Phasen des Spracherwerbs bei Kindern: Ein Leitfaden
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Phasen des Spracherwerbs bei Kindern
1. Die vorsprachliche Periode
1.1. Das Lallen
In der auditiven Wahrnehmung für die Sprachentwicklung ist zwischen 8 und 10 Monaten ein Punkt erreicht, an dem die phonologischen Beschränkungen der Muttersprache beobachtbar werden. Aus Sicht der Artikulation unterliegt die orofonatorische Struktur und Motorsteuerung von Babys in den ersten Lebensjahren wesentlichen Veränderungen, die bis zur Adoleszenz andauern, um die Reife eines Erwachsenen zu erreichen.
Es ist offensichtlich, dass Babys noch nicht alle Laute produzieren können, die sie bereits unterscheiden können. Selbst scheinbar einfache Laute wie Vokale sind für Neugeborene schwer zu bilden, da der verfügbare Raum für Zungenbewegungen begrenzt ist. In den ersten Monaten haben die Töne daher noch keine klare Vokalqualität. Die Phonotaktik wird maßgeblich durch diese anatomische Struktur und die motorische Kontrolle bestimmt.
Das Repertoire an Reflexlauten bei Babys ist breit gefächert, dennoch gibt es viele Laute, die sie noch nicht bilden können. Es ist bemerkenswert, dass das Lallen ein spezifisch menschliches Verhalten ist, das bei anderen Säugetieren nicht vorkommt.
Die 5 Etappen der Sprachentwicklung
- Phonationsphase (bis 2 Monate): Schallreflexe, bedingt durch Ernährung.
- Gagueo und Lächeln (2 bis 4 Monate): Komfortlaute, Beginn des Lächelns.
- Phonetische Expansion (4 bis 6 Monate): Beginnendes Vokalspiel, freiwillige Laute.
- Kanonisches Lallen (ab 6 Monaten): Einfluss der Umgebungssprache auf artikulatorische Gesten.
- Modifiziertes Lallen oder Konversation (ab 10 Monaten): Erste Wortkombinationen.
Phasen des Lallens im Detail
In dieser Zeit lassen sich fünf Stufen nach Art und Form der Lautproduktion unterscheiden:
1. Phonationsreflex oder Vokalisation (bis 2 Monate)
In den ersten zwei Monaten verfügen Babys über ein umfangreiches Repertoire an Reflexlauten, die primär mit Ernährung, Schmerz oder Komfort verbunden sind. Es entstehen unkontrollierte, fast vokalartige Laute durch die Interaktion von Luftstrom und Stimmbändern.
2. Gagueo und Lächeln (2 bis 4 Monate)
Die Lautäußerungen erweitern sich über das Weinen hinaus. In Momenten des Komforts nehmen velare und (semi-)vokale Produktionen zu. Diese können bis zum 4. Monat andauern und bilden die Grundlage für das sogenannte „Gagueo“ (Bosch, 1990). Zudem begleiten erste Lächeln die Lautproduktionen.
3. Phonetische Expansion und beginnendes Vokalspiel (4 bis 6 Monate)
Nach 4 Monaten findet eine bedeutende Veränderung statt: Das Baby scheint Laute freiwillig zu erzeugen. Dies bedeutet nicht, dass es die Bewegungen und Töne bereits perfekt kontrolliert, sondern es übt eine grundlegende sensomotorische Aktivität aus.