Pedro de Mena: Maria Magdalena (1664) – Barock-Skulptur
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Maria Magdalena von Pedro de Mena
1. Basisdaten:
- a) Standort: Museo Nacional de Escultura, Valladolid
- b) Künstler: Pedro de Mena
- c) Epoche: Barock
- d) Entstehungsjahr: 1664
- e) Größe: Lebensgroß
- f) Material: Holz (Zedernholz)
2. Historischer Kontext
a) Politisch: Im Spanien des 17. Jahrhunderts markierte diese Zeit das Ende der politischen Vorherrschaft, nachdem viele europäische Gebiete verloren gingen. Während dieser Zeit litt das Land unter einer schwierigen wirtschaftlichen und demografischen Krise.
b) Wirtschaftlich: Die Landwirtschaft wurde zur Haupttätigkeit des Jahrhunderts. Tierhaltung, Metallurgie und Schiffbau erlitten einen Rückschlag. Der Binnenhandel wurde durch verstärkte Zölle behindert.
c) Kulturell: Der Barock stellt eine Veränderung des Geistes dar, von Optimismus hin zu Pessimismus und Realismus, was eine Wiederbelebung dieser Zeit bewirkte.
3. Die barocke Skulptur in Spanien
Die barocke Skulptur in Spanien manifestiert sich vor allem in religiösen Bildern, die aus Holz geschnitzt wurden.
A) Formale Aspekte:
- Trend zur realistischen menschlichen Reproduktion (Gusto Real).
- Große Bedeutung der Darstellung.
- Wenig Nacktheit bzw. Darstellung des Nackten in seiner reinen Form.
- Dem Akt wird große Bedeutung beigemessen.
- Verwendete Materialien: Holz, Metall und Gold.
B) Themen und Schulen:
Das behandelte Thema ist fast ausschließlich religiös und nur im Bereich der monumentalen Plastik am Hofe fest verankert. Es werden großartige Bilder geschaffen. In diesen Arbeiten wurde die Kunst der Fassung (Estofado) teils aufgegeben und stattdessen Farben direkt verwendet. Die Figuren sind für Konvente und Kirchen bestimmt. Es herrscht ein realistischer Sinn für Bildwerke mit echten Gewändern und echtem Haar vor. Das Ziel der Skulpturen ist es, Vertrauen und Glauben zu vermitteln.
Im 17. Jahrhundert gab es zwei Hauptschulen:
- 1. Kastilische Schule (Valladolid und Madrid): Übertriebener Realismus, Grausamkeit und Schmerz, reichlicher Ausdruck von bösartigen Charakteren.
- 2. Andalusische Schule (Sevilla und Málaga): Hier dominiert die Gelassenheit und schöne, ausgewogene Bilder.
4. Analyse der Maria Magdalena
Die Magdalena besitzt ein natürliches Maß und wurde sorgfältig aus Zedernholz geschnitzt, einem gängigen Material für erlesene Werke. Die Magdalena wurde vorzüglich gearbeitet: Hände und Füße wurden sehr detailliert behandelt. Sie hält das Kreuz in ihrer linken Hand, während die rechte Hand auf das Herz drückt, um die Überwältigung der Gefühle zu zeigen. Die Formgebung dieser Hände zeugt von einer delikaten und höchsten Eleganz.
Dies ist eine Frau, die viel von ihrer Schönheit bewahrt, aber keine Sinnlichkeit vermittelt: Ihre Erscheinung ist im Hintergrund von ihren Emotionen bewegt, und ihr Körper ist unter einem Gewand aus Palmenblättern verborgen, sodass die weiblichen Formen nicht betont oder angedeutet werden. Es ist eine jugendliche Figur mit hebräischem Profil. Die Haltung der Magdalena, leicht nach vorne geneigt, lenkt die Aufmerksamkeit auf ihr bewegtes Gesicht, während der Blick auf das Kruzifix, das Symbol der Erlösung, konzentriert ist.
Das Gesicht der Magdalena mit trockenen Lippen, roten Augen und Nackenverspannungen kommuniziert Schmerz und Reue. Der dramatische Gehalt zeigt sich auch in der Spannung der Finger und den langen, feuchten Locken. Man sieht die Tränen der Frau, die über ihr Gesicht laufen. Zusammenfassend zeigt der Ausdruck der Magdalena, konzentriert auf das Kreuz und die Tränen, die Reue über ihre Vergangenheit als Sünderin. Das rustikale Gewand, das mit einem Seil gebunden ist, und ihre nackten Füße symbolisieren die Buße, die eine aufrichtige Reue begleiten muss.
Ihr Gesicht, wie bei vielen Figuren von Mena, vermittelt eine mystische Vision und verschlimmert nicht das Leiden des Charakters. Die Figur wird durch die nüchterne Palette vergrößert: Ocker, Braun, einige Rotbrauntöne (wie die Erde von Sevilla) und ein paar dunkle Töne verhindern hohe Kontraste, die den dramatischen Gehalt des Werkes stören würden.
5. Der Künstler: Pedro de Mena
Pedro de Mena (1628–1688) war ein bedeutender Bildhauer des spanischen Barocks, spezialisiert auf religiöse Bildwerke (Imaginería).
a) Weitere Werke: Die Schmerzensreiche (Dolorosa), Inmaculada, San Pedro de Verona, Die Katholischen Könige.
6. Funktion
a) Funktion: Religiöse und zugleich symbolische Funktion, die Buße als notwendigen Weg zur Erlösung darstellt.