Pädagogik & Bildung: Von Jean Itard bis Francesco Tonucci

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Jean Itard und die Anfänge der Sonderpädagogik

Jean Itard: Ein unvorhergesehenes Ereignis machte ihn zum ersten Lehrer von Kindern mit Behinderungen im weitesten Sinne des Wortes. Es war die Ankunft des elfjährigen „wilden Jungen von Aveyron“ in Paris. Dies ebnete den Weg zu einer Haltung, die für jeden Erzieher unverzichtbar ist: sich nicht mit dem Schicksal abzufinden, sondern zu akzeptieren, dass es immer etwas für jemanden zu tun gibt.

Sozialarbeit und Pädagogik: Rollen und Funktionen

In der sozialen Arbeit und Pädagogik gibt es verschiedene Funktionen. Obwohl beide Professionen oft über den gleichen Grad der Ausbildung oder Weiterbildung verfügen, neigen Sozialarbeiter dazu, eine Position wie die eines Feldwebels oder Leutnants einzunehmen, während der Erzieher oft der „Soldat“ an der vordersten Front ist.

Paulo Freire: Die Pädagogik der Unterdrückten

Paulo Freire möchte jenen das Wort zurückgeben, die zum Schweigen verurteilt wurden. Er besagt: „Die dominante Pädagogik ist die Pädagogik der herrschenden Klassen.“ Die Praxis der Freiheit findet ihren adäquaten Ausdruck in einer Pädagogik, in der die Unterdrückten die Bedingungen finden, um als Subjekte ihres eigenen historischen Schicksals reflexiv zu handeln.

Definition von Bildung: Ursprung und Prozess

Bildung (vom lateinischen educare für „führen“ und educere für „herausziehen“) wird als zweiseitiger Prozess definiert. Er erfolgt durch den Erwerb von Wissen, Werten, Sitten und Bräuchen – nicht nur durch Instruktion, sondern durch unsere Handlungen, Gefühle und Verhaltensweisen. Die Folge davon ist die Verkörperung von Fähigkeiten, Wissen und Einstellungen.

Emilio Calatayud: Jugendrecht und Resozialisierung

Konflikte (E. Calatayud): Emilio Calatayud stellte fest: „Wir haben eine sehr junge ‚Light-Generation‘, die unvorbereitet auf Frustration ist.“ Der Jugendrichter aus Granada ist bekannt für seine phantasievollen und exemplarischen Verurteilungen. Er glaubt, dass wir alle Verbrechen begehen können, aber resozialisierbar sind. Er behauptet, dass bloße Strafen für junge Menschen oft nur einen Rückschritt bedeuten.

Francesco Tonucci: Die Bedeutung des Spielens

33: „Der Lehrer kennt und lehrt. Der Lehrer kennt und liebt das Lehren und weiß, dass Liebe über dem Wissen steht. Man lernt nur wirklich das, was mit Liebe gelehrt wird.“ Francesco Tonucci (alias Frato) liefert in seinen Cartoons Denkanstöße für Erwachsene und erklärt die Welt der Lehrer, Schüler und Bildung. Niemand weiß so gut wie er, dass Kindheit ein Zustand ist. Er ist als „Kind geboren“ und hat es geschafft, diese Eigenschaft in seinem Leben zu bewahren. Er hat den Mythos von Peter Pan Wirklichkeit werden lassen. Wenn man seinem „Unsinn“ zuhört, findet man große Lösungen. Wenn ein Kind scheinbaren Unsinn redet, wird es oft von Eltern oder Lehrern ignoriert, obwohl es wahrscheinlich eine große Wahrheit ausspricht.

  • „Kinder lernen beim Spielen viel mehr als beim Studieren.“
  • „Das Spiel ohne Aufsicht von Erwachsenen ist die höchste kulturelle Form der Kindheit.“
  • „Kinder, die lange und gut spielen, werden bessere Erwachsene. Das Spiel bietet Ressourcen für das Leben.“
  • „Alle Krisen der Jugend entwickeln sich bereits in der frühen Kindheit.“
  • „Heute bedeutet Erziehung oft, Kindern zu verbieten, sich wie Kinder zu benehmen. Da Kinder ihre Tage vor Ausbildern verbringen, wird es schwierig, Eigenständigkeit zu entwickeln. Das treibt die Notwendigkeit für kumulative Risiken voran, wie das erste Fahrrad oder das nächtliche Ausgehen.“
  • „Was ein Kind unter Aufsicht tut, unterscheidet sich von dem, was es alleine tut. Kinder brauchen Räume, in denen sie tun können, was sie wollen: den Rasen betreten, auf Bäume klettern und mit Eidechsen spielen.“

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