Pflegeleitfaden: Sicherheit, Hygiene und Schlaf im Alter
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Sicherheit und Orientierung im Alltag
Betreuer identifizieren Umweltgefahren und bestimmen, wie diese zu beseitigen sind. Geben Sie klare Anweisungen, um die maximale Orientierung des Patienten zu gewährleisten:
- Sprechen Sie die Person mit ihrem Namen an.
- Stellen Sie sich selbst vor.
- Nennen Sie häufig Tag, Monat, Uhrzeit und den Ort, an dem man sich befindet.
- Behalten Sie so weit wie möglich die gleichen Bezugspersonen bei.
- Versuchen Sie, den Patienten nicht allein mit Fremden zu lassen.
- Erstellen Sie ein tägliches Aktivitätenprogramm.
- Kennzeichnen Sie Räume mit Plakaten und Zeichnungen.
- Verändern Sie die räumliche Umgebung so wenig wie möglich.
- Empfehlen Sie das Tragen eines Identifikations-Armbands.
- Vermeiden Sie Überstimulation sowie sensorische Deprivation.
Besonderheiten bei Krankenhausaufenthalt oder Heimunterbringung
Sorgen Sie für flexiblere Öffnungszeiten und fordern Sie die Zusammenarbeit der Familie ein. Bitten Sie darum, Fotos und vertraute Gegenstände mitzubringen. Ermutigen Sie die Familie, mit dem Patienten über die Vergangenheit zu sprechen.
Unterstützung beim Ankleiden
Fördern Sie die Teilnahme des Patienten und respektieren Sie seine Vorlieben. Kleiden Sie ihn der Tageszeit entsprechend an. Wählen Sie geeignete Kleidung aus und legen Sie diese in der richtigen Reihenfolge bereit. Ersetzen Sie Knöpfe durch Reißverschlüsse oder Klettverschlüsse und nutzen Sie Schuhe ohne Schnürsenkel. Bewahren Sie stets die Privatsphäre des Patienten.
Hygiene und Hautpflege
Behalten Sie die gleiche Routine bei der Durchführung von Self-Care-Aktivitäten bei. Prüfen Sie stets die Wassertemperatur. Erinnern Sie den Patienten freundlich an die Notwendigkeit der Hygiene. Entfernen Sie alles, was nicht gebraucht wird. Unterweisen Sie die Bezugspersonen in Massagetechniken.
Unterstützung bei der Ausscheidung
Begleiten Sie den Patienten regelmäßig zur Toilette. Bei nächtlicher Inkontinenz sollte die Aufnahme von 1,5 bis 2 Litern Wasser vor 18 Uhr erfolgen. Nutzen Sie Matratzenschoner und Schutzauskleidungen für das Bett. Lehren Sie die Bezugspersonen den richtigen Umgang mit Windeln, falls diese notwendig sind.
Mobilität und körperliche Aktivität
Erhalten Sie ein hohes Maß an körperlicher Aktivität durch ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm.
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Stellen Sie eine ausreichende Nährstoffzufuhr sicher und überwachen Sie einen möglichen Gewichtsverlust. Schneiden Sie die Nahrung in kleine Stücke; achten Sie auf gründliches Kauen und Schlucken. Beobachten Sie den Schluckvorgang genau, um Verschlucken zu vermeiden. Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung. Verwenden Sie bruchsicheres Geschirr und farbiges, einfaches Besteck. Gewährleisten Sie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Bei Dysphagie (Schluckstörungen) für Flüssigkeiten wird die Verwendung von Andickungsmitteln und Gelatine empfohlen.
Ruhe und Schlaf
Faktoren, die die Entspannung fördern, sind wichtig. Ruhe wird empfohlen, wenn der Patient das Gefühl hat, die Dinge unter Kontrolle zu haben, sich akzeptiert und verstanden fühlt und keine physischen oder psychischen Beschwerden vorliegen. Bieten Sie Hilfe an, wenn sie benötigt wird, und sorgen Sie für eine ausreichende Anzahl spezifischer Aktivitäten.
Maßnahmen zur Förderung der Erholung
- Wechseln Sie zwischen Aktivität und Entspannung ab.
- Vermeiden Sie übermäßige Stimulation.
- Bieten Sie ein umfassendes Unterhaltungsprogramm zur Auswahl an.
- Fördern Sie die Nutzung von Medien in Maßen.
- Vermeiden Sie Stimulation in der Nacht.
- Empfehlen Sie ein kurzes Nickerchen.
Physiologie des Alterns und Schlafstörungen
Änderungen im Schlafmuster können folgende Ursachen haben:
- Physiologische Faktoren.
- Gesundheitliche Veränderungen.
- Wirkung von Medikamenten.
- Psychosoziale Faktoren.
- Zeitumstellungen.
Physiologische Veränderungen können im Labor quantifiziert werden. Änderungen der funktionalen Gesundheit oder psychotische Zustände beeinflussen den Schlaf ebenfalls. Änderungen durch Medikamente können Nebenwirkungen sein, Entzugserscheinungen nach chronischem Konsum von Stimulanzien oder Schlafmitteln oder paradoxe Reaktionen darauf. Psychosoziale Faktoren erzeugen Stresssituationen, die zu Schlafstörungen führen. Auch das Zeitzonen-Syndrom (Jetlag) oder allgemeine Zeitumstellungen führen zu Schlafstörungen. Ältere Menschen haben oft größere Schwierigkeiten, sich an den Wandel der Zeit anzupassen.
Stadien des Schlafes
Diese müssen berücksichtigt werden, um bei Problemen einzugreifen: Vorbereitung, Einschlafen (Dormitio), Tiefschlafphasen und Erwachen.