten und so Gebirge zu erheben.
- Die Hypothese der Kontinentaldrift: Formuliert im frühen 20. Jahrhundert von Alfred Wegener. Er lieferte mehrere Belege für die Kontinentalbewegung. Später wurde diese These durch neue Daten bestätigt und in die mobilistischen Theorien integriert.
- Das Modell der Ozeanbodenspreizung: Mit zunehmenden Kenntnissen über den Meeresboden wurde bestätigt, dass dieser kontinuierlich wächst und sich zu den Tiefseegräben hin bewegt. Dieses Modell schlägt eine Dynamik der Lithosphäre vor.
- Die Theorie der Plattentektonik: Die Akzeptanz der Mobilität und die spätere Entdeckung der Lithosphärenplatten führten zur Formulierung dieser Theorie, die derzeit wissenschaftlicher Standard ist.
Nachweise für die mobilistischen Hypothesen
Geologische Belege
Wegener stellte fest, dass die Küstenlinien von Südamerika und Afrika wie ein Puzzle zusammenpassen. Er überprüfte die Kontinuität einiger Bergketten und Felsformationen an Orten, die heute durch Ozeane getrennt sind. Diese Beobachtungen stützen die Vorstellung, dass die Kontinente in der Vergangenheit vereint waren und eine andere Position einnahmen.
Paläoklimatische Belege
Vor etwa 300 Millionen Jahren gab es eine Eiszeit. Es ist bekannt, dass sich die südliche polare Eiskappe ausdehnte und Rillen (Gletscherschrammen) in den Gesteinen der bedeckten Kontinente hinterließ. Heute finden sich diese Spuren auf verschiedenen Kontinenten; die einzige Erklärung ist, dass diese zum Zeitpunkt der Vereisung vereint waren.
Paläontologische Belege
Der Mesosaurus war ein Reptil, das im Mesozoikum in Binnengewässern lebte. Seine Fossilien wurden an weit voneinander entfernten Orten wie Südamerika und Afrika gefunden. Wegener schlussfolgerte, dass dieses Flussreptil den Ozean nicht überqueren konnte, um von einem Kontinent zum anderen zu gelangen. Die Verteilung der Fossilien beweist daher, dass die Kontinente einst verbunden waren.
Paläomagnetische Belege
Bei der Analyse des in Gesteinsproben gespeicherten Paläomagnetismus kann für verschiedene Zeitalter die Lage der magnetischen Pole relativ zum Kontinent bestimmt werden. Durch das Verbinden dieser Punkte entstehen sogenannte Polwanderungskurven. Wenn sich zwei Kontinente relativ zueinander bewegt haben, fallen diese Kurven nicht zusammen.