Philosophische Strömungen: Von Empirismus bis Marxismus

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Empirismus und sinnliche Erfahrung

Der Empirismus ist geprägt durch den Wert der sinnlichen Erfahrung und die Minimierung der Rolle der Vernunft. Es ist nicht möglich, von der Realität zu sprechen oder allgemeine Grundsätze zu begründen, wenn keine experimentelle Prüfung möglich ist. Gefühle dienen hierbei als Kriterium für moralische Entscheidungen. Wie es heißt: „Die Vernunft ist die Sklavin der Leidenschaften.“ Das Gefühl wird durch Lust und Geschmack definiert, wobei zwischen angenehmen und unangenehmen Empfindungen unterschieden wird.

Friedrich Nietzsche: Nihilismus und Übermensch

Bei Nietzsche sind zwei Dinge klar: die Ablehnung der europäischen Kultur und die Aussage, dass „Gott tot ist“. Damit verfallen die Werte, die den Menschen schwach machen, wie Nächstenliebe, Güte oder Demut. Nietzsche versucht, das Leben neu zu erklären und bietet neue Werte an, wie den Übermenschen und den Willen zur Macht.

  • Nihilismus: Das Fehlen von Antworten auf Fragen, die zuvor durch Gott, Philosophie und Moral beantwortet wurden.
  • Der Übermensch: Das Ziel der menschlichen Entwicklung, bei dem der Mensch sein eigenes Schicksal schafft, nachdem Gott als Sinnstifter weggefallen ist.

Max Scheler: Wertethik

Max Scheler wollte mit seinen Theorien den Formalismus und die Strenge der Ethik Kants überwinden. Er argumentierte, dass Werte ideale Gegenstände sind, die unabhängig vom Menschen existieren – sie sind objektive Werte a priori.

Merkmale der Werte nach Scheler:

  • Werte werden nicht geschaffen, sondern entdeckt.
  • Werte sind zeitlos und unveränderlich.
  • Werte sind polarisiert und hierarchisch geordnet.
  • Die Erfassung von Werten erfolgt durch das „Wertfühlen“, das über bloße Lust und Schmerz hinausgeht.

Karl Marx: Gesellschaftskritik und Ethik

Karl Marx entwickelte keine klassische Ethik, sondern fokussierte sich auf soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten. Nach dem Marxismus ist die herrschende Moral oft nur ein Regelwerk, das dazu dient, die Privilegien der Mächtigen zu verteidigen. Ziel ist es, dass sich die Arbeiter ihrer unfairen Situation bewusst werden, um neue Werte und Normen zu fördern, die zu einer kohärenteren und egalitären Gesellschaft führen.

Grundbegriffe der Moral

Autonome vs. heteronome Moral

  • Autonome Moral: Moralische Standards, die aus der Vernunft des Subjekts entstehen.
  • Heteronome Moral: Moralische Normen, die von außen (z. B. durch Autoritäten oder Traditionen) vorgegeben werden.

Empirismus

Eine philosophische Theorie, die besagt, dass die Erkenntnis der Wirklichkeit primär auf der Erfahrung basiert.

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