Platon im Vergleich zu anderen Philosophen
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Beziehung des platonischen Denkens zu anderen Autoren
Zweifellos ist die Philosophie Platons ein entscheidender Punkt in der Geschichte des westlichen Denkens. Obwohl Whiteheads Behauptung, die Geschichte der Philosophie sei lediglich eine Fußnote zum platonischen Denken, übertrieben sein mag, bleibt die Tatsache bestehen, dass die westliche philosophische Tradition von diesem Autor geprägt wurde – sei es durch Bestätigung oder Ablehnung bei jedem einzelnen Denker. Daher wäre der Versuch, die Philosophie Platons mit allen anderen Autoren in Beziehung zu setzen, eine endlose Aufgabe.
Aus dieser Perspektive soll im Folgenden versucht werden, das Denken Platons mit einigen Vertretern der westlichen Kulturtradition zu verknüpfen und zu vergleichen.
Parmenides und die Welt der Sinne
Zuerst ist die Philosophie des Parmenides zu nennen, der – wie Platon – die Welt der Sinne in den Hintergrund verbannt. Parmenides unterschied zwischen dem Sein, das ewig, unvergänglich und unveränderlich ist, und dem Nicht-Sein, dem Bereich des Sinnlichen, der bloßer Schein der Realität ist. Die gleiche Unterscheidung wird von Platon übernommen, wenn er von der intelligiblen Realität und der sinnlichen Realität spricht, wobei die erstere das wahre Sein darstellt.
Die Sophisten und Sokrates
Zweitens sind das Denken der Sophisten und seines Lehrers Sokrates zu betrachten. Platon und Sokrates teilten mit den Sophisten das Interesse an der Bildung und Ausbildung der Jugend. Allerdings akzeptierten sie nicht die relativistische und skeptische Haltung gegenüber dem Wissen und dem Wesen sittlicher Normen, wie sie von den Sophisten vorgeschlagen wurde. Angesichts der Überlegung, dass es keine absolute Wahrheit gäbe und moralische Normen sowie Richtlinien stets nur teilweise, endlich und letztlich von den Umständen und Meinungen der Menschen abhängig seien, verteidigte Platon den universellen Charakter des Guten und der Gerechtigkeit als einzigen Weg zur Gewährleistung eines gerechten Staates.
Die Kritik des Aristoteles
Drittens darf die Philosophie des Aristoteles nicht fehlen. Aristoteles kritisierte die onto-epistemologische Trennung zwischen der Sinnenwelt und der intelligiblen Welt. Aus seiner Sicht hatte Platon das Problem nicht gelöst, sondern verdoppelt. Nun gab es nicht mehr nur eine einzige Realität, die man erfassen musste, sondern zwei: eine sinnliche und eine intelligible. Darüber hinaus ließe die Ideenlehre laut Aristoteles Probleme ungelöst:
- 1) Wenn es Ideen von Dingen gibt (Tisch, Pferd, ...), sollte es auch Ideen von den Beziehungen zwischen den Dingen geben (z. B. Feuer-Wasser-Hitze = Ursache-Wirkungs-Beziehung).
- 2) Wenn es positive Vorstellungen gibt, stellt sich die Frage, was aus den negativen Gedanken wird.
- 3) Daraus folgend müsste die Anzahl der Ideen unendlich sein.