Das Pantheon in Rom: Architektur, Geschichte und Bedeutung
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Das Pantheon: Ein Meisterwerk römischer Baukunst
Das Pantheon ist das Ergebnis der erheblichen Fortschritte in den Bautechniken der römischen Kunst im Vergleich zur griechischen Konstruktion. Die Römer experimentierten mit den Möglichkeiten des Bogens und suchten Monumentalität. Das Pantheon, dessen riesige Kuppel die verwendeten Materialien bis an ihre maximale Belastbarkeit forderte, war ihre größte Herausforderung und gilt als das Meisterwerk des römischen Bauwesens. Bis zum 19. Jahrhundert, inmitten der aufkommenden Eisenarchitektur, konnten seine Dimensionen nicht übertroffen werden. Die Kuppel, die von außen kaum wahrnehmbar ist, wirkt spektakulär, sobald man den Raum betritt.
Allgemeine Dokumentation
- Name: Pantheon
- Architekt: Unbekannt (im Auftrag des Kaisers Hadrian)
- Zeitraum: 2. Jahrhundert, zwischen 118–125 n. Chr.
- Standort: Marsfeld, Rom
- Stil: Römische Kaiserzeit
- Materialien: Beton, Ziegel, Holz und Marmor
- Dimensionen: 35 m Breite (Rahmen), 18 m Höhe (Säulen), 58 m Außendurchmesser (Trommel)
Exterieur und Architektur
Das Pantheon war ursprünglich so konzipiert, als wäre es ein kaiserliches Forum, umgeben von einem Platz mit Arkaden, der jedoch nie vollendet wurde. Daher ist heute nur das Eingangsportal sichtbar. In Anlehnung an griechische Tempel besteht der Portikus (1) aus einem Oktastylos mit acht monolithischen Granitsäulen und weißen Marmorbasen, die ein Gebälk stützen, das die Inschrift des alten Tempels von Agrippa trägt.
Ein Übergangsbau (2) führt zur Trommel, deren Marmor- und Stuckverkleidung heute verloren ist, weshalb sie wie ein nackter Zylinder ohne Verzierungen wirkt. Die Struktur kombiniert, wie bei den Römern üblich, Beton und Ziegelsteine. Die Linien der Faszie (3) bilden drei überlappende Stockwerke aus Ziegelbögen – wahre Entlastungsbögen, die als Strebepfeiler in der Wand fungieren. Diese verteilen den Druck der Kuppel strategisch auf acht Pfeiler, die kreisförmig um die Cella platziert sind. Die Trommel endet an der Spitze (4), die ehemals mit vergoldeten Bronzeziegeln gedeckt war und nun als nackte Basis dient. Beim Bau der Kuppel wurden die Materialien bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit beansprucht.
Der Grundriss (Planta)
Der Portikus (1) ist durch Säulen in drei Schiffe unterteilt. Das zentrale Schiff gipfelt in riesigen Bronzetüren, die Zugang zur Cella gewähren, während die Seitenschiffe in zwei Nischen enden. Es folgt der Übergangsbau, der hinzugefügt wurde, um die Inkonsistenz zwischen zwei verschiedenen Bauformen – dem Rechteck und dem Kreis – zu überbrücken. Die kreisförmige Cella wird von acht Säulen dominiert, welche die Hauptlast der Kuppel tragen. Diese originelle Lastverteilung ermöglicht es, dass am Umfang der Cella acht Nischen zwischen den Säulen offen bleiben.
Das Interieur und die Kuppel
Der untere Zylinder ist eine fiktive Fassade aus hochwertigen Materialien. Dieses große und luxuriöse dekorative Set hat eine doppelte Funktion: Es verdeckt das gesamte Lastsystem und ist indirekt eine Hommage an die griechische Architektur. Über dieser Illusion erhebt sich ein Attikageschoss mit fensterähnlichen Nischen, die indirektes Licht spenden. Darüber wölbt sich die Kuppel (4) bis auf eine Höhe von 43,3 m.
Eine Ringstruktur mit Kassetten verleiht dem Raum Erhabenheit; die Kassetten werden nach oben hin kleiner, um die Perspektive zu verstärken. Die Krone der Kuppel bildet ein Opaion (Oculus) oder Rundfenster von fast 9 m Durchmesser. Es ist die wahre Quelle für Licht und Belüftung. Das Licht, das durch den Oculus fällt, emuliert die Sonnenscheibe und wandert im Laufe des Tages langsam über die Innenwand.
Religiöse und symbolische Bedeutung
Das Pantheon ist ein religiöses Gebäude, das seit seiner Gründung allen Göttern gewidmet war, einschließlich der früheren und vergötterten Kaiser. So diente es indirekt der Verherrlichung der kaiserlichen Macht unter Hadrian. Das Interieur ist eine konstante Anspielung auf die römische Kosmologie. Die Kuppel ist beispielsweise in 5 Kreise mit 28 Kassetten unterteilt, was die Tage des Mondmonats symbolisiert und als die 5 konzentrischen Sphären des antiken Planetensystems mit der Sonne im Zentrum gelesen werden kann.
Die Form der Kuppel ähnelt dem Himmelszelt, beleuchtet von der Sonne in der Mitte. Dies unterstreicht die Sichtweise, dass Rom das Zentrum des Universums war. Das Pantheon war eine lebenslange Faszination für die Architekten der Renaissance und des Barock und prägte bedeutende Werke wie die Pazzi-Kapelle, die Kuppel von Santa Maria del Fiore von Brunelleschi oder San Carlo alle Quattro Fontane von Borromini.