Piagets Stufentheorie und die Phasen der Sprachentwicklung

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Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung

Jean Piaget argumentiert, dass Kinder ihr Wissen über die Welt aktiv aufbauen. Er legte dar, dass sich der Geist des Kindes allmählich in Etappen organisiert, angefangen von frühkindlichen Reflexen bis hin zur Fähigkeit des abstrakten Denkens.

Die vier Stadien nach Piaget

  • Sensomotorische Stufe (Geburt bis 2 Jahre): In diesem Stadium manifestiert sich die Intelligenz durch die Handlungen des Kindes. Das Kind nutzt gezielte Aktionen, um ein Ziel zu erreichen.
  • Präoperationale Stufe (2–7 Jahre): Das Kind entwickelt in dieser Phase die Sprache sowie ein Verständnis für die Bedeutung von Objekten.
  • Stufe der konkreten Operationen (7–12 Jahre): Ein wichtiges Konzept sind die mentalen Repräsentationen, die eine Reihe von logischen Handlungen charakterisieren.
  • Stufe der formalen Operationen (ab 12 Jahren): Der Jugendliche ist in der Lage, alle Möglichkeiten für eine Lösung im Umgang mit einem bestimmten Thema zu prüfen.

Struktur und Komponenten der Sprache

Die Teilung der Sprache erfolgt in verschiedene formale und inhaltliche Bereiche:

  • Phonologie und Morphosyntax: Dies umfasst das Studium der formalen Komponenten. Diese bilden das Fundament und die Struktur der Sprache und beziehen sich auf Töne sowie deren Kombination.
  • Semantik: Hierbei handelt es sich um das Studium der Inhaltskomponenten. Dieses Konzept ist Teil der Linguistik, welche die Bedeutung von Wörtern untersucht. Aufgrund ihrer Komplexität wurde diesem Bereich bisher weniger Aufmerksamkeit gewidmet.
  • Pragmatik: Das Studium der kommunikativen Funktionen der Sprache. Sprache wird hier als Instrument eingesetzt, um ein bestimmtes Ziel oder Objekt zu erreichen.

Chronologische Meilensteine des Spracherwerbs

  • 5 bis 6 Monate: Kinder beginnen, einen mündlichen Austausch zu initiieren. Sie lernen das Prinzip von „Aktion und Warten auf eine Antwort“, um zu kommunizieren.
  • 9 bis 12 Monate: Beginn der Mobilität und Begleitung von Aktivitäten durch gezielte Töne.
  • 13 bis 17 Monate: Kinder verfügen über ein Repertoire von etwa 12 bis 20 Wörtern. In dieser Phase hilft die Intonation dabei, die Kommunikation zu vereinfachen und die Nachricht verständlich auszudrücken.
  • 17 bis 24 Monate: Es zeigt sich die sogenannte Telegrammsprache (Zwei-Wort-Sätze). Das Kind beginnt, sich auf Gegenstände zu beziehen, die nicht unmittelbar präsent sind.
  • 2 Jahre: Sätze strukturieren sich schrittweise. Possessivpronomen und Pluralformen treten auf.
  • 3 Jahre: Verwendung von Vergangenheits- und Zukunftsformen.
  • 7 Jahre: Die meisten Kinder können die Sprache effektiv zur Kommunikation und zum Lernen nutzen. Es wäre jedoch ein Irrtum zu glauben, dass die Sprache in diesem Alter bereits voll entwickelt ist.
  • Adoleszenz: Die Sprachentwicklung setzt sich mindestens bis zur Adoleszenz fort.

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