Die zweite Phase des Franco-Regimes (1959–1975)
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Politische Entwicklungen
Stufe 1: Der späte Franquismus (1959–1973)
Merkmale: In dieser Phase verschwanden die Spuren des Falangismus, und die politische Dominanz ging auf die Technokraten des Opus Dei über. Das Regime modernisierte sein Erscheinungsbild, um durch lebensfähige Institutionen seine Dauerhaftigkeit zu sichern.
Evolution:
- 1962: Franco bildete die Regierung um, stärkte die Technokraten und ernannte General Agustín Muñoz Grandes zum Vizepräsidenten.
- 1966/1967: Das Organisationsgesetz des Staates wurde verabschiedet, um die Zukunft des Regimes zu sichern. Es trennte die Ämter des Staatsoberhauptes und des Regierungschefs, ebnete den Weg für die Monarchie und öffnete die Cortes für einen gewissen Anteil an Volksvertretern.
- Interne Spannungen: Es bildeten sich zwei Lager: der „Bunker“ (konservative Kräfte, die am totalitären Geist des 18. Juli festhielten) und die Aperturistas (Reformorientierte). Manuel Fraga verabschiedete 1966 das Pressegesetz, das eine gewisse Meinungsfreiheit ermöglichte.
- 1969: Ernennung von Juan Carlos de Borbón zum Nachfolger Francos.
- 1973: Ermordung von Carrero Blanco durch die ETA.
Außenpolitik
Ab 1957 verfolgte Franco folgende Ziele:
- Europäische Gemeinschaft: Die Technokraten beantragten 1962 den Beitritt zur EWG, der jedoch erst 1986 realisiert wurde.
- USA: Fortführung der bilateralen Abkommen.
- Gibraltar: Diplomatische Druckmittel blieben erfolglos.
- Entkolonialisierung: Unabhängigkeit von Äquatorialguinea (1967) und Abtretung von Ifni an Marokko (1969).
Stufe 2: Die Agonie des Regimes (1973–1975)
Merkmale: Der körperliche Verfall des Diktators, zunehmende Spannungen innerhalb des Regimes, die Entfremdung von der Kirche und der Druck der Opposition prägten diese Zeit. Zudem erschütterten eine Wirtschaftskrise und der Einfluss der „Nelkenrevolution“ in Portugal das Land.
Evolution: Nach dem Tod von Carrero Blanco wurde Carlos Arias Navarro Regierungschef. Er scheiterte jedoch daran, die konservativen Kräfte mit den Reformern zu versöhnen. Im November 1975 starb Franco und hinterließ ein zerfallendes Regime.
Sozioökonomische Entwicklung (1960–1973)
Mit dem Nationalen Plan zur wirtschaftlichen Stabilisierung (1959) öffnete sich Spanien dem Weltmarkt. Die Peseta wurde abgewertet, um Exporte zu fördern. In den 1960er Jahren erlebte Spanien ein phänomenales Wirtschaftswachstum durch die Entwicklungspläne unter der Leitung von López Rodó.
- Strukturwandel: Die Wirtschaft verlagerte sich von der Landwirtschaft hin zu Industrie und Dienstleistungen.
- Industrie: Besonders die Konsumgüter-, Chemie-, Stahl- und Lebensmittelindustrie florierten.
- Urbanisierung: Der Bauboom und der Massenexodus vom Land in die Stadt führten zu einem chaotischen städtischen Wachstum und Immobilienspekulationen.