Persönlichkeit, Sozialisation und soziale Kontrolle

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Einheit 5: Persönlichkeit und Sozialisation

Konzept der Kommunikationsrituale

Kultur wird von Einzelpersonen innerhalb einer Gruppe oder Gesellschaft erworben.

Definition nach Rocher

Sozialisation ist der Prozess, in dem der Mensch im Laufe seines Lebens soziokulturelle Faktoren seiner Umgebung lernt und verinnerlicht. Diese werden durch soziale Erfahrungen und wichtige Akteure in die Struktur der Persönlichkeit integriert und beeinflussen die Anpassung an das soziale Umfeld, in dem das Individuum überleben muss.

Beispiel: Wilde Kinder

Ein „wildes Kind“ gelangt erst spät in das gesellschaftliche Leben. Trotz fehlender Geburtsfehler lernt es grundlegende Verhaltensweisen und Gewohnheiten nur mühsam. Oft zeigen sich rudimentäre Gewohnheiten und antisoziales Verhalten.

Persönlichkeit

Die Persönlichkeit ist weitgehend das Ergebnis der Sozialisation. Sie ist die Summe der individuellen Merkmale, die eine Person von anderen unterscheiden. Sie bestimmt die Anpassung an die Umwelt durch zwei Komponenten:

  • Angeborene Faktoren: Biologische Einflüsse.
  • Erworbene Faktoren: Durch Erfahrungen geprägt.

Faktoren der Persönlichkeitsentwicklung

  • 1. Vererbung: Die biologische Grundlage, die das Rohmaterial der Persönlichkeit bildet.
  • 2. Umwelt: Physische Umgebung, Klima, Geografie und soziale Einflüsse.
  • 3. Gruppenerfahrungen: Entscheidend für die Entwicklung. Durch die Interaktion mit Familie und Kollegen entsteht das Selbstbild („Ich“ versus „Andere“).

Soziale Ordnung und Kontrolle

Soziale Normen

Jede menschliche Gesellschaft lebt nach sozialen Normen, die wir durch Sozialisation erwerben. Diese spezifischen Verhaltensmuster können formal (Gesetze) oder informell (Sitten und Gebräuche) sein. Sie bilden die Grundlage für gesellschaftliche Ordnung.

Soziale Konformität

Soziale Konformität liegt vor, wenn das Regelwerk weitgehend akzeptiert wird. Dies hängt nicht von genetischen Faktoren ab, sondern von der Sozialisation. Da ein vollständiger Konsens unmöglich ist, sind Kontrollmechanismen notwendig.

Soziale Kontrolle

Dies ist eine Reihe von Mechanismen, durch die die Gesellschaft den Einzelnen dazu bewegt, sich an Regeln zu halten, und abweichendes Verhalten unterdrückt. Dies reicht von einer Geste der Missbilligung bis hin zu rechtlichen Sanktionen.

Soziale Devianz

Soziale Devianz bezeichnet Verhalten, das von den sozialen Regeln abweicht. Abweichung existiert nur in Bezug auf ein bestehendes Regelwerk: Dasselbe Verhalten kann in einer Gesellschaft als abweichend und in einer anderen als akzeptiert gelten.

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