Philosophen der Neuzeit: Von Locke bis zur Aufklärung
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John Locke (1632–1704)
John Locke war ein bedeutender Vertreter des philosophischen Empirismus. Als Denker, Politiker, Mediziner und Chemiker befürwortete er liberale Regimes. In seinem Essay über den menschlichen Verstand und seinem Brief über Toleranz verteidigte er die religiöse Toleranz.
Er lebte in einer Zeit, die vom Mittelalter geprägt war und unter religiöser sowie politischer Intoleranz, Machtzentralisierung und einem Mangel an Frieden und Sicherheit litt. Gewalt und Ungleichheit beherrschten den Alltag. Locke erkannte, dass die Lösung für Streitigkeiten zwischen christlichen Sekten, die nach der Reformation entstanden waren, in der religiösen Toleranz durch die staatlichen Richter lag – ein Vorläufer für den heutigen säkularen Staat.
Hauptwerke:
- Zwei Abhandlungen über die Regierung
- An Essay Concerning Human Understanding
Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)
Sein Denken ist ein wesentlicher Bestandteil der Aufklärung. Zusammen mit Hobbes und Locke gehört er zu den bedeutenden Vertragstheoretikern. Er vertiefte grundlegende Ideen der Aufklärung, wie das Interesse am Menschen, das Studium seiner Natur und seiner Stellung im Universum sowie die Ausübung einer autonomen Vernunft. Gleichzeitig trat er als Kritiker des übertriebenen Optimismus hinsichtlich des aufgeklärten Fortschritts auf. Rousseau gilt als einer der größten Denker seiner Zeit, nahm jedoch eine revolutionäre Position ein, indem er die Rechtfertigung des natürlichen Menschen betonte.
David Hume (1711–1766)
Hume ist einer der führenden Vertreter des Empirismus sowie ein aufgeklärter Philosoph und Kritiker. Seine Philosophie spiegelt sowohl erkenntnistheoretische Interessen wider – wobei er die Erfahrung als Grundlage für den Aufbau menschlichen Wissens ansieht – als auch ethische, politische und religiöse Ansätze, die eine beschreibende und historische Methode nutzen.
Niccolò Machiavelli (1469–1530)
Als einer der großen politischen Theoretiker der Renaissance spiegelt sein Meisterwerk Der Fürst die wesentlichen Elemente seiner politischen Theorie wider. Er gibt praktische Ratschläge, wie ein Monarch seine Autorität festigen und ausüben kann, und schlägt eine Theorie vor, die einen konsequenten politischen Pragmatismus widerspiegelt.
Galileo Galilei (1564–1642)
Gemeinsam mit Kopernikus und Kepler gilt er als einer der Initiatoren der wissenschaftlichen Revolution im 16. Jahrhundert. Seine astronomischen Entdeckungen sowie seine Arbeiten in Mathematik und Physik machten ihn zum Verteidiger des Heliozentrismus. Damit schuf er eine neue Vision des Universums, die das traditionelle aristotelisch-ptolemäische geozentrische Modell ablöste. Dies begründete eine neue Wissenschaft, die einen Wendepunkt in der Geschichte darstellt und dem Menschen eine neue Haltung zur Wirklichkeit ermöglichte.
Baruch de Spinoza (1632–1677)
Zusammen mit Descartes und Leibniz ist er einer der bedeutendsten Vertreter des Rationalismus des 17. Jahrhunderts.
Die wissenschaftliche Revolution der Moderne
Die Moderne ist von großen Veränderungen geprägt, insbesondere durch die wissenschaftliche Revolution, die maßgeblich durch Kopernikus, Kepler und Galileo vorangetrieben wurde:
- Neue Vision des Universums: Das geschlossene, geozentrische Universum des Aristoteles wurde ersetzt; der Mensch musste seinen Platz in der Welt neu definieren.
- Neue wissenschaftliche Methode: Die mathematische Methode.
- Neue Einstellung zur Wirklichkeit: Die Vernunft erwirbt neue Rechte.