Platons Symposion: Eine Analyse der Reden über Eros

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Die intelligible Welt und die Dianoia

Die intelligible Welt ist die reale Möglichkeit, das Wesen der Dinge zu erfahren. Diese Einrichtung nennt man Dianoia (Verstand); sie ist ein wissensbasiertes System, in dem alles enthalten ist. Das erste Merkmal der Dianoia ist, dass sie Diagramme oder Zeichnungen als unvollkommene Darstellungen von Objekten des reinen Denkens verwendet. Die zweite Besonderheit ist, dass es sich um ein hypothetisches Wissen handelt. Die philosophische Erkenntnis hingegen führt jede Idee zu einem nicht-hypothetischen Prinzip zurück.

Die Gäste des Symposions

Mit Ausnahme von Aristophanes sind die anderen Gäste Freunde des Sokrates und Schüler der Sophisten. Es bestehen verschiedene romantische Beziehungen zwischen ihnen, wie bei Agathon und Pausanias, Phaidros und Eryximachus sowie eine halb ernste Beziehung zwischen Sokrates und Alkibiades. Die Anwesenheit von Aristophanes im Symposion ist bemerkenswert, da Sokrates und Agathon ihn mehrfach parodieren, was dem Werk eine humoristische Note verleiht.

Die Teilnehmer im Überblick

  • Aristodemo: Ein Schüler des Sokrates, der ihn oft barfuß begleitet.
  • Phaidros: Schüler des Lysias, der als Erster das Lob des Eros ausspricht.
  • Pausanias: Der Geliebte von Agathons; seine Rede zeigt den stilistischen Einfluss des Isokrates.
  • Eryximachus: Ein Arzt mit pedantischem Ruf, der das Gespräch lenkt.
  • Aristophanes: Ein Komödiendichter, der Sokrates für frühere Kritiken parodiert.
  • Agathon: Ein erfolgreicher tragischer Dichter, in dessen Haus das Bankett stattfindet.
  • Sokrates: Die wichtigste Figur, die den wahren Eros erkennt.
  • Alkibiades: Ein schöner, reicher junger Mann, der betrunken erscheint und eine Laudatio auf Sokrates hält.

Die Reden über Eros

Der Diskurs des Phaidros

Phaidros lobt Eros als den ältesten der Götter. Er konzentriert sich auf die körperliche Liebe und die heroischen Taten, zu denen Eros die Liebenden inspiriert, wie im Mythos von Achilles und Patroklos.

Die Rede des Pausanias

Pausanias unterscheidet zwischen zwei Arten der Aphrodite: der Aphrodite Pandemos (irdische Liebe) und der Aphrodite Urania (himmlische Liebe), die auf die Seele und geistige Verwandtschaft ausgerichtet ist.

Die Rede des Eryximachus

Aus medizinischer Sicht betrachtet Eryximachus Eros als eine Harmonie der Gegensätze. Er warnt vor dem vulgären Eros und betont die Notwendigkeit der Mäßigung.

Die Rede des Aristophanes

Aristophanes erzählt den Mythos der drei ursprünglichen Geschlechter (Mann, Frau, Androgyn), die von den Göttern geteilt wurden, weshalb wir heute nach unserer anderen Hälfte suchen.

Die Rede des Agathon

Agathon preist Eros als den jüngsten, zartesten und schönsten Gott, der Tugenden wie Gerechtigkeit und Selbstkontrolle verkörpert.

Die Rede des Sokrates

Sokrates entlarvt die vorherigen Reden als oberflächlich. Er definiert Eros durch Diotima als einen Dämon – einen Vermittler zwischen Menschen und Göttern. Eros ist das Streben nach dem Schönen und Guten sowie der Wunsch nach Unsterblichkeit durch Zeugung.

Die Rede des Alkibiades

Alkibiades hält eine persönliche Laudatio auf Sokrates, in der er dessen innere Schönheit und seine Macht der Verführung durch den Dialog hervorhebt.

Fazit: Die platonische Liebe

Die platonische Liebe ist eine Suche nach Schönheit und Güte. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Liebe ist das Bewusstsein für einen Mangel.
  • Schönheit ist der Weg zum Guten.
  • Liebe ist das Streben nach Unsterblichkeit.
  • Eros fungiert als Dynamik, die den Menschen zur Vollkommenheit führt.

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