Pflege-Leitfaden: Dehydration, Aspiration und Diabetes
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Dehydration: Definition, Ursachen und Symptome
Definition: Verminderung des Körperwassers bzw. ein Flüssigkeitsmangel.
Ursachen der Dehydration
- 1. Verminderte Flüssigkeitsaufnahme
- 2. Erhöhter Flüssigkeitsverlust (z. B. Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Verbrennungen, Fieber)
Risikofaktoren
- Schluckstörungen
- Immobilität
- Harninkontinenz
- Einnahme von Medikamenten
- Magen-Darm-Erkrankungen
Symptome einer Dehydration
- 1. Durst
- 2. Schwäche und Antriebslosigkeit
- 3. Trockene Mundschleimhaut
- 4. Verminderter Achselschweiß
- 5. Verminderte Urinausscheidung
- 6. Obstipation (Verstopfung)
- 7. Erhöhte Körpertemperatur
Dehydrationsprophylaxe und Maßnahmen
Definition: Maßnahmen, um einem unkritischen Wasserverlust vorzubeugen.
Wichtige Maßnahmen
- 1. Informieren: Bewohner und Angehörige über Risikofaktoren und Maßnahmen aufklären.
- 2. Geeignete Getränke auswählen.
- 3. Umgebungsbedingungen verbessern (z. B. Licht).
- 4. Trinkmotivation steigern.
- 5. Im Sommer vermehrt wasserhaltige Lebensmittel wie Wassermelone anbieten.
- 6. Trinkglas ansprechend präsentieren (erstrahlen lassen).
- 7. Getränke aktiv anbieten.
Aspirationsprophylaxe in der Pflege
Definition: Aspiration ist das Eindringen flüssiger oder fester Stoffe in die Atemwege während des Einatmens.
Risikofaktoren für Aspiration
- 1. Bettlägerigkeit
- 2. Demenzpatienten
- 3. Parkinson-Patienten
- 4. Schlaganfall-Patienten
- 5. Erkrankungen im Mundraum
- 6. Schluckstörungen
- 7. Häufiges Erbrechen
- 8. Körperliche Schwäche
- 9. Bewusstseinsstörungen
- 10. Probleme bei der Nahrungsaufnahme
Ursachen
- 1. Erkrankungen im Mund
- 2. Schlaganfall
- 3. Morbus Parkinson
- 4. Demenz
- 5. Schädel-Hirn-Trauma
Maßnahmen der Aspirationsprophylaxe
Die Prophylaxe umfasst alle Maßnahmen, die geeignet sind, eine Aspiration bzw. ein Verschlucken zu vermeiden.
Praktische Durchführung
- 1. Oberkörper hochlagern.
- 2. Ruhe im Zimmer sicherstellen.
- 3. Brille und Hörgerät tragen lassen.
- 4. Zahnprothese einsetzen.
- 5. Teller optimal positionieren.
- 6. Mundschleimhaut anfeuchten.
- 7. Hilfsmittel nutzen.
- 8. Kleine Mengen in den Mund nehmen.
- 9. Beim Essen nicht alleine lassen.
- 10. Nach dem Essen muss der Bewohner noch einen Moment sitzen bleiben.
- 11. Schlucktraining durchführen.
Geeignete Nahrungsmittel
- 1. Angedickte Getränke und Suppen, passierte Eintöpfe.
- 2. Pürierte Kost: Joghurt, Fleisch, Fisch oder Pudding.
- 3. Zu vermeiden: Nahrungsmittel, die gleichzeitig feste und flüssige Bestandteile haben oder krümelig sind.
Diabetes mellitus: Typen und Unterschiede
Definition und Typen
Typ-I-Diabetes: Eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bildung von Insulin im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) gestört ist. Es wird gar kein Insulin produziert, weshalb es zugeführt werden muss. Betrifft meist jüngere Menschen unter 40 Jahren.
Typ-II-Diabetes: Es wird zu wenig Insulin gebildet oder die Wirkung des Insulins an den Zellen ist gestört. Betrifft meist Menschen über 40 Jahre; das Risiko wird durch Übergewicht und einen ungesunden Lebensstil gefördert.
Behandlungsmethoden
- Bei Typ I: Insulintherapie ist zwingend notwendig; Tabletten sind unwirksam.
- Bei Typ II: Im Anfangsstadium Gewichtsreduktion und Bewegung. Später sind Tabletten und schließlich eine Insulintherapie notwendig.
Risikofaktoren und Symptome bei Diabetes
Risikofaktoren
- Typ I: Zu kurze Stilldauer nach der Geburt, zu frühe Gabe von Kuhmilch oder glutenhaltiger Kost an Kinder, Giftstoffe.
- Typ II: 1. Übergewicht, 2. zu wenig körperliche Bewegung, 3. Rauchen, 4. ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung, 5. bestimmte Medikamente.
Symptome von Diabetes
- 1. Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- 2. Starker Durst
- 3. Schwitzen
- 4. Kopfschmerzen
- 5. Schwindel
- 6. Juckreiz und trockene Haut
- 7. Sehstörungen
Mögliche Folgeerkrankungen
- 1. Koronare Herzkrankheit
- 2. Schlaganfall
- 3. Arterielle Verschlusskrankheit
- 4. Diabetisches Fußsyndrom: Wunden im Fußbereich werden verzögert bemerkt, heilen schlecht und können sich infizieren.
Pflege von Menschen mit Diabetes
- 1. Diabetesgerechte Ernährung sicherstellen.
- 2. Ältere Diabetiker vor Mangelernährung schützen.
- 3. Bei der Bewegung helfen.
- 4. Blutzucker richtig messen und regelmäßig kontrollieren.
Besonderheiten der Fußpflege
- 1. Tägliche Sicht- und Tastkontrolle der Füße.
- 2. Füße waschen und gut abtrocknen (besonders die Zehenzwischenräume).
- 3. Zehennägel richtig kürzen.
- 4. Füße eincremen.
- 5. Vor Infektionen und Druckstellen schützen.
- 6. Hornhaut beobachten.
Hypoglykämie und Hyperglykämie
Hypoglykämie (Unterzuckerung): Blutzucker unter 60 mg/dl. Symptome: Schweißausbrüche, Heißhunger, Zittern. Maßnahmen: Gabe von schnellen Kohlenhydraten (z. B. Traubenzucker, Banane), Fachkraft informieren, engmaschige Kontrolle.
Hyperglykämie (Überzuckerung): Blutzucker über 250 mg/dl. Der Normalbereich liegt deutlich darunter.
Die Rolle von Insulin
Insulin dient als „Türöffner“ für Glukose. Es reguliert den Transport von Zucker aus dem Blutkreislauf in die Zellen sowie den Fett- und Eiweißhaushalt.
Durchführung der Blutzuckermessung (BZ)
Benötigte Materialien
- Hautdesinfektionsmittel
- Unsterile Handschuhe
- Tupfer
- Stechhilfe (Lanzette)
- Blutzuckermessgerät mit passenden Teststreifen
Schritte der Durchführung
- Mit der Lanzette seitlich an der Fingerbeere einstechen.
- Finger vom Ansatz her leicht drücken und ausstreichen.
- Den ersten Tropfen Blut verwenden (bzw. nach Standard verfahren).
- Blut auf den Teststreifen geben und die Anforderungen des Geräts beachten.
Häufige Fehlerquellen
- 1. Abgelaufene Teststreifen.
- 2. Defektes Messgerät.
- 3. Feuchte Finger des Bewohners.
- 4. Schmutzige oder ungewaschene Finger.
- 5. Schwache Batterie im Gerät.
- 6. Falsche Einheit am Gerät eingestellt.