Partizip und indirekte Rede im Deutschen: Grammatik kompakt erklärt
Partizip Perfekt
Das Partizip Perfekt beschreibt meist passive und/oder abgeschlossene Handlungen, Zustände oder Ereignisse.
Partizipialkonstruktionen und Relativsätze
Partizipialkonstruktionen lassen sich in Relativsätze umwandeln. Dabei stellt sich die Frage: Aktiv oder Passiv?
Ein renoviertes Haus kostet viel.
Vorzeitige, abgeschlossene Handlung: Vorgangspassiv mit werden
Ein Haus, das renoviert worden ist, …
Gleichzeitiger Zustand: Zustandspassiv mit sein
Wie kann ich mit meinem WLAN verbundene Geräte anzeigen?
Wie kann ich Geräte anzeigen, die mit meinem WLAN verbunden sind?
Schließen Sie vor der Installation alle geöffneten Programme.
Schließen Sie vor der Installation alle Programme, die geöffnet sind.
Partizip I und Partizip II
Partizip I
Bildung: Infinitiv + -d + Deklinationsendung
Der lachende Mann.
Es wird verwendet, wenn der Satz aktiv und gegenwärtig ist.
Partizip II
Bildung: dritte Stammform + Deklinationsendung
Das gefahrene Auto.
Es wird verwendet, wenn der Satz passiv ist und das Subjekt die Handlung erleidet bzw. die Handlung abgeschlossen ist.
Indirekte Rede
Er hat gesagt/behauptet/versichert/gemeint/erklärt, dass … / Er hat gefragt, ob … + Konjunktiv I/II
Konjunktiv I wird normalerweise in der Schriftsprache verwendet.
Konjunktiv II wird:
verwendet, wenn die Formen von Indikativ und Konjunktiv I übereinstimmen,
fast immer in der gesprochenen Sprache verwendet (außer bei sein und haben).
Sein ich sei du seiest er sei wir seien ihr seiet sie seien | Haben ich habe du habest er habe wir haben ihr habet sie haben |
Vergangenheit: sei/habe + Partizip II
Im gesprochenen Deutsch wird oft direkt der Indikativ verwendet: Er sagt, er arbeitet heute.
Beispiele:
Er sagt, er komme morgen.
Sie sagt, sie hätte gern mehr Zeit.
Sie sagt, sie habe das Buch gelesen.
Endungen für Modalverben:
Konjunktiv I -e -est -e -en -et -en | Konjunktiv II -te -test -te -ten -tet -ten |
Beispiele:
Er sagt, er könne heute nicht kommen.
Er sagt, er könnte nicht kommen.
Sie sagt, dass sie länger arbeiten müsse.
Sie sagt, dass sie länger arbeiten müsste.
Vergangenheit: Er sagte, er habe arbeiten müssen.
Übung: Indirekte Rede
Immer Konjunktiv I verwenden.
Ist Konjunktiv I = Indikativ, dann Konjunktiv II verwenden (sowohl für Gegenwart als auch Vergangenheit).
Steht Konjunktiv II bereits im Text, dann unverändert lassen!
Modalverben beachten.
Modalverben:
Konjunktiv I Präsens: wird wie bei normalen Verben gebildet.
Konjunktiv I Vergangenheit: sei/habe + Doppelinfinitiv (Infinitiv des Verbs + Infinitiv des Modalverbs).
Irreale Bedingungssätze
Irreale Bedingung in der Gegenwart
Sein, haben und Modalverben: Konjunktiv II (wäre, hätte, ginge; abgeleitet vom Präteritum).
Alle anderen Verben: „würde“ + Infinitiv.
Wenn ich reich wäre, würde ich mehr reisen.
Modalverb: Konjunktiv II des Modalverbs + Infinitiv = Wir könnten kochen.
Irreale Bedingung in der Vergangenheit
Konjunktiv II der Vergangenheit: wäre/hätte + Partizip II.
Wenn ich reich gewesen wäre, hätte ich mehr gereist.
Modalverb: wäre/hätte + Infinitiv des Modalverbs + Infinitiv des Verbs = Wir hätten kochen können.
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