Ortega y Gasset: Ratiovitalismus und Historismus
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Perspektivismus und die Wirklichkeit
Einzelne Perspektiven werden wahr: Jedes Individuum wirft einen kritischen Blick auf das Universum. Die Perspektiven schließen sich nicht aus, sondern sind komplementär. Ratiovitalismus (1923–1955) – Das Thema unserer Zeit (1923): Ortega wollte Nietzsches Abspaltung von den Strömungen des Lebens, besonders die des Irrationalen, überwinden. Er denkt nicht daran, den Sinn aus menschlichen Gründen abzulehnen, während man in das Leben eintaucht. Ortega sagte: „Denken ist eine wichtige Funktion.“ Er argumentiert, dass die Vernunft nicht bedeutet, dass das Leben aufhört; sie darf nicht beiseitegeschoben werden, da im Leben die Vernunft wohnt. Dies führt zum Ratiovitalismus als entscheidendem Grund. Im Gegensatz zur reinen Vernunft kann dieser die Besonderheiten des Lebens erfassen. Ortega erfährt so die Wirklichkeit.
Das Leben als Projekt und Erfahrung
Das Leben ist eine Reihe von Erfahrungen und der Bereich, in dem sich alles sammelt. Man kann nicht über die Substanz des Lebens in statischer Form sprechen, denn das Leben ist kein Ding, sondern ein Projekt. Gemeinsamkeiten des Lebens gibt es in jeder Person:
- Leben ist bekannt und verstanden: Der Wunsch, die Wirklichkeit zu kennen.
- Um zu leben, muss die Welt vorgefunden werden: Man kann die Welt oder die Umstände nicht vom Selbst oder der Subjektivität trennen.
- Das Leben ist Schicksal und Freiheit: Die Welt, in der wir leben, sind unsere Umstände. Wir können die Umstände bestimmen, unter denen wir unser Selbst verwirklichen, auch wenn ihre Änderung nicht immer in unseren Händen liegt.
- Das Leben ist ein zukünftiges Projekt: Für Ortega ist die Zukunft der wichtigste Weg, um den Menschen zu charakterisieren.
Historismus und die historische Vernunft
Durch den Historismus nehmen wir die historische Vernunft an, denn das Leben ist Veränderung und Geschichte. Die traditionelle Philosophie hat die menschliche Existenz oft als etwas Statisches definiert. Ortega glaubt, dass diese Ansicht falsch ist, weil der Mensch kein Ding in der Welt ist, sondern ein Wesen mit Zeitlichkeit und Geschichte. Der Weg, die Welt zu verstehen, ist der Mensch und das Gefühl, dass die Realität existiert. Aus diesem historischen Grund bezieht sich das Leben auf Gefühle und einzelne Projekte, die wir studieren wollen. Er glaubt, dass dies individuell genutzt wird, um dem Leben einen Sinn zu geben und ihm entgegenzutreten.
Ideen versus Überzeugungen
Ideen sind Meinungen, die wir konstruieren und derer wir uns bewusst sind. Überzeugungen sind eine besondere Art von Ideen, die wir so verinnerlicht haben, dass wir sie nicht einmal verteidigen müssen, weil wir in ihnen leben.
Die Theorie der Generationen
Ortega entwickelt zudem die Theorie der Generationen zur Interpretation der Geschichte:
- Eine bereits abgelaufene, ältere Generation.
- Eine Generation in vollem Gange, welche die Kontrolle ausübt.
- Eine aktuelle, junge Generation in der Ausbildung.
Ortega argumentiert, dass Mitglieder derselben Generation mehr gemeinsam haben – selbst bei gegensätzlichen politischen Ideologien – als zwei Personen, die völlig unterschiedliche Epochen spüren.